Biografie

Florian Gerster

Der Diplom-Psychologe engagierte sich seit seiner Schulzeit in der SPD, für die er in seiner rheinland-pfälzischen Heimat bedeutende Ämter übernahm. Florian Gerster avancierte von 1994 bis 2002 in der Mainzer Landesregierung zum bundesweit anerkannten Sozial- und Arbeitsmarktpolitiker, bevor er von 2002 bis 2004 an der Spitze der Bundesanstalt für Arbeit an der entscheidenden Umsetzung einer der größten sozialpolitischen Reformmaßnahmen in der deutschen Geschichte scheiterte. Ab 2010 war er stellvertretender Vorsitzender des Netzwerks Deutscher Gesundheitsregionen e.V. ...
Florian Gerster wurde am 7. Mai 1949 in Worms als Sohn eines Arztes geboren.

Bereits in seiner Schulzeit zeigte er ein starkes politisches Interesse. 1966 trat Gerster in die SPD ein. Nachdem er 1968 das Abitur abgelegt hatte, leistete Gerster den Wehrdienst bei der Bundeswehr ab, bei der er zum Major der Reserve aufstieg. Im Anschluss daran nahm Gerster 1970 ein Studium der Psychologie und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim auf, das er 1975 mit dem Diplom in Psychologie abschloss. 1974 wurde Gerster für die SPD in den Stadtrat von Worms gewählt, in dem er bis 1990 vertreten war. 1975 kandidierte er erstmals bei den rheinland-pfälzischen Landtagswahlen.

Gerster stieg 1976 als persönlicher Referent des SPD-Fraktionsvorsitzenden im rheinland-pfälzischen Landtag in das politische Berufsleben ein, als welcher er bis 1977 tätig blieb. 1977 zog er in den Landtag seines Bundeslandes ein, in dem er bis 1987 und dann wieder 1996 bis 2002 vertreten war. Neben dieser politischen Tätigkeit war Gerster in den Jahren 1981-1991 außerdem freiberuflich als beratender Psychologe tätig. Infolge der Bundestagswahl von 1987 zog Gerster in den Deutschen Bundestag in Bonn ein. Im Frühjahr 1991 wurde Gerster als Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Europafragen in die Mainzer SPD-FDP-Landesregierung berufen.

Aus dieser Position heraus rückte er in der Folge zum SPD-Bezirksvorsitzenden Rheinhessen und zum stellvertretenden Landesvorsitzenden seiner Partei auf. Als 1994 die Mainzer Regierungsspitze auf Kurt Beck überging, übertrug ihm dieser die Verantwortung für den Bereich Arbeit, Soziales und Gesundheit. Gerster leitete das Ressort bis 2002 und avancierte dabei zu einem bundesweit anerkannten Experten für Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Er initiierte das so genannte "Mainzer Modell", mit dem er unter staatlicher Förderung Niedriglohn-Jobs, den Kombilohn für Langzeitarbeitslose und die zusätzliche private Arbeitsvermittlung einführte, wodurch er die Arbeitslosenquote in Rheinland-Pfalz spürbar reduzieren konnte.

Im Februar 2002 wurde Gerster durch Bundeskanzler Gerhard Schröder zum neuen Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeit ernannt. Als Nachfolger Bernd Jagodas, der durch den Skandal um geschönte Vermittlungsbilanzen der BA zu Fall gekommen war, sah sich der neue Chef der Nürnberger Behörde mit dem Erfordernis einer grundlegenden Reform der Arbeitslosenverwaltung und Arbeitsmarktpolitik konfrontiert, das im Zuge des Umbaus der Sozialsysteme durch die rot-grüne Bundesregierung entstanden war. Nach nur 22 Monaten Amtszeit als Vorstandschef der BA sah sich Gerster jedoch im Januar 2004 zum Rücktritt gezwungen.

Er war im Zusammenhang mit dem Abschluss eines überhöhten Beratervertrages in die Schlagzeilen geraten. Gersters Nachfolge trat im Februar 2004 Frank-Jürgen Weise an. Im November 2004 stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen Gerster ein, da sie im Zusammenhang mit der so genannten Berateraffäre kein vorsätzliches Handeln seitens des ehemaligen BA-Chefs hatte feststellen können. Ab Anfang 2010 war er stellvertretender Vorsitzender des Netzwerks Deutscher Gesundheitsregionen e.V..

Gerster ist seit 1986 mit Ingrid Kundel verheiratet und Vater von zwei Kindern.

NameFlorian Gerster

Geboren am07.05.1949

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortWorms (D).