Biografie

Derek Jarman

Der Sohn eines englischen Offiziers avancierte im London der 1960er und 1970er Jahre zum radikalsten und politischsten Regisseur der Pop-Art. Derek Jarman machte sich mit Filmen wie "Sebastiane" (1976), "Jubilee" (1978) oder "Caravaggio" (1986) einen Namen. Unter dem Zeichen der Aids-Bedrohung und des Falkland-Krieges entstanden die Filme "The Last of England" (1987) und "War Requiem" (1989), die sich mit den Themen Tod und Zerstörung auseinandersetzen. Der an Aids erkrankte Regisseur legte dann mit seinem letzten Film "Blue" (1993) eine ungewöhnliche Auseinandersetzung mit dem Tod vor...
Derek Jarman wurde am 31. Januar 1942 in London als Sohn eines Offiziers geboren.

Nach der Schule studierte Jarman Geschichte und Kunstgeschichte am King's College. 1963 nahm er im London der Pop-Art ein Studium der Kunst auf. In der allgemeinen Aufbruchstimmung ab Mitte der 1960er Jahre begann er sich offen seiner Homosexualität zu stellen. Für Ken Russell übernahm Jarman bei den Filmen "Die Teufel" (1971) und "Savage Messiah" (1972) das Set-Dessign.

Dann begann er selbst Experimentalfilme - vorerst noch im Super-8-Format - zu drehen. Seinen ersten Spielfilm legte Jarman 1976 mit "Sebastiane" vor, eine offen homosexuelle Verfilmung des Lebens des frühchristlichen Märtyrers Sebastian - in lateinischer Sprache! Es folgte mit "Jubilee" (1978) eine sarkastische Anspielung auf das Kronjubiläum Elisabeths II. im Jahr zuvor.

Dann wandte sich Jarman Shakespeare zu, den er mit der Punk-Revue "The Tempest" (1979) und in der Erotik thematisierenden Arbeit "The Angelic Conversation" (1985) verfilmte. Mit "Caravaggio" (1986) näherte sich Jarman den Leidenschaften, die in den Gemälden des Renaissance-Malers dargestellt werden und die der Regisseur nachinszenierte.

Zum Jahresende 1986 erfuhr Jarman von seiner HIV-Infektion. Unter dem Zeichen der Aids-Bedrohung und des Falkland-Krieges entstanden die Filme "The Last of England" (1987) und "War Requiem" (1989), die sich mit den Themen Tod und Zerstörung auseinandersetzen. Homosexuelle Dramen behandeln auch seine Filme über die ambivalenten historischen Figuren von "Edward II." (1991) und "Wittgenstein" (1992).

Als Jarman langsam erblindete, drehte er 1993 "Blue", ein Film, der nur eine blaue Leinwand zeigt und ansonsten von seinen Texten und Geräuschen aus dem "Off" lebt.

Derek Jarman starb am 19. Februar 1994 in London.
1976:
Sebastiane

1978:
Jubilee

1979:
The Tempest

1985:
The Angelic Conversation

1986:
Caravaggio

1987:
The Last of England

1989:
War Requiem

1990:
The Garden

1991:
Edward II.

1992:
Wittgenstein

1993:
Blue

NameDerek Jarman

Geboren am31.01.1942

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortLondon (GB).

Verstorben am19.02.1994

TodesortLondon (GB).