Biografie

Ernst Barlach

Der Schwerpunkt des Schriftstellers liegt im Drama. Ernst Barlach schrieb aber auch Erzählungen, Romane und autobiographische Stücke. Viele seiner Werke handeln vorwiegend von den Menschen und der Landschaft im mecklenburgischen Güstrow. Das Thema seiner Werke dreht sich um die Frage des Werdens und der Wandlung. Er schuf aber auch autobiographische Texte, Erzählungen und Romane. Barlach war auch als bildender Künstler tätig. 1924 erhielt Ernst Barlach den Kleist-Preis...
Ernst Barlach wurde als Sohn des Landarztes Georg Barlach und seiner Frau Johanna Louise, geborene Vollert, am 2. Januar 1870 im holsteinischen Wedel geboren.

Von 1888 bis 1891 absolvierte Ernst Barlach eine künstlerische Ausbildung an einer Hamburger Gewerbeschule. Dann wechselte er an die Kunstakademie Dresden, wo er in den Jahren von 1891 bis 1895 seine Studien fortsetzte. Es folgten zwei Aufenthalte in Paris. Dort studierte er in der Zeit von 1895 bis 1896 an der Académie Julian. Im Anschluss daran siedelte Barlach mehrmals nach Hamburg, Berlin und Wedel um. In Hamburg war er vorwiegend als Bildhauer tätig. Künstlerisch orientierte er sich am Jugendstil und am Symbolismus. In den Jahren von 1898 bis 1902 zeichnete er für die Zeitschrift "Jugend".

Im Jahr 1904 lehrte Barlach an der Fachschule für Keramik in Höhr im Westerwald. Barlach verfertigte 1907 und 1908 Zeichenbeiträge für die Münchener Satirezeitschrift "Simplicissimus", und er wurde in die "Berliner Secession" aufgenommen. In dieser Zeit fing er auch zu schreiben an. 1906 unternahm Barlach in Begleitung seines Bruders eine achtwöchige Reise nach Russland. Drei Jahre später hielt er sich in Florenz auf. Durch die Reiseeindrücke reifte in ihm der Entschluss, eine Laufbahn als Künstler einzuschlagen. Ernst Barlach nahm in den Jahren 1915 und 1916 als Landsturmmann in Sonderburg, heute Dänemark, am Ersten Weltkrieg teil.

Nach dieser Zeit war seine Motivik in der Bildenden Kunst geprägt von biblischen und kämpferischen Szenen. Der mit dem Kunsthändler und Verleger Ernst Cassirer geschlossene Vertrag gewährte ihm wirtschaftliche Sicherheit. 1919 zog er zusammen mit seiner Mutter und seinem unehelichen Sohn in das mecklenburgische Güstrow, das ihm zur Heimat wurde. Im gleichen Jahr wurde er in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen. Dadurch sowie durch die Publikation seiner Dramen und Holzschnittzyklen durch den Kunsthändler Paul Cassirer erlangte Barlach als Schriftsteller und als Graphiker eine große Bekanntheit in der Öffentlichkeit.

In der Kunstströmung des Expressionismus gab Barlach eine Sonderrolle ab, da er die äußere Erscheinungen seiner Figuren auf das Notwendige reduzierte. Dagegen ließ er seine Figuren durch die Haltung der Hände oder die Oberfläche des Gesichtes zum Betrachter über die innere Befindlichkeit sprechen. 1924 wurde Barlach der Kleist-Preis verliehen. Dem Ruf nach einer Professorenstelle in Berlin und Dresden folgte er nicht. Ab 1926 realisierte der Künstler öffentliche Auftragsarbeiten zu plastischen Antikriegs-Denkmälern. So wirkte er zum Beispiel am Ehrendenkmal im Magdeburger Dom in den Jahren 1928 und 1929 oder 1928 am Denkmal "Geistkämpfer" in Kiel mit.

Seine Arbeiten riefen indes heftige Kritik hervor, so dass er Entwürfe zurückzog oder Arbeiten wie den Figurenfries an der Lübecker Katharinenkirche unvollendet ließ. 1933 wurde er Ritter des Ordens Pour le Mérite. Im gleichen Jahr, dem Jahr der Machtergreifung der Nationalsozialisten, wurden Barlachs Plastiken als "entartet" eingestuft, der Künstler selbst diffamiert. Seine Werke wurden aus Kirchen und Museen entfernt. Außerdem wurde er als Schriftsteller mit einen Aufführungsverbot belegt. Dennoch nahm ihn im Jahr darauf die Akademie der Bildenden Künste in München als Ehrenmitglied auf. 1937 wurden insgesamt 371 Arbeiten eingezogen.

Auch als Bildhauer erhielt Barlach nun Ausstellungsverbot. In der nationalsozialistischen Ausstellung "Entartete Kunst" von 1937 in München wurden Barlachs Figurengruppe "Christus und Johannes" gezeigt. Die eigentliche Bedeutung von Ernst Barlachs Werk liegt im Drama. Er schuf aber auch autobiographische Texte, Erzählungen und Romane. Besonders seine Dramen handeln von der Landschaft und den Menschen in Güstrow. Dennoch folgte Barlach darin nicht der Tendenz des Realismus. Seine Dramen expressionistischer Coleur handeln vom Werden und Wandel, es geht dem Autor dabei um die Erneuerung des Menschen.

Zu Barlachs heimatverbundenen Stücken zählen Titel wie „Der arme Vetter“ (1918), "Die echten Sedemunds" (1920) oder "Der blaue Boll" (1926). Zu seinen weiteren Werken gehören unter anderem "Der tote Tag" (1912), "Der Findling" (1922), "Die Sündflut" (1924), "Ein selbsterzähltes Leben" (1928), "Die gute Zeit" (1929), "Russisches Tagebuch" (1940), "Güstrower Tagebuch 1914 - 1917" (1943), "Der gestohlene Mond" (1948), "Seespeck" (1948) oder "Der Graf von Ratzeburg" (1951).

Ernst Barlach starb am 24. Oktober 1938 in Güstrow.

NameErnst Barlach

Geboren am02.01.1870

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortWedel

Verstorben am24.10.1938

TodesortGüstrow