Biografie

Eugen Märklin

Der deutsche Unternehmersohn Eugen Märklin übernahm zusammen mit seinem Bruder Karl Märklin das gleichnamige väterliche Unternehmen, das anfänglich Blechwaren und Puppenküchen herstellte. Die Brüder bauten den Betrieb durch eine geschickte Firmenpolitik aus. 1891 präsentierten sie der Öffentlichkeit erstmals eine Uhrwerkbahn mit Schienenanlage und legten damit den Grundstein zur weltbekannten Spielzeugherstellung von Märklin-Eisenbahnen. Der Name Märklin entwickelte sich zum Synonym für die Modelleisenbahn...
Eugen Märklin wurde am 22. Dezember 1861 als Sohn des Blech- und Spielwarenunternehmers Wilhelm Märklin in Göppingen geboren.

Märklin wuchs zusammen mit seinem Bruder Karl Märklin in einem arbeitsreichen Haushalt in Göppingen auf. Carolin Märklin (1826–1893), die Mutter, half ihrem Mann beim Aufbau des 1859 gegründeten Unternehmens, indem sie sich auf Verkaufsreisen nach Süddeutschland und in die Schweiz begab. Dort bot sie die Blechwaren und das Spielzeug aus der Produktion ihres Mannes an. Bereits 1866 starb der Vater Wilhelm Theodor Friedrich Märklin. Nach seinem Tod übernahm die Witwe die Leitung des Betriebes. Dann, 1888, übertrug sie das Produktionsunternehmen ihren beiden Söhnen Eugen und Karl Märklin. Eugen und Karl Märklin betrieben eine taktisch kluge Firmenpolitik. Sie firmierten unter der Bezeichnung "Gebr. Märklin".

Im Jahr 1891 kauften sie den Hersteller für Blechspielzeug Lutz in Ellwangen auf. Dadurch konnte erfahrenes Produktionspersonal übernommen werden. Im gleichen Jahr präsentierten sie auf der Frühjahrsmesse in Leipzig erstmals eine Uhrwerkbahn mit einer Schienenanlage, die in Form einer Acht gestaltet war. Zugleich wurde die Produktion dieser Systemeisenbahn aufgenommen. Das war der Grundstein für den späteren Welterfolg der Märklin-Spieleisenbahnen. Die Brüder Märklin waren ständig bemüht, ihr Warenangebot zu aktualisieren. 1895 wurde die erste Spielzeugbahn mit Dampf- und Elektrizitätsantrieb eingeführt; sie rollte auf der Schienenspur 1 mit 45 Millimeter Breite. Dieses bemerkenswerte Ereignis bekommt dadurch noch mehr Gewicht, dass die Stadt Göppingen erst fünf Jahre später ein eigenes städtisches Elektrizitätswerk erhielt.

Im Jahr 1907 kam ein weiterer Gesellschafter namens Emil Friz hinzu; damit änderte sich der Firmennamen in "Gebr. Märklin Cie". Ab 1914 wurde der Schwerpunkt auf Metallbaukästen aus dem eigenen Haus gesetzt, nachdem man zwei Jahre zuvor bereits mit dem Verkauf der Produkte des englischen Herstellers Meccano Ltd begonnen hatte. Märklin bot seinen Kunden damit zahlreiche Grund- und Ergänzungskästen von Uhrwerk-, Elektro- und Dampfmotoren sowie Blechstanzteilen an. 1923 stieg Fritz Märklin, der Sohn von Eugen Märklin, in das Unternehmen ein. Eine besondere Innovation kam 1929 auf dem Markt, da nun die Teile des Metallbaukastens mit Farbe versehen wurden. Zum Kasten mit den Farben Schwarz/Messing wurde ein Metallbaukasten mit bunten Teilen in den typischen Farben Rot, Blau, Messing oder Grün angeboten. In diesem Jahr beschäftige der Spielwarenhersteller bereits 900 Mitarbeiter.

Im Jahr 1935 wurde dann erstmals eine elektrische Tischeisenbahn mit der Spurweite HO von 16,5 Millimetern vorgestellt. Im gleichen Jahr zog sich Eugen Märklin aus dem aktiven Geschäftsleben zurück. Das Angebotsprogramm der Firma Märklin umfasste mit der Zeit Dampfmaschinen, Antriebsmodelle, Schiffe, Flugzeuge, Autos und vor allem die berühmten Modelleisenbahnen in vielen Variationen mit zahllosem Zubehör. Stets kam Eugen Märklin zusammen mit seinem Bruder Karl der vielfältigen Nachfrage seiner kleinen und großen Kunden durch kreative Weiterentwicklung nach; dabei setzten sie auch auf innovative Technik.

Eugen Märklin starb am 21. Dezember 1947 Göppingen. Wenige Monate später erfolte der Neuaufbau des erfolgreichen Unternehmens.


Menschen und Marken

NameEugen Märklin

Geboren am22.12.1868

GeburtsortGöppingen (D).

Verstorben am21.12.1947

TodesortGöppingen (D).