Biografie

Andrei Andrejewitsch Gromyko

Der weißrussische Bauernsohn und promovierte Wirtschaftswissenschaftler stellte von 1957 bis 1985 den Außenminister der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR). Seit 1939 war er im diplomatischen Dienst und Teilnehmer der alliierten Kriegskonferenzen von Teheran (1943) und Potsdam (1945). Als dienstältester Außenminister der Welt manövrierte Andrei Andrejewitsch Gromyko das Sowjetimperium mit hohem diplomatischen Geschick durch die gefährlichsten Untiefen des Kalten Krieges. Von 1985 bis 1988 war er Vorsitzender des Obersten Sowjets (Staatsoberhaupt) der Sowjetunion...
Andrei Andrejewitsch Burmakow wurde am 18. Juli 1909 im weißrussischen Starije Gromyki als Sohn eines Bauern im Zarenreich geboren.

In Anlehnung an sein Heimatdorf nannte er sich Gromyko. Nach der Schule trat Gromyko 1931 in die KPdSU ein, um dann in Minsk Agrarwissenschaften zu studieren. 1936 machte er dort seinen Diplomabschluss. Es folgte ein zweijähriges wirtschaftswissenschaftliches Aufbaustudium und Lehrtätigkeit an der Akademie der Wissenschaften in Moskau. Die abschließende Promotion über die amerikanischen Wirtschaftspolitik wies ihn als anerkannten Experten der USA aus. Mit diesem Ruf trat Gromyko 1939 in den diplomatischen Dienst ein, wo er bald zum Leiter des Ressorts Nordamerika avancierte und als Botschafter nach Washington entsandt wurde.

Während des Zweiten Weltkriegs und unmittelbar nach Kriegsende war Gromyko somit in vorderster Linie an den alliierten Verhandlungen über die Neugestaltung Europas und Deutschlands beteiligt. Von 1946 bis 1948 fungierte Gromyko als Ständiger Vertreter der UdSSR beim Weltsicherheitsrat der UNO, wo er sich durch einen exzessiven Gebrauch des Vetorechts unbeliebt machte. Nach einer Unterbrechung seiner Auslandstätigkeiten, während der er ab 1949 dem sowjetischen Außenminister in Moskau als Stellvertreter zur Seite stand, wurde Gromyko 1952/53 als Botschafter nach London entsandt.

Im Anschluss daran war er nochmals als Stellvertreter des Außenministers tätig, bis er 1957 selbst zu diesem Amt berufen wurde, das er ohne Unterbrechung bis 1985 ausüben sollte. Gromyko wurde indes 1973 Mitglied des Politbüros. Als Außenminister der UdSSR begleitete Gromyko das Sowjetreich in jenen Jahrzehnten durch die brisantesten Krisenmomente des Kalten Krieges: von der Berlin- und Kuba-Krise der frühen Jahre über die sowjetische Intervention in der CSSR (1968), den Vietnam-Konflikt und die Besetzung Afghanistans (ab 1979) bis hin zur Auseinandersetzung über die Stationierung amerikanischer Mittelstreckenraketen (1983).

Im Zuge des mit dem Aufstieg Michail Gorbatschows zur Parteispitze verbundenen personellen Änderungen rückte Gromyko Mitte 1985 zum Staatsoberhaupt der Sowjetunion auf. Als Vorsitzender des Obersten Sowjets trug der Diplomat die nachfolgenden tiefgreifenden Reformen des neuen Parteichefs nur halbherzig mit. Gromyko geriet als Vertreter der alten sowjetischen Politik in Kollision mit den Erfordernissen des Reformkurses. Bereits 1988 wurde er als Staatsoberhaupt durch Gorbatschow selbst abgelöst.

Andrei Andrejewitsch Gromyko starb nur ein Jahr später, am 2. Juli 1989, in Moskau. Der Staatsmann hinterließ seine Ehefrau Lidia Dmitrijewna Grinewitsch und zwei Kinder. Er erhielt ein Staatsbegräbnis in der russischen Hauptstadt.


Die Staats und Parteichefs der UdSSR und der Russischen Föderation

NameAndrei Andrejewitsch Gromyko

AliasAndrei Burmakow

Geboren am18.07.1909

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortStarije Gromyki (RUS).

Verstorben am02.07.1989

TodesortMoskau (UdSSR).