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Jean Gabin, mit bürgerlichem Namen Jean-Alexis Moncorgé, wurde als Sohn eines Schauspielers und einer Sängerin am 17. Mai 1904 in Mériel, Frankreich, geboren.
Gabins Vater spielte kleine Opernrollen und seine Mutter sang in Cafés. Nach Abbruch der Schule schlug sich Gabin sechs Jahre mit Gelegenheitsjobs durch und zog durchs Land. Er arbeitete als Laufbursche, als Eisengießer, als Magazinverwalter und als Mechaniker. Mit 18 Jahren ging er zurück nach Hause, wo er sich nun doch auf das Theater einließ.
Er trat als Statist, später als Sänger und Tänzer in der Revue der "Folies Bergéres" in Paris auf und wurde unter anderem durch seine Imitationen von Maurice Chevalier berühmt. Bald feierte er Erfolge im Moulin Rouge und auf Tournee. 1930 kam Jean Gabin zum Film und etablierte sich bald durch die Darstellung harter und pessimistischer Charaktere.
Jean Gabin hatte in erster Ehe 1927 Gaby Basset geheiratet. 1949 heiratete er Christiane "Dominique" Fournier, mit der er fortan zusammen lebte. Aus der Ehe gingen die drei Kinder Florence (1950), Valérie (1952) und Mathias (1956) hervor.
Gabin gab sein Leinwanddebüt in "Chacun sa chance" (Jedem seine Chance), unter der Regie des Deutschen Hans Steinhoff. Der 1936 gedrehte Film "Les basfonds" (Nachtasyl) war Jean Gabins erste Zusammenarbeit mit Jean Renoir, unter dessen Regie er seine erfolgreichsten Leistungen erbrachte. 1937 folgte "La grande illusion" (Die große Illusion), wo er die Rolle eines Arbeiters, der zum Offizier wird, eindrucksvoll darstellte.
In Renoirs Zola-Verfilmung "La bête humaine" (Bestie Mensch) mimte er dann 1938 einen obsessiven Lokomotivführer, und im selben Jahr in Carnés "Quai des brumes" (Hafen im Nebel) einen zynischen Deserteur. 1939 folgte die Rolle des desillusionierten Mechanikers in "Le jour se lève" (Der Tag bricht an). Während der Besetzung Frankreichs reiste Gabin in die USA.
Im Jahr 1951 wurde Jean Gabin beim Festival in Venedig die "Coppa Volpi" für seine Rolle des blinden Lokomotivführers in "Die Nacht ist mein Reich" verliehen. Drei Jahre danach bekam er die Trophäe ein weiteres Mal, diesmal für seine Rolle als Gangsterboss im Ruhestand in "Wenn es Nacht wird in Paris".
Nach den Werken des poetischen Realismus "Hafen im Nebel" (1938) und "Der Tag bricht an" (1939) sowie der grandiosen Simenon-Verfilmung "Die Marie vom Hafen" (1949) wurde "Die Luft von Paris" aus dem Jahr 1954 die vierte und letzte Zusammenarbeit von Marcel Carné und Gabin. Ab 1957 spielte er den "Kommissar Maigret" in den Verfilmungen der Romane von G. Simenon.
Er war neben Lino Ventura zu einem Publikumsliebling des französischen Films avanciert. Vor allem wurde er aber durch seine Rollen als durchtriebener und gerissener Gangster berühmt, wie in den Kultfilmen "Wenn es Nacht wird in Paris" (1953) neben Lino Ventura und in "Der Clan der Sizilianer" (1969) an der Seite von Alain Delon. In "Ein Affe im Winter" (1962) zog er gemeinsam mit Jean-Paul Belmondo übers Land.
Ein weiterer Preis ehrte Gabin 1959 bei den 12. Internationalen Filmfestspielen in Berlin. Hier wurde er für seine komödiantische Leistung in "Im Kittchen ist kein Zimmer frei" mit einem "Silbernen Bären" geehrt. 1960 wurde Jean Gabin zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. 1976 erhielt Gabin den "Cesar" für sein Lebenswerk. Im selben Jahr glänzte er als Charakterdarsteller in "Zwei scheinheilige Brüder".
Jean Gabin starb auf seinem Landsitz in Neuilly-sur-Seine am 15. November 1976. |
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