Biografie

Reinhold Messner

Der Südtiroler Extrembergsteiger, Abenteurer, Buch- und Filmautor kann auf mehrfache Weltrekorde verweisen. Auf zahlreichen Expeditionen brachte er sich immer wieder in Grenzsituationen, die ihm nicht nur weltweiten Ruhm, sondern auch persönliche Niederlagen und Verluste bescherten. Er bezwang als erster Mensch, zwischen 1970 und 1986, alle 14 Achttausender des Himalaja-Gebirges, einschließlich des 8848 Meter hohen Mount Everest, ohne Sauerstoffgerät. Dabei gelangen ihm zahlreiche Erstbesteigungen; auch im Alleingang. Im Anschluss brachte Reinhold Messner, durch zahlreiche Vorträge und Fernsehfilme, die Bergsteigerei einem breiten Publikum nahe. Gemeinsam mit Arved Fuchs durchquerte er 1989/90 zu Fuß die Antarktis (2400 km). Von 1999 bis 2004 vertrat Messner die italienischen Grünen im Europäischen Parlament...
Reinhold Messner wurde am 17. September 1944 als Lehrerkind in Brixen (Italien) geboren.

Im Alter von 5 Jahren bestieg er mit den Eltern seinen ersten Berg (3.000 m). In der Schulzeit entdeckte er endgültig das Bergsteigen für sich. Hunderte von Klettertouren in den Alpen brachten ihm bis 1964 bereits den Ruf eines extremen Abenteurers ein. Dieser gründete sich vor allem auf die Grenzsituationen, in die er sich durch den minimalsten Einsatz technischer Hilfsmittel regelmäßig begab. 1965 unternahm Messner seine erste Begehung der direkten Ortler-Nordwand.

Nach der Schule in Südtirol, die er 1966 mit dem Abitur in Bozen abschloss, nahm er ein Studium des Hoch- und Tiefbaus in Padua auf. 1966 eroberte er den Walkerpfeiler an den Grandes Jorasses. Im Jahr darauf folgte die erste Begehung der Civetta-Nordwestwand und die erste Winterbezwingung der Agner-Nordkante. 1968 machte Messner u. a. durch seine erste Begehung des Eiger-Nordpfeilers auf sich aufmerksam. Darauf folgte 1969 mit der Andenexpedition seine erste außeralpine Tour. Neben seinen Bergtouren begann Reinhold Messner, als Mathematiklehrer in der Mittelschule zu arbeiten.

Bekanntheit und Ruhm erntete Reinhold Messner in der deutschen und internationalen Öffentlichkeit vor allem durch seine einzigartigen Expeditionen in den Himalaja, wo er erstmals 1970 zusammen mit seinem jüngeren Bruder Günther ohne Sauerstoffgerät den Nanga Parbat (8.125 m) bezwang. Der Erfolg blieb jedoch stark getrübt, da beim Abstieg der Bruder umkam und Reinhold Messner selbst infolge von Erfrierungen sechs Zehen verlor.

Trotz dieses Schicksalsschlages verzichtete Messner 1971 endgültig auf seine Lehrerstelle, um sich ganz seinen Expeditionen und ihrer publizistischen und öffentlichkeitswirksamen Vermarktung zu widmen. 1972 heiratete er Uschi Demeter, mit der er bis 1977 zusammenblieb. 1972 kostete die erfolgreiche Besteigung der Manaslu-Südwand (8.156 m) zwei Mitgliedern von Messners Team das Leben. Dem schlossen sich Expeditionen zum Nanga Parbat (1973), in die Anden (1974) und nach Pakistan (1974) an. Noch 1974 bezwang der Bergsteiger die Eiger-Nordwand in 10 Stunden.

Im Jahr 1975 löste die Besteigung des Hidden Peak (8.068 m) durch Reinhold Messner und Peter Habeler, die dabei auf Zwischenlager verzichteten, eine Sensation aus. Auf beide Bergsteiger richtete sich 1978 die Aufmerksamkeit einer weltweiten Öffentlichkeit, als sie am 8. Mai ohne Sauerstoffgerät den höchsten Berg der Erde, den Mount Everest (8.848 m), bestiegen. Wenige Monate später unternahm Messner im August 1978 mit dem Nanga Parbat die erste Alleinbegehung eines Achttausenders ohne Sauerstoffmaske. 1980 folgte der Alleingang auf den Mount Everest.

Die unermüdliche Expeditionstätigkeit führte Messner 1981 in den Tibet, 1982 nach Nepal und Pakistan. Im selben Jahr wurde die erste Tochter Messners geboren, die aus einer Verbindung mit Nena Holguin stammt. Später tat er sich mit der Textildesignerin Sabine Stehle aus Wien zusammen, mit der er Vater eines zweiten Kindes wurde. Zur kontinuierlichen Steigerung von Messners Leistungen trugen 1984 eine Doppelüberschreitung von Achttausendern und 1986 ein Gewaltmarsch von 3.000 km durch Tibet und den Himalaja bei. 1986 hatte Messner als erster Mensch die 14 höchsten Gipfel der Erde bezwungen.

Daran schlossen sich Unternehmungen in der Antarktis an, deren höchsten Berg er Ende 1986 bestieg. 1989/90 durchquerte er mit Arved Fuchs in 92 Tagen zu Fuß die Antarktis. Nach einem anfänglichen Misserfolg gelang ihm außerdem 1993 die Fuß-Durchquerung Grönlands. Neben seinem unermüdlichen Abenteuerdrang, der Messner immer wieder auf zahlreiche weitere Expeditionen geführt hat, engagierte sich der Bergsteiger u. a. als Mitgründer von "Mountain Wilderness" auch für den Umweltschutz. Über seine Extremerfahrungen berichten zahlreiche Bücher, aber auch zunehmend (Dokumentar) Filme Messners.

Mit fortschreitendem Alter entdeckte der Bergsteiger allmählich das Filmemachen für sich. Mit Werner Herzog entstand bereits 1984 "Gasherbrum - Der leuchtende Berg". Für denselben Regisseur schrieb Reinhold Messner 1991 das Drehbuch zu "Schrei aus Stein". 1995 wirkte er für das italienische Fernsehen an der Sendung "Le Alpi di Messner" mit. Von 1999 bis 2004 war Reinhold Messner für die Grünen im Europäische Parlament aktiv.

Ab 2003 entwickelte er das Projekt Bergmuseum auf Schloss Sigmundskron. Zu seinem 60. Geburtstag veröffentlichte Reinhold Messner 2004 seine Autobiografie mit dem Titel "Mein Leben am Limit".

NameReinhold Messner

Geboren am17.09.1944

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortBrixen (Italien).