Biografie

Claude Dornier

Der aus dem Allgäu stammende Ingenieur beeinflusste seit dem zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die Entwicklung der deutschen Flugzeugindustrie. Während der nationalsozialistischen Herrschaft beteiligte sich Claude Dornier mit seinem technischen Know-how und als NSDAP-Mitglied an den Vorbereitungen und an der Durchführung des Zweiten Weltkrieges. Aufgrund seiner technischen Entwicklungen zählte er dennoch mit Willy Messerschmitt zu den bedeutendsten deutschen Flugzeugkonstrukteuren...

Pioniere der Luft- und Raumfahrt
Claude Dornier wurde am 14. Mai 1884 in Kempten als Sohn deutsch-französischer Eltern geboren.

Nachdem er in seiner Allgäuer Heimat die Schule besucht hatte, nahm Dornier ein Studium des Maschinenbaus an der Technischen Hochschule München auf. Er schloss die Studien mit dem Diplom ab. 1910 trat er in die Firma von Ferdinand von Zeppelin ein, die in Friedrichshafen Luftschiffe produzierte. Bei Zeppelin entwickelte sich Dornier zum Experten für flugzeuggeeignete Metalle. Im Verlauf des Ersten Weltkriegs entstanden bis 1918 die ersten Flugzeuge, die ganz aus Metall gefertigt wurden. 1922 gründete der Konstrukteur die "Dornier-Werke" in Friedrichshafen.

Doch zwangen ihn die Bestimmungen des Versailler Vertrags, nach denen der Flugzeugbau in Deutschland untersagt war, in die europäischen Nachbarländer. Dornier ließ seine Flugzeuge in Italien, in der Schweiz, in Spanien, Holland und sogar in Japan in eigenen Produktionswerken herstellen. Dies brachte ihm internationale Bekanntheit ein. 1926 überquerte Roald Amundsen mit einem Dornier-Flugboot des Typs "Wal" den Nordpol. Das Riesenflugboot "Do X." ging in jenen Jahren durch seine Transatlantikflüge in die Fluggeschichte ein. 1932 wurde Dornier zum Alleininhaber der "Dornier Metallbauten GmbH", die sich auf die Produktion von Flugbooten spezialisierte.

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme produzierte das Unternehmen im Zuge der Kriegsvorbereitungen für Adolf Hitler die "Do 17", die sich zum Standardbombenflugzeug der Luftwaffe entwickelte. Mit der "Do 335" bescherte Dornier dem Militär das schnellste Propeller-Jagdflugzeug der Zeit. Nach seinem Eintritt in die NSDAP (1940) übernahm der Unternehmer auch politische Funktionen im Hitler-Deutschland: Dornier wurde zum Wehrwirtschaftsführer ernannt und leitete innerhalb der Wirtschaftsgruppe Luftfahrtindustrie die Fachabteilung Flugzeugbau.

Durch die Kriegszerstörungen und ein erneutes Verbot des Flugzeugbaus im besiegten Deutschland, wich Dornier nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs für eine Übergangszeit nach Spanien aus. Bald konnte er in der deutschen Flugzeugindustrie jedoch wieder Fuß fassen, wo er sich durch die Produktion von Kurzstartflugzeugen und Senkrechtstartern hervortat. 1962 zog sich der Unternehmer aus der Leitung seines Konzerns zurück. Dorniers Leistungen als Flugzeugkonstrukteur verhalfen ihm zu großem Ansehen und fanden in seiner Berufung zum Präsidenten des "Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie" ihre Anerkennung.

In den Dornier-Werken wurde ab 1970 in deutsch-französischer Zusammenarbeit der Alpha-Jet entwickelt und gebaut.

Claude Dornier starb am 5. Dezember 1969 in Zug (Schweiz).


Pioniere der Luft- und Raumfahrt

NameClaude Dornier

Geboren am14.05.1884

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortKempten (D).

Verstorben am05.12.1969

TodesortZug (CH).