Biografie

Franz Werfel

Der Schriftsteller reüssierte frühzeitig mit seiner expressionistischen Lyrik, die die Erlösung und Verbrüderung der Menschheit thematisiert. Auch seine erste Erzählung fasste er im expressionistischen Stil ab. Werfel brachte in einigen seiner Romane eine verständliche Psychoanalyse mit mitreißenden Effekten zusammen. Seine historischen Romane sind geprägt von einem ausdrücklichen Bezug zur Gegenwartsgesellschaft und einer religiösen Thematik. Später in den USA machte sich Franz Werfel einen Namen als Dramatiker. In den 1920er und 1930er Jahren waren seine Bücher Bestseller. Seine Popularität beruht vor allem auf seinen erzählenden Werken und Theaterstücken. Die Themen um Glauben und Werteverfall ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Gesamtwerk...
Franz Werfel wurde am 10. September 1890 als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Kaufmanns- und Fabrikantenfamilie in Prag geboren.

Im Jahre 1909 absolvierte Franz Werfel sein Abitur. Es folgte ein Volontariat in einer Speditionsfirma in Hamburg. Von 1911 bis 1912 leistete er seinen Militärdienst ab. 1912 siedelte Werfel nach Leipzig über. Dort arbeitete er als Lektor im Kurt Wolff Verlag, in dem vorwiegend expressionistische Literaten ihre Werke publizierten. Dann nahm er am Ersten Weltkrieg teil und gelangte an die Front in Galizien.

Ab dem Jahr 1917 war er im Wiener Kriegspressequartier beschäftigt. Auch nach dem Krieg blieb Werfel in Österreich. In dieser Zeit machte er einige Reisen und hielt sich für längere Zeit in Italien auf. 1929 heiratete er Alma Mahler. 1938 zog er sich vor den Nationalsozialisten in das französische Sanary-sur-Mer zurück. 1940 emigrierte er nach Spanien und Portugal. Von dort aus siedelte er über in die USA.

Bereits mit seiner frühen Lyrik im Stil des Expressionismus hatte Franz Werfel Erfolg. Sie handelte von der Erlösung und Verbrüderung der Menschheit und war in einem leidenschaftlich-hymnischen Ton gehalten. Im gleichen expressiven Kunststil hielt er seine ersten Dramen wie zum Beispiel "Spiegelmensch. Magische Trilogie" (1920), "Bocksgesang" (1921) oder "Schweiger" (1922) und seine erste Erzählung, die Novelle "Nicht der Mörder, der Ermordete ist der Schuldige" (1920).

In seinem Roman "Verdi. Roman der Oper" (1924) schaffte Franz Werfel die Verbindung zwischen verständlicher Psychologie und effektvollen Wirkungen. Dieser Art Erzählwerke folgten noch weitere. Werfel war Musikfreund und ein treuer Anhänger von Giuseppe Verdi. Mit dem Verdi-Roman gelang ihm der Durchbruch als literarischer Erzähler. Waren seine anfänglichen Dramenwerke mit symbolischen Elementen ausgestattet, so wandte er sich später den historischen Themen weltlicher und religiöser Färbung zu. 1924 entstand der Titel "Juarez und Maximilian".

In seinem Werk "Barbara oder die Frömmigkeit" (1929) bezieht sich Werfel auf die jüngere zeitgenössische Vergangenheit und beschreibt die Orientierungslosigkeit seiner Zeit anhand der Geschichte eines Mannes, wobei er noch an den Verfall der österreich-ungarischen Königsherrschaft anknüpft. Mit seinen historischen Romanen wie "Die vierzig Tage des Musa Dagh" (1933) oder "Höret die Stimmen" (1937) gelang es dem Autor, einen Bezug zur Gegenwart herzustellen. In "Die vierzig Tage des Musa Dagh" thematisiert er den Freiheitskampf der Armenier. Und in "Höret die Stimmen" wird die Verfolgung des jüdischen Propheten Jeremias dargestellt.

Werfels größter Romanerfolg war der 1941 entstandene Titel "Das Lied der Bernadette". Sein utopischer Roman "Stern der Ungeborenen" ( 1946) ist autobiographisch gefärbt. Darin ist von einer Zukunftsgesellschaft die Rede, in der sich zeitgenössische Ideologien und Katastrophen wiederfinden. Nach seiner Flucht in die USA schloss er mit dem Drama "Jacobowsky und der Oberst" (1944) an den Erfolg als Dramatiker in Deutschland an. Das Stück wurde bereits ein Jahr zuvor in englischer Sprache uraufgeführt und dann 1944 ins Deutsche übersetzt.

Zu seinen weiteren Werken zählen unter anderem "Der Weltfreund" (1911), "Wir sind" (1913), "Einander" (1915), "Der Gerichtstag" (1919), "Beschwörungen" (1923), "Paulus unter den Juden" (1926), "Gedichte" (1927), "Der Abituriententag" (1928), "Das Reich Gottes in Böhmen" (1930), "Die Geschwister von Neapel" (1931), "In einer Nacht" (1937), "Der veruntreute Himmel" (1939), "Eine blaßblaue Frauenschrift" (1941) oder "Cella oder die Überwinder" (1954).

Franz Werfel war als Schriftsteller sehr produktiv. Er verfasste unter anderem 15 Dramen, neun Romane, zwei Romanfragmente sowie zahlreiche Novellen und Essays. Die Themen um Glauben und Werteverfall ziehen sich wie ein roten Faden durch sein Gesamtwerk.

Franz Werfel starb am 26. August 1945 in Beverly Hills in den USA.

NameFranz Werfel

Geboren am10.09.1890

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortPrag (Tschechien)

Verstorben am26.08.1945

TodesortBeverly Hills, Californien (USA)