Biografie

David Friedrich Strauß

Der deutsche Philosoph, Schriftsteller und evangelische Theologe wurde aufgrund seines Werkes "Das Leben Jesu Christi kritisch bearbeitet" (1835) von der Kirchenbehörde entlassen. Die Schrift avancierte zu einem der populärsten, aber auch umstrittensten Bücher des 19. Jahrhunderts. Er deutete darin die Geschichtlichkeit der Evangelienbücher als mythische Interpretation urchristlicher Ideen. 1840/41 veröffentlichte Strauß mit der Schrift "Die christliche Glaubenslehre in ihrer geschichtlichen Entwicklung und im Kampf mit der modernen Wissenschaft dargestellt" sein zweites Hauptwerk. David Friedrich Strauß war der Begründer der historisch-kritischen Forschung über das Leben Jesu...
David Friedrich Strauß wurde am 27. Januar 1808 in Ludwigsburg geboren.

Nach dem Schulabschluss studierte David Friedrich Strauß im Tübinger Stift Philosophie und Theologie. 1831/32 setzte er sein Studium in Berlin fort. Dort hörte er unter anderem Vorlesungen des Philosophen und Theologen Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher über das Leben Jesu. Danach war er in der Zeit von 1832 bis 1835 Repetent im Tübinger Stift. 1835 erschien Strauß' Abhandlung "Das Leben Jesu Christi kritisch betrachtet" in Tübingen, in der er eine von der Religionsphilosophie Georg Wilhelm Friedrich Hegels beeinflusste Haltung vertrat. Die Schrift machte ihn berühmt und umstritten zugleich. In dem Werk präsentierte sich Strauß als radikaler Repräsentant der spekulativen Theologie. Er verstand die Geschichtlichkeit der Evangelienberichte als mythischen Mantel für urchristliche Ideen und wollte eine neue Dimension in der Geschichte des Lebens von Jesus Christus setzen.

Strauß kritisierte die traditionelle Auffassung als eine übernatürliche Betrachtungsweise, die sich unbewusst aus den Legenden gebldet habe. Das Anliegen Strauß' hatte zum Ziel, durch philosophische Interpretation die "ewigen Wahrheiten" in den Mythen der christlichen Lehre von Jesus herauszuarbeiten. In seiner Absicht lag es keinesfalls, die historischen Grundlagen der Evangelien darzulegen. Strauß wurde der Vorwurf gemacht, dass er die neutestamentarische Geschichte leugnete. In seinen Schriften fehlten Lösungswege, die die Entwicklung von der Idee und vom Mythos zum Christentum und der neutestamentarischen Geschichte aufzeigten. Diesem Versäumnis widmete sich sein Universitätslehrer F. C. Baur, der die Resultate seines Schülers zum Teil erheblich korrigierte. Strauß wurde infolge der Publikation seiner Hauptschrift "Das Leben Jesu Christi kritisch betrachtet" von der Kirchenbehörde entlassen.

Daraufhin verließ er Tübingen und kehrte in seine Heimatstadt Ludwigsburg zurück. Dort fand er zunächst eine Anstellung an einem Gymnasium. 1839 folgte er einem Ruf an die Universität Zürich, doch auch hier war der Widerstand gegen seine Haltung größer als die Akzeptanz. Seither lebte Strauß als hauptberuflicher Schriftsteller. In dieser Tätigkeit ging er immer weiter auf Distanz zur Kirche. In den Jahren 1840/41 veröffentlichte Strauß mit der Schrift "Die christliche Glaubenslehre in ihrer geschichtlichen Entwicklung und im Kampf mit der modernen Wissenschaft dargestellt" sein zweites Hauptwerk. Auch darin vertrat er eine spekulative Theologie, deren Entfaltung ihm aber nicht vollends gelang. Er hielt darin an den Glaubenswahrheiten fest und versuchte zugleich, die Glaubens-"Vorstellungen" in reine "Begriffe" zu überführen.

Im Revolutionsjahr 1848 saß Strauß als Abgeordneter der Liberalen in der württembergischen Kammer. In der Fortführung seine Entmythologisierung der christlichen Lehre entstand 1863 der Titel "Das Leben Jesu, für das deutsche Volk bearbeitet". Darin erfolgte die förmliche Loslösung vom Christentum. Jesu ist in diesem dritten bemerkenswerten Werk herabgesunken zum Verkünder einer reinen Kultur- und Humanitätsreligion. 1865 entstand Strauß' Werk "Der Christus des Glaubens und der Jesus der Geschichte" als Reaktion auf Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher. Eine weitere Steigerung seiner Kritik stellte das letzte Werk "Der alte und der neue Glauben" dar, in dem Strauß einen philosophisch-wissenden Glauben gegen das als überflüssig empfundene Christentum setzte. Auch diese Schrift, in der er sich endgültig vom Christentum lossagte, löste Empörung aus.

David Friedrich Strauß starb am 8. Februar 1874 in Ludwigsburg.


Bedeutende Persönlichkeiten aus Religion und Kirche

NameDavid Friedrich Strauß

Geboren am27.01.1808

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortLudwigsburg (D).

Verstorben am08.02.1874

TodesortLudwigsburg (D).

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