Biografie

Ben Johnson

Der kanadische Leichtathlet stellte bei den Olympischen Sommerspielen 1988 im südkoreanischen Seoul einen unglaublichen Weltrekord im 100-Meter-Lauf auf: Ben Johnson schaffte die Kurzdistanz in sagenhaften 9,79 Sekunden. Später stellte sich heraus, dass Johnson gedopt war. Bereits ein Jahr zuvor lief er bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1987 in Rom die Strecke in der Weltmeisterzeit von 9,83 Sekunden. Der geschlagene Carl Lewis warf Ben Johson schon damals Doping vor. 1993 wurde Johnson erneut des Dopings überführt. Daraufhin wurde er zu einer lebenslangen Laufsperre verurteilt...
Benjamin "Ben" Sinclair Johnson wurde am 30. Dezember 1961 in Tillany auf Jamaika geboren.

Johnson verbrachte seine Kindheits- und Jugendjahre in ärmlichen Verhältnissen auf Jamaika. 1976 siedelte er mit seiner Familie in das kanadische Toronto über. Dort startete er seine Läuferkarriere, indem er mit dem Training und mit Wettkampfteilnahmen begann. Der talentierte Leichtathlet entwickelte sich schnell zu einem Läufer der Spitzenklasse in der Welt. Erstmals im Jahr 1980 begegnete er dem amerikanischen Läufer Carl Lewis, der die Laufszene beherrschte.

Fünf Jahre später konnte ihn Johnson erstmals in einem Wettbewerb schlagen. Auch bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Jahr 1987 in Rom trafen die beiden Weltklasse-Sprinter in der 100-Meter-Distanz aufeinander. Bei diesem Rennen war Lewis Ben Johnson unterlegen. Mit einer außerordentlich schnellen Zeit von 9,83 Sekunden gewann Ben Johnson die Goldmedaille und stellte einen neuen Weltrekord auf. Carl Lewis ließ bereits damals den Vorwurf laut werden, Johnson habe verbotene Leistungsförderer, Anabolika eingenommen.

Im Jahr darauf bei den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul standen sich die beiden Läufer in der leichtathletischen Königsdisziplin erneut gegenüber. Auch dieses Mal musste sich Carl Lewis geschlagen geben. Ben Johnson lief noch schneller. Er schaffte die Kurzdistanz in der einmaligen Weltrekordzeit von 9,79 Sekunden. Das Rennen wurde wegen der unerhörten Laufzeit als Jahrhundertrennen bezeichnet. Ben Johnson wurde als schnellster Mann der Welt gefeiert. Doch nicht lange, denn nach dem Rennen wurde Johnson auf Doping getestet und der Befund fiel positiv aus.

Es stellte sich heraus, dass der Leichtathlet über längere Zeit verbotenen anabole Steroide zu sich genommen hatte. Der Fall entwickelte sich zum größten Doping-Skandal in der Sportgeschichte. Bei den anschließenden Untersuchungen zu dem Doping-Fall bestritt Johnson zunächst die bewusste Einnahme von Leistungsförderern. Erst ein Jahr danach gab er zu, schon seit 1981 Anabolika geschluckt zu haben. Als Folge des Falls Johnson wurden die Doping-Regularien und Kontrollen verschärft.

Johnsons Dopingvergehen zog die Aberkennung seiner Goldmedaillen und Weltrekorde nach sich. Er erhielt eine Laufsperre von zwei Jahren für sämtliche Veranstaltungen der International Amateur Athletic Federation (IAAF). Auch die wirtschaftliche Sportförderung wurde ihm gestrichen, und er wurde mit einer Geldstrafe belegt. 1991 feierte der Leichtathlet sein Comeback, konnte aber an die Leistungen in den Vorjahren nicht anschließen. Er schaffte die Qualifizierung für die Olympischen Sommerspiele 1992 in Barcelona, doch schied er schon vor dem Finallauf aus.

Ein Jahr darauf, 1993, wurde Ben Johnson erneut des Dopings überführt. Daraufhin wurde er zu einer lebenslangen Laufsperre verurteilt. 1997 legte der Sportler Revision gegen dieses Urteil ein, doch ein kanadisches Gericht bestätigte die lebenslange Sperre. Johnson fand Arbeit als Trainer. So war er unter anderem für den argentinischen Ex-Fußballstar Diego Maradonna tätig. 1998 wurde er Trainer des Sportclubs Maccabi Tel Aviv in Israel. Immer wieder einmal unternahm Johnson Anstrengungen, in den Wettkampfsport zurückzukehren.

Im Jahr 1988 scheiterte der Leichtathlet an einem kanadischen Berufungsgericht. Im gleichen Jahr stellte er ein Gnadengesuch, das aber auch abgelehnt wurde. 1999 beantragte er wiederholt ein Revisionsverfahren, in dem ebenfalls gegen ihn entschieden wurde. Im selben Jahr fielen Dopingtests bei Johnson positiv aus. Er hatte ein verbotenes Mittel, ein sogenanntes Diuretikum zu sich genommen, dass die Einnahme von Anabolika und anderen Leistungsfördern vertuschen soll. 2003 wurde er in Italien als Konditionstrainer des Fußballvereins AC Perugia tätig.

NameBenjamin Sinclair Johnson

AliasBen Johnson

Geboren am30.12.1961

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortTillany (Jamaika).