Biografie

Georg-Dieter von Holtzbrinck

Der schwäbische Wirtschaftswissenschaftler übernahm vom Vater die Leitung des Verlagskonzerns. Von 1980 bis 2001 führte Georg-Dieter von Holtzbrinck die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck als Geschäftsführer auf die Position der drittgrößten deutschen Verlagsgruppe, nach Bertelsmann und Springer. Neben renommierten Verlagsprodukten wie dem "Handelsblatt", führte der Verlang mit der "Saarbrücker Zeitung", dem "Tagesspiegel" sowie "Die Zeit" bedeutende Presseerzeugnisse. Mit dem "S. Fischer Verlag", dem "Kindler Verlag", dem "Rowohlt Verlag" und mit "Kiepenheuer & Witsch" war der Konzern auch massiv im Buchgeschäft vertreten. Von 2001 bis Mitte 2006 stellte Holtzbrinck den Beiratsvorsitzenden, worauf er begann sein Vermögen schrittweise in eine Familienstiftung zu übertragen...
Georg-Dieter von Holtzbrinck wurde am 29. September 1941 als Sohn eines erfolgreichen Unternehmers in Stuttgart geboren.

Sein Vater, Georg von Holtzbrinck, schuf die gleichnamige Verlagsgruppe. Nach der Schule absolvierte Holtzbrinck ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität St. Gallen. Im Anschluss daran nahm er 1968/69 an einem eineinhalbjährigen Verlagspraktikum in den USA teil. 1970 trat Holtzbrinck in die zur väterlichen Verlagsgruppe gehörenden Handelsblatt GmbH ein, wo er als geschäftsführender Gesellschafter tätig wurde. Vier Jahre später wurde er in derselben Funktion in die Holtzbrinck-Zentrale berufen. Infolge des Ausscheidens des Vaters aus der aktiven Geschäftsführung, übernahm Holtzbrinck im Herbst 1980 den Vorsitz der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.

Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1983 führte Holtzbrinck die Verlagsgruppe zu einem bedeutenden Medienkonzern. Dieser hielt mit der Düsseldorfer Verlagsgruppe Handelsblatt zentrale deutschsprachige Titel der Wirtschaftspublizistik. Holtzbrinck war weiterhin mehrheitlich an zahlreichen Tageszeitungen wie der "Saarbrücker Zeitung", dem "Trierischen Volksfreund" und dem Berliner "Tagesspiegel" beteiligt. 1996 übernahm der Konzern die Wochenzeitung "Die Zeit", zwei Jahre später das Berliner Stadtmagazin "zitty". Auch im Buchgeschäft war die Holtzbrinck-Gruppe massiv vertreten: Ihr gehören etwa der S. Fischer Verlag, der Kindler Verlag und der Rowohlt Verlag. Seit 1998 ist sie außerdem an Kiepenheuer & Witsch beteiligt. Fachverlage wie Schroedel und Diesterweg rundeten die Beteiligungen im deutschen Buchverlagswesen ab.

Bereits 1985 übernahm die Holtzbrinck-Gruppe den New Yorker Buchverlag Henry Holt. Darauf folgten weitere Aufkäufe von US-amerikanischen Fachverlagen. 1992 übernahm Holtzbrinck die bis dahin unabhängige Berliner Tageszeitung "Tagesspiegel", die infolge der Maueröffnung in einen erbitterten Konkurrenzkampf zur "Berliner Zeitung" im Ostteil der Stadt trat. In den 1990er Jahren stieg Holtzbrinck mit Beteiligungen auch in den Bereich des Privatfernsehens, vorwiegend bei VOX und SAT.1, ein. Von beiden hat er sich inzwischen aber wieder zurückgezogen, während das Engagement bei n-tv bestehen blieb. Hinzu kamen Beteiligungen an privaten Radiosendern. 1999 bildete Holtzbrinck mit dem Weltbild-Verlag das gemeinsame Unternehmen Droemer Weltbild.

Die Verlagsgruppe unterhielt eigene Druckereien und Beteiligungen an Fremdbetrieben. 2001 wurde Holtzbrinck zum Beiratsvorsitzenden der Holtzbrinck-Verlagsgruppe berufen. Zu Jahresbeginn 2003 wurde die Übernahme des "Berlin-Verlags" durch die Holtzbrinck-Gruppe angekündigt. Zu diesem Zweck beantragte der Holtzbrinck-Verlag eine Ministererlaubnis für die Fusion von "Tagesspiegel" und "Berliner Zeitung", da der "Tagesspiegel" auf dem Berliner Zeitungsmarkt allein nicht existenzfähig wäre. Im Mai und Juni 2003 veranlasste Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement eine entsprechende Ausschreibung, durch die festgestellt werden sollte, ob der "Tagesspiegel" durch neue Kaufinteressenten als eigenständiges Blatt weitergeführt werden könnte.

In der Folge entschied allerdings das Bundeskartellamt im Februar 2004 gegen eine Übernahme der "Berliner Zeitung" durch Holtzbrinck. Das Urteil wurde in der Revision im Oktober 2004 bestätigt. Die Geschwister Holtzbrinck, Stefan Holtzbrinck und Monika Schoeller, wurden im Konzern ebenfalls unternehmerisch eingebunden. Im September 2005 wurde bekannt, dass der Axel-Springer-Verlag zusammen mit den Verlagen Georg von Holtzbrinck und WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) mit der Luxemburger Beteiligungsgesellschaft Rosalia ein gemeinsames Unternehmen zur Briefzustellung gründen wollen, mit dem sie in Konkurrenz zum Noch-Monopolisten Deutsche Post AG treten wollen. Mitte 2006 zog sich Georg-Dieter von Holtzbrinck aus dem Unternehmen zurück und begann sein Vermögen schrittweise in eine Familienstiftung zu übertragen.

Zuvor wurde sein Privatvermögen auf 1,0 Milliarde US-Dollar geschätzt, damit belegte er 2006 in der Liste der reichsten Deutschen den 54. Platz. An der Verlagsgruppe Holtzbrinck hielten indes seine Geschwister Stefan von Holtzbrinck und Monika Schoeller jeweils 50%.

Georg-Dieter von Holtzbrinck hat mit seiner geschiedenen Frau drei Kinder.


Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens
Die 100 reichsten Deutschen

NameGeorg-Dieter von Holtzbrinck

Geboren am29.09.1941

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortStuttgart (D).