Biografie

Gabriele Münter

Die deutsche Künstlerin zählte zu den bedeutendsten Vertreterinnen der Klassischen Moderne. Sie befand sich unter den Mitbegründern der Neuen Künstlervereinigung München. Ihre künstlerische Autonomie entwickelte Gabriele Münter als Mitglied der Gruppe "Blauer Reiter". Ihr Renommee drückte sich in der Neuentwicklung im Stil des Expressionismus aus. Sie war Schülerin und Lebensgefährtin des russischen Malers Wassily Kandinsky. Ihre Hauptwerke zeigen ausdrucksvolle Frauenbildnisse. In ihrem Spätwerk, das in Murnau entstand, kehrte Gabriele Münter zum Expressionismus der Vorkriegsjahre zurück...
Gabriele Münter wurde am 19. Februar 1877 in Berlin geboren.

Münter studierte ab dem Jahr 1897 an der Düsseldorfer Damenkunstschule Zeichnen. Danmach hielt sie sich für rund zwei Jahre in den Vereinigten Staaten auf, ohne das Malen weiterhin auszuüben. Nach ihrer Rückkehr zog sie im Jahr 1901 nach München. Dort begann sie ein Kunststudium. Sie schrieb sich in der Malschule "Phalanx" des russischen Künstlers Wassily Kandinsky ein. Gabriele Münter wurde nicht nur dessen Schülerin, sondern auch Lebensgefährtin. Die Beziehung dauerte bis zum Jahr 1916. Münters frühe Werke, zumeist Landschaftsstudien, orientieren sich am Stil des Impressionismus.

Im Jahr 1908 zogen Münter und Kandinsky nach Murnau in Oberbayern, zusammen mit den Künstlerkollegen Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin. Zusammen mit Wassily Kandinsky widmete sich die Künstlerin der Hinterglasmalerei und der Volkskunst. In dieser Zeit stellte sich für sie der künstlerische Erfolg ein. In ihrer Murnauer Epoche fertigte Münter großartige Bilder von der oberbayerischen Landschaft. So entstand im Jahr 1908 das Werk mit dem Titel "Blick aufs Murnauer Moos" oder im Jahr darauf der Titel "Grabkreuze in Kochel"; beide Werke befinden sich heute in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München.

Gabriele Münters Ausdruckssprache wandelte sich in Murnau von der impressionistischen Malerei zum expressionistischen Charakter unter Einfluss der Fauvisten, Kandinsky und besonders durch die werke von Alexej Jawlensky. Ihre neu entwickelte expressionistische Malerei bestand in ihrer charakteristischen Vereinfachung und individuellen Farbgebung, die sich in leuchtenden und frischen Farben ausdrückt. Auch ihre Bildkomposition zeigt einen eigenen Charakter, indem sie große Farbflächen nebeneinander auftrug und sie durch eine breite schwarze Pinsellinie mit einer Kontur versah.

In dieser Art und Weise entstanden Werke mit Titeln wie "Dorfstraße im Winter" aus dem Jahr 1911 oder "Kandinsky am Tisch" aus dem gleichen Jahr; beide Werke befinden sich gleichfalls in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München. 1915 unternahm Gabriele Münter eine Reise nach Stockholm. Dort lernte sie Werke der schwedischen Avantgardisten kennen. Nach der Trennung von Kandinsky stellte sie dort bis zum Jahr 1920 mehrmals aus. In der Folgezeit siedelte sie nach Berlin über. In ihrem künstlerischen Verständnis knüpfte sie an den Naturalismus und an die Neue Sachlichkeit an.

Im Jahr 1931 zog sie erneut nach Murnau. Dort entstanden ihr bedeutendes Spätwerk mit Landschaftsbilder und Stillleben im Charakter des Expressionismus. Spätere Bilder als Studien oder Stillleben dokumentierten einen weiteren Stilwechsel. In dieser letzten Schaffensperiode lehnten sich ihre Darstellungen an die Strömung des Abstrakten Expressionismus an wie etwa der Titel "Schwarz entzweit" aus dem Jahr 1952.

Gabriele Münter starb am 19. Mai 1962 in Murnau.

NameGabriele Münter

Geboren am19.02.1877

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am19.05.1962

TodesortMurnau (D).