Biografie

George Orwell

Der britische Schriftsteller und Journalist zählt zu den bedeutendsten Literaten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein politisch engagierten Essays und Romane begründeten seine Stellung als Weltliterat. Internationale Anerkennung fand George Orwell mit Romanen wie "Der Weg nach Wigan Pier", "Auftauchen um Luft zu holen" oder "Farm der Tiere" aus dem Jahr 1945. Die Antiutopie und Fabel zählt zu seinen zentralen Hinterlassenschaften. Aus der Sicht eines Mikrokosmos schilderte er an Hand von Tieren auf einem Bauerhof satirisch eine einzigartige politische Perspektive. Mit dem abschreckenden Roman "1984" schuf er die Szenerie einer totalitären Gesellschaft der Zukunft, die das nationalsozialistische Hitler-Deutschland und die Sowjetunion unter der Führung von Stalin zum Thema hatte...
George Orwell, eigentlich Eric Arthur Blair, wurde am 25. Januar 1903 in Motihari in Indien geboren.

Im Alter von acht Jahren kam er auf Drängen seiner Eltern in die strenge Eliteschule Eton. Hier schrieb er die ironische Autobiographie "Such, such were the joys". Anschließend erhielt Orwell ein Stipendium im renommierten Eton College und studierte dort von 1917 bis 1922. Nach Abschluss des Studiums ging er 1922 als Offizier nach Burma und diente dort in der "Indian Imperial Police". 1927 legte er aus Protest gegen deren Methoden sein Amt nieder, da er sich gegen den englischen Imperialismus entwickelt hatte. Dieses spiegelte sich auch in seinen ersten Romanen "Burmese Days", "Shooting an Elephant" und "A Hanging" wieder.

Die nächsten Jahre in London und Paris waren von Krankheit und Armut geprägt. Nachdem er Zeiten als Tellerwäscher und Lehrer an Privatschulen hinter sich hatte, gelang es ihm, als freier Schriftsteller zu leben. 1933 veröffentlichte Orwell unter dem Titel "Down an Out in Paris and London" sein Roman-Debüt. Darin schilderte er seine Erfahrungen im hoffnungslosen Milieu im Kreise der Obdachlosen. Das erste Werk mit politischer Prägung erschien 1934 unter dem Titel "Burmese Days", in dem er mit autobiografischer Färbung die britische Kolonialherrschaft in Indien sowie den Imperialismus im Allgemeinen anklagte. 1936 zog George Orwell mit anderen politisch engagierten Schriftstellern, wie Wystan H. Audan oder C. Day Lewis, gleich und schloss sich freiwillig als Soldat der republikanischen Kraft dem Spanischen Bürgerkrieg an.

Ein Jahr danach wurde er schwer verletzt und musste Spanien auf der Flucht vor der kommunistischen Polizei verlassen. Er kehrte nach England zurück. Seine Erfahrungen in Spanien fanden 1938 literarische Verarbeitung in dem Titel "Homage to Catalonia". Dieser spiegelte seine tiefe Enttäuschung über die Haltung der Linken in Spanien und deren stalinistische Ausrichtung wieder. Mit dem Titel "The Road to Wigan Per" nahm er sich 1937 der Schilderung der unmenschlichen Lebensverhältnissen der englischen Bergleute an. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges war er Mitarbeiter der BBC und Chefredakteur der Zeitschrift "Tribune", für die er unzählige Berichte schrieb.

Im Jahr 1945 veröffentlichte Orwell die Antiutopie und Fabel "Animal Farm", die zu seinen wichtigsten Hinterlassenschaften gehört. Aus der Sicht eines Mikrokosmos schilderte Orwell an Hand von Tieren auf einem Bauerhof satirisch eine einzigartige politische Perspektive. Aus der revolutionären Parole der Tiere gegen ihren Bauern "Alle Tiere sind gleich..." erwuchs aus der neuen Schweine-Herrschaft der Zusatz "...Aber einige Tiere sind gleicher als andere". Einen weiteren literarischen Höhepunkt markierte sein Zukunftsroman "Nineteen Eight-four" aus dem Jahre 1946. In seinem Jahrhundertroman über einen totalitären Weltstaat, in dem die Menschen bewusst manipuliert, überwacht wurden und jegliches Aufbegehren abgeblockt wurde, kam sein pessimistisches Geschichtsbild zum Ausdruck.

In Anlehnung an die Sowjet-Herrschaft und Hitler-Deutschland schuf er die kritische Darstellung der totalitären Machtmechanismen. In den folgenden Jahren wurde "1984" zum Inbegriff des Sciencefiction-Romans mit philosophischer Akzeptanz und ungeschwächter Aktualität. "Big Brother is watching you" hat in unserem Medienzeitalter nach wie vor seinen sprichwörtlichen Stellenwert. Zu dieser Zeit war Orwell bereits schwer Lungenkrank. Mit Arbeiten wie "Shooting an Elephant and Other Essays" konnte er an alte Erfolge nicht anknüpfen. Viele seiner Manuskripte vernichtete Orwell zu seinen Lebzeiten. Diese kamen deshalb nie an die Öffentlichkeit.

Georg Orwell starb am 21. Januar 1950 in London an den Folgen der Tuberkulose.

Postum wurde 1955 "Animal Farm" als Zeichentrickfilm verfilmt. Heute zählt die Geschichte zum festen Bestandteil des schulischen Lehrstoffs. "1984" wurde gleich mehrmals verfilmt. Ebenso dienten Werke wie "Coming up for Air" und "Keep the Aspodostra Flying" als Grundlagen populärer Literaturverfilmungen.

1933 - Erledigt in Paris und London / Autobiografie

1934 - Tage in Burma / Roman

1935 - Eine Pfarrerstochter / Roman

1936 - Die Wonnen der Aspidistra / Roman

1937 - Der Weg nach Wigan Pier / Roman

1938 - Mein Katalonien / Kriegsbericht

1939 - Auftauchen um Lft zu holen / Roman

1940 - Im Inneren des Wals / Essays

1941 - Der Löwe und das Einhorn / Kritik

1945 - Die Farm der Tiere / Roman

1946 - Kritische Essays / Essays

1949 - 1984 / Roman

1950 - Einen Elephanten erschießen / Essays

NameEric Arthur Blair

AliasGeorge Orwell

Geboren am25.01.1903

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortMotihari (Indien).

Verstorben am21.01.1950

TodesortLondon (England).