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Charles Aznavour wurde am 22. Mai 1924 in Paris als Sohn armenischer Einwanderer geboren.
Hier wuchs er in bürgerlichen Verhältnissen auf und besuchte die Schule. Während der deutschen Besatzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg wurde Aznavour in verschiedenen Berufen tätig. Aznavour blieb in der Hauptstadt und zu Kriegsende verbrachte er einige Zeit im Untergrund. Bereits zu dieser Zeit war seine Leidenschaft zur Musik geweckt. Eine Kollegin von Edith Piaf entdeckte damals sein Talent und förderte ihn fortan. Kurz darauf wurde Piaf selbst auf ihn aufmerksam und für sie und Maurice Chevalier schieb er erste Chansons.
Nach dem Ende der Kriegswirren erhielt Aznavour selbst erste Anstellungen als Sänger und Schauspieler. Weiter gefördert durch Edith Piaf avancierte Aznavour zu einem der populärsten Chansonniers Frankreichs. Sein höfliches Wesen als ehrlicher Charmeur in Kombination mit seiner unverwechselbar melodischen Stimme ließen ihn als "Napoleon des Chansons" zum Star aufsteigen. Erste Kinoerfolge ließen lange auf sich warten. Seine erste kleine Filmrolle aus dem Jahr 1938 fand so gut wie keine Beachtung.
Der Durchbruch gelang ihm ab Ende der 1950er Jahre. 1958 stand er für Georges Franju in "Mit dem Kopf gegen die Wände" vor der Kamera. 1959 folgte Jean Pierre Mockys "Die nach Liebe hungern". Seine erste Glanzrolle als Schauspieler vollzog er als Charlie Kohler in François Truffauts "Schießen sie auf den Pianisten" aus dem Jahr 1959. 1960 folgte der Film "Jenseits des Rheins" sowie Jean Cocteaus "Das Testament des Orpheus". Sein Stück "Du lässt dich geh'n" von 1962 wurde in Deutschland ein Klassiker. 1963 feierte er eine glänzende Premiere an der New Yorker Carnegie Hall.
Sein melodisches Gespür sowie sein Talent, scheinbar Alltägliches und Banales poetisch und bedeutend wirken zu lassen, fasziniert die Menschen bis heute. 1965 stand er für "Ganoven rechnen ab" vor der Kamera. Gemeinsam mit Lino Ventura entstand 1969 "Schüsse aus der Manteltasche". In den 1970er Jahren folgten Filme wie "Die letzten Abenteurer", "Die verrückten Reichen", "Auf der Fährte des Adlers" und 1979 "Die Blechtrommel", der zu seinen erfolgreichsten Arbeiten zählt.
Im den 1980er stand Aznavour für Filme wie "Der Zauberberg", "Das Geld bleibt unter uns" und "Das Geheimnis des Dirigenten" vor der Kamera. "Das Herz einer Mutter" entstand 1994 und "Hinter den Horizonten des Paradieses" 1995. Im Jahr 1997 wurde Aznavour mit einem Ehren-Cesar für sein Lebenswerk als Schauspieler ausgezeichnet. 2002 spielte er in Atom Egoyans eindrucksvollem Drama "Ararat" einen Regisseur, der sich in seinem Film mit dem Völkermord an den Armeniern beschäftigt. Im März 2004 startete Aznavour seine vier Städte umfassende Deutschland-Tournee.
Im Dezember 2008 wurde Aznavour, der auch Vertreter Armeniens bei der UNICEF ist, die armenische Staatsbürgerschaft verliehen. Aznavour zählt damit zu den prominentesten Armeniern weltweit. Er hatte sich vor allem seit dem Erdbeben 1988 in Armenien immer wieder für das Land eingesetzt. |
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