Biografie

Claudia Roth

Die ehemalige Managerin der linksanarchistischen Band "Ton, Steine, Scherben" engagiert sich seit 1985 in der Partei Bündnis90/Die Grünen, die sie im Europaparlament und im Bundestag vertrat. Claudia Roth stellte 2001/02 die Bundesvorsitzende ihrer Partei, zu der sie im Herbst 2004 erneut erhoben wurde (seit 2008 neben Cem Özdemir). Als international anerkannte Expertin für Menschenrechtspolitik und Streiterin für die Gleichberechtigung von Frauen und Minderheiten ist sie außerdem als Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe tätig...

Die Studenten- und Protestbewegung von 1966-1975
Claudia Roth wurde am 15. Mai 1955 in Ulm geboren.

Roth wuchs in einer linksliberalen Familie auf. Bereits während ihrer Schulzeit bildete Roth ein ausgeprägtes politisches Bewusstsein aus. Außerdem begeisterte sie sich frühzeitig für das Theater, das sie als Mittel und Vermittler zur politischen Veränderung begriff. 1973 absolvierte sie ein Praktikum am Landestheater in Memmingen. Nach dem Abitur studierte Roth von 1974 bis 1975 Theaterwissenschaften an der Universität München. Dann arbeitete sie von 1975 bis 1977 als Dramaturgin am Städtischen Theater in Dortmund und beim Kinder- und Jugendtheater in Unna. In Dortmund begegnete Roth der linksanarchistischen Band "Ton, Steine, Scherben", die Leadsänger Rio Reiser in Berlin-Kreuzberg ins Leben gerufen hatte.

Von 1982 bis 1985 war sie als Managerin der Musikband tätig. In jener Zeit lebte sie auch in der Landkommune der "Scherben" in Fresenhagen (Schleswig-Holstein), wo Reiser 1996 starb. Roth wurde 1985 Pressesprecherin der Partei der Grünen. In dieser Funktion arbeitete sie bis 1989, als sie für die Partei in das Europaparlament gewählt wurde, wo sie bis 1998 vertreten war. Ab 1994 fungierte sie als Fraktionsvorsitzende der Grünen in Brüssel. Roth profilierte sich dort in der internationalen Politik als engagierte Verteidigerin der Menschenrechte, wobei sie sich vor allem der kurdischen Minderheit in der Türkei annahm. Auch trat sie für die Gleichberechtigung Schwuler und Lesben in Europa ein.

Über die bayerische Landesliste wurde Roth 1998 in den Bundestag gewählt, wo sie bis 2001 unter der ersten rot-grünen Regierung von Gerhard Schröder dem neu gebildeten Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe vorstand. 2001 wurde Roth in der Nachfolge von Renate Künast zur Bundesvorsitzenden von Bündnis90/Die Grünen erhoben, als welche sie bis 2002 fungierte. Wegen der damals innerhalb der Partei noch vorgeschriebenen Unvereinbarkeit von Amt und Mandat legte sie ihr Abgeordnetenmandat nieder. Zugleich war sie auch frauenpolitische Sprecherin ihrer Partei. Da Roth bei der Bundestagswahl 2002 als bayerische Spitzenkandidatin erneut in den Bundestag gewählt wurde, verzichtete sie auf eine Wiederkandidatur als Parteivorsitzende.

Mit Beginn der zweiten rot-grünen Legislatur unter Schröder wurde die Politkerin 2003 zur Beauftragten der Bundesregierung für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt ernannt. In dieser Funktion beobachtet sie seither in der Behörde von Außenminister Fischer die weltweite Situation der Menschenrechte, um auf deren Verletzungen hinzuweisen und auf eine Verbesserung der internationalen Menschenrechtsstandards hinzuwirken. Roth wurde für ihr internationales Engagement 1994 mit dem Musaanter-Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Roth wurde außerdem Kulturpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion sowie Mitglied im Parteirat von Bündnis90/Die Grünen. Ab März 2004 war sie auch im Verwaltungsrat der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Wien vertreten.

Für ihre Menschenrechtspolitik ehrte man sie 2004 mit dem französischen Orden "Ritter der Ehrenlegion". Im Oktober 2004 wurde Roth gemeinsam mit Reinhard Bütikofer erneut zur Parteivorsitzenden von Bündnis90/Die Grünen gewählt. Im Zuge der Debatte über einen EU-Beitritt der Türkei trat Roth im Herbst 2004 zusammen mit ihrem Parteikollegen und Außenminister Joschka Fischer nachhaltig für eine Integration des islamischen Landes ein.

Nach ihrer Wahl zur Grünen-Vorsitzenden gab Roth das Amt der Menschenrechtsbeauftragten ab. Zum Jahresbeginn 2005 trat Tom Koenigs ihre Nachfolge in dieser Funktion an.


Die Studenten- und Protestbewegung von 1966-1975

NameClaudia Roth

Geboren am15.05.1955

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortUlm (D).