Biografie

Stanislav Gross

Der Elektromechaniker und Jurist war seit der Prager Revolution von 1989 Mitglied der Tschechischen Sozialdemokraten CSSD. Stanislav Gross stieg in den 1990er Jahren zum sozialdemokratischen Fraktionsvorsitzenden im tschechischen Parlament auf und war von 2000 bis 2004 Innenminister. Vom Juli 2004 bis April 2005 amtierte der stellvertretende Parteivorsitzende der CSSD als Ministerpräsident der Tschechischen Republik. Nach seinem Rücktritt von den politischen Ämtern arbeitete Gross in einer Prager Anwaltskanzlei. Größeres Aufsehen erregte er durch Aktienspekulationen, welche ihm innerhalb kurzer Zeit ein größeres Vermögen einbrachten...
Stanislav Gross wurde am 30. Oktober 1969 in Prag (CSSR) geboren.

Nach dem Schulbesuch studierte er von 1984 bis 1988 Verkehrswesen an einer Fachschule in Prag. Im Anschluss daran arbeitete er als Elektromechaniker bei der tschechischen Bahn. Die Liberalisierung der ehemaligen Ostblockländer führte 1989-1993 im Zuge einer friedlichen Revolution und eines graduellen Prozesses auch zur Unabhängigkeit der CSSR, die dann in die beiden unabhängigen Staaten Slowakei und Tschechien auseinander fiel. Gross begann sich noch in den Wirren des Umbruchs politisch zu engagieren. Er trat 1989 der Tschechischen Sozialdemokratischen Partei (CSSD) bei. Für die sozialdemokratische Jugendorganisation stellte Gross von 1990 bis 1994 den Vorsitzenden.

Außerdem war er seit 1990 im Zentralen Exekutivausschuss der CSSD vertreten. Nachdem Gross 1992 als CSSD-Vertreter in den Tschechischen Nationalrat eingezogen war, wurde er 1993 auch Abgeordneter im neuen Parlament der nun eigenständigen Tschechischen Republik, in dem er seither vertreten war. Ab 1994 nahm Gross im Parlament die Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden des Komitees für Verteidigung und Sicherheit wahr. Neben dieser parteipolitischen Betätigung nahm Gross 1993 ein Jura-Studium an der Karlsuniversität in Prag auf, das er 1999 abschloss. Gross stieg 1995 zum Fraktionsvorsitzenden seiner Partei im tschechischen Parlament auf. Hier profilierte er sich zunehmend als Experte für innen- und sicherheitspolitische Angelegenheiten.

Nach den Parlamentswahlen von Mitte 1998, die den CSSD-Parteichef Milos Zeman an die Regierung brachten, berief man Gross zum Vizepräsidenten des Parlaments. Im Frühjahr 2000 wurde Gross als Innenminister in das Kabinett unter Ministerpräsident Zeman berufen. Er trat von seinen Funktionen als Fraktionsvorsitzender und Vizepräsident des Abgeordnetenhauses zurück. Zugleich erhob man ihn zum stellvertretenden Vorsitzenden der CSSD. Als 2001 die Wahl des neuen Parteivorsitzenden anstand, wurde Gross als stellvertretender CSSD-Vorsitzender bestätigt, während Zeman in der Funktion des Parteichefs nun von Vladimir Spidla abgelöst wurde.

Infolge der Parlamentswahlen vom Juni 2002 ging die sozialdemokratische CSSD eine Koalition mit der christdemokratischen KDU-CSL und der liberalen Freiheitsunion (US) unter dem neuen Ministerpräsidenten Vladimir Spidla ein. In der neuen Koalitionsregierung, die nur eine knappe Mehrheit gegenüber den Oppositionsparteien auf sich vereinen konnte, nahm Gross weiterhin die Funktion des Innenministers und zusätzlich das Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten wahr. Nach dem schlechten Ergebnis der tschechischen Regierungsparteien bei der Europawahl vom Juni 2004 brach in Prag eine Regierungskrise aus, in derem Verlauf Ministerpräsident Spidla Anfang Juli zurücktrat.

Noch im Juli 2004 wurde Gross zum neuen Ministerpräsidenten der Tschechischen Republik bestimmt und mit der Regierungsbildung beauftragt. Der jüngste europäische Regierungschef führte die vorangegangene Koalition aus CSSD, KDU-CSL und US fort. Im Februar 2005 geriet der tschechische Regierungschef wegen der so genannten "Luxuswohnungen-Affäre" in die Schlagzeilen. Schließlich sah sich Gross am 25. April 2005 zum Rücktritt gezwungen. Seine Nachfolge im Amt des tschechischen Ministerpräsidenten trat Jiri Paroubek an. Nach seinem Rücktritt von den politischen Ämtern arbeitete Gross in einer Prager Anwaltskanzlei. Aufsehen erregte er durch Aktienspekulationen, welche ihm innerhalb kurzer Zeit ein größeres Vermögen einbrachten.

Gross ist in zweiter Ehe mit Sárka verheiratet und Vater eines Kindes.


Die Europäische Union (EU):
Mitgliedsstaaten und Regierungschefs

NameStanislav Gross

Geboren am30.10.1969

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortPrag (CSSR)