Biografie

Bruno Sacco

Der Italiener leitete jahrzehntelang die Geschicke der Design-Abteilung von Mercedes Benz. Bruno Sacco prägte wie kein anderer die Erscheinung der Fahrzeuge. Seine wichtigste Designentwicklung war 1979 die S-Klasse von Mercedes. Bruno Sacco wurde ein vielgeehrter Designer, der unter anderem mit dem "Raymond Loewy Designer Award" der Marke "Lucky Strike" ausgezeichnet wurde. 1999 gab Sacco nach 41 Jahren die Mercedes-Benz Bereichsleitung Design ab. 2006 und 2007 fand er Aufnahme in die "Automotive Hall of Fame", Dearborn sowie der "European Automotive Hall of Fame", Genf...

Persönlichkeiten der Automobilindustrie
Bruno Sacco wurde am 12. November 1933 in Udine in Italien geboren.

Sacco absolvierte seine Ausbildung in Tarvisio und Udine. Im Anschluss daran schrieb er sich an der Polytechnischen Hochschule Turin ein. Bereits während seiner Studienzeit war Sacco für die Autofirma Ghia tätig, um dort praktische Erfahrungen in der Gestaltung von Karosserien zu sammeln. In den folgenden Jahren realisierte er Auftragsarbeiten für Ghia und die Pininfarina Gruppe. 1958 begann Sacco seine Tätigkeit als Designer und Konstrukteur bei Daimler-Benz. Er war unter der Leitung von Karl Wilfert, Friedrich Geiger und Béle Berényi tätig und an verschiedenen bedeutenden Projekten beteiligt. So arbeitete er an der Großlimousine Mercedes-Benz 600 (W100) und am Pagode-Roadster 230 SL (W113).

In dieser Zeit wurde Sacco die Leitung des Design-Projektes für die Sicherheitsausstellung von Daimler-Benz übertragen. Ebenso war er für die Sportwagen-Studien C 111/1 und C 111/2, den sogenannten rollenden Versuchslaboren, verantwortlich. Ab dem Jahr 1970 leitete Sacco die Abteilung der Karosseriekonstruktion und Maßkonzeption bei Daimler-Benz. Er wirkte in dieser Zeit an der Entstehung der ESF-Prototypen und an der Modellreihe W 123 mit. Fünf Jahre später, im Jahr 1975, wurde er Oberingenieur und Nachfolger von Friedrich Geiger, der bis dato die Hauptabteilung Stilistik führte. In dieser Position übte Sacco maßgeblichen Einfluss auf die Karosseriegestaltung der Autos von Daimler-Benz aus.

Zu seinen bedeutendsten Leistungen zählt unter anderem die kontinuierliche Entwicklung der Design-Studie 111/3 aus dem Jahr 1977 und der Prestigelimousine der S-Klasse von Mercedes aus dem Jahr 1979. Außerdem setzte er sich mit seinem Identify Corporate durch und entwickelte den formalen Familiencharakter des Autoherstellers. Mit der Design-Studie CW311, die geprägt war von Aerodynamik und scharfen Linien, entwickelte Sacco ein Zukunftsmodell für die Mercedes-Wagen. Viele Merkmale dieser Studie wurden in die Modelle der 1970er und frühen 1980er Jahre wie der W126 S-Klasse übernommen. In den folgenden Jahren durchlief der Stardesigner eine kontinuierliche Karriere in dem Unternehmen. 1978 wurde Sacco zum Leiter des Fachbereichs Stilistik ernannt. 1987 machte ihn der Vorstand zum Direktor des Bereichs Design.

Ab 1993 wurde er Mitglied des Direktorenkreises der Daimler-Benz Aktiengesellschaft. Sacco war in dieser Funktion zugleich verantwortlich für das Design der Nutzfahrzeuge. Sacco avancierte als Designer bei Daimler-Benz zu einer populären und anerkannten Persönlichkeit der Fachbranche. Zu seinem Grundsatz gehörte, dass die ästhetische Qualität eines Produktes "niemals mangelnde technische Qualität kompensieren" könne. Damit betonte er den Parallelschritt von technischer und formaler Innovation. Während seiner langjährigen Tätigkeit wurde der Stardesigner mehrfach ausgezeichnet. 1991 wurde ihm der Titel "Grande Ufficiale dell'Ordine al Merito della Repubblica Italiana" verliehen. 1993 nahm Sacco den "Cover Award - Auto & Design" in Torino entgegen. Auch wurde er mit dem "Premio Mexico 1994" der Patronato Nacional de las Asociaciones de Diseno AC in Mexiko ausgezeichnet.

Hingegen wurde die Gestaltung der S-Kasse (W140) ab 1991 aufgrund ihrer Ausmaße und Massivität kontrovers diskutiert. 1995 wurde Sacco mit dem "Apulia Award for Professional Achievement" geehrt. 1996 wurde er zum "Best Designer" und "Designer's Designer" der Zeitschrift "Car" gekürt. 1997 empfing er den mit 60.000 D-Mark dotierten "Raymond Loewy Designer Award" der Marke "Lucky Strike". 1999 ging Bruno Sacco, der Chef-Designer von Daimler-Benz, in den Ruhestand. Er war indes ein gefragter Redner geblieben, der sich öffentlich in Vorträgen unter anderem zu Designfragen äußert. 2002 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Udine, 2006 und 2007 fand er Aufnahme in die "Automotive Hall of Fame", Dearborn sowie der "European Automotive Hall of Fame", Genf.


Persönlichkeiten der Automobilindustrie

NameBruno Sacco

Geboren am12.11.1933

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortUdine (I).