Biografie

Zaha Hadid

Die britische Architektin irakischer Herkunft zählte zu den talentiertesten Planerinnen der Gegenwart. Als erste Frau erhielt sie die bedeutendste Ehrung in der Architektur, den Pritzker-Preis (2004). Zaha Hadid war eine Gestalterin, die am radikalsten mit konventionellen Bauformen brach. Ihre Entwürfe sind Visionen, die in die Zukunft weisen. Ab 2000 hatte sie eine Professur am Institut für Architektur an der Universität für angewandte Kunst in Wien inne, dort leitete sie das studio-hadid-vienna. 2002 nahm sie weiter eine Eero Saarinen Visiting Professorship an der Yale School of Architecture in New Haven (Connecticut) wahr. Zu ihren erfolgreichsten Entwürfen zählen unter anderem die Feuerwache für das Vitra-Werk in Weil am Rhein (1993), die Bergiselschanze bei Innsbruck (2003) und das Zentralgebäude im BMW Werk Leipzig (2004)...

Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
Zaha Hadid wurde am 31. Oktober 1950 als Tochter eines irakischen Topmanagers in Bagdad geboren.

Hadid verbrachte ihre Kinder- und Jugendjahre in europäischen Internaten. An der American University in Beirut begann sie zu studieren. 1972 setzte sie ihr Architekturstudium an der renommierten Architectural Association in London fort. 1977 beendete Hadid ihr Studium. Danach erfüllte sie zahlreiche internationale Lehraufträge und Gastprofessuren und war Leiterin von Meisterklassen. Unter anderem war sie Gastprofessorin in Harvard und an der Columbia University. Noch bevor sie ihr eigenes Büro eröffnete, erregte sie Aufmerksamkeit mit ihren außergewöhnlichen Entwurfskizzen. Sie wurde Mitglied des "Office Metropolitan Architecture". Vielfältige Anregungen holte sich die irakische Meisterin der Baukunst von den Werken des russischen Konstruktivismus, wie zum Beispiel von Kasimir Malewitsch oder El Lissitzki. Dabei imponierte Hadid mit ihren zukunftsweisenden Visionen. So wollte auch Hadid mit ihren Entwürfen die Zukunft der Menschen gestalten. Ihre Bauskizzen weisen dynamische Formen und konformistische 90-Grad-Winkel auf.

Oftmals werden ihre Entwürfe verwechselt mit den Dekonstruktivisten, zu denen sich die Architektin selbst aber nicht zählte. Ihr persönliches Anliegen war die Umsetzung der Theorie in die Baupraxis. Mit ihren Vorstellungen von avantgardistischer Baukunst signalisierte Hadid die Auflösung des Raumes und zugleich eine neuartige Definition seiner realisierten Form. Dadurch wird dem Betroffenen ein neues, unerhörtes Raumerlebnis vermittelt. Trotz aller Neuartigkeiten und Zukunftsträchtigkeit legte die Baukünstlerin Wert auf Funktionalität, die sich ausdrückt in flexiblen, fließenden Raumgliederungen. Sie machen die Räumlichkeiten sowohl für alte als auch neue Nutzungskonzepte geeignet. 1983 verdiente Hadid sich erstmals internationale Meriten für das Projekt "The Peak", einem hängenden Freizeit- und Erholungspark auf einem Hügel in Hongkong. Dazu konnte sie den Wettbewerb gewinnen. Zu ihren außergewöhnlichsten Projekten aus der jüngeren Zeit zählen die zeitgenössischen Zentren für Kunst in Rom und Cincinnati, die "Mind Zone" im Millennium Dome in London und das Science Center in Wolfsburg.

Zu Hadids weiteren Arbeiten zählen unter anderem das Art und Media Zentrum in Düsseldorf (1989), der Ausstellungspavillon für Video Art in Groningen (1990) und das Cardiff Bay Opera House (1994). Im Jahr 1982 wurde sie mit der Architectural Design Gold Medaille für das Design des Londoner Appartements in Eaton Place ausgezeichnet. Darüber hinaus entwarf Hadid Möbel und Inneneinrichtung zu ihren eigenen Projekten. 1992 realisierte sie eine Installation für die Große Utopia Ausstellung im New Yorker Guggenheim Museum sowie weitere Theaterkulissen und Theaterkostüme. Für die Pop-Gruppe "Petshop Boys" gestaltete sie eine Drehbühne. Das Multitalent entwarf Architekturzeichnungen als künstlerisches Werk, die so viel Wert sind wie ein Wohnhaus. In ihrer Frühphase widmete sie sich der Gemälde- und Zeichenkunst. Hadids Werke wurden bereits in Ausstellungen im Guggenheim Museum in New York (1978), in der GA Galerie in Tokio (1985), im Museum of Modern Art in New York (1988), in The Graduate School of Design an der Harvard University und im Waiting Room an der Grand Central Station in New York (1995) präsentiert. Ihre Werke bereichern unter anderem die Bestände des Museums of Modern Art in New York und das Deutsche Architektur Museum in Frankfurt.

Im Jahr 1999 sorgte Hadid zur Landesgartenschau in Weil am Rhein für Furore. Für diese Veranstaltung entwarf sie einen 140 Meter langen Pavillon aus Beton, Holz und Glas. Der Bau steht in einer Kunstlandschaft auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube. In dem badischen Städtchen erbaute die Architektin bereits ein weiteres Gebäude: eine Feuerwache für das Vitra-Werk in Weil am Rhein (1993). Im Januar 2000 erhielt die irakische Architektin Zaha Hadid den ersten Preis und den Bauauftrag für das "Science Center" in Wolfsburg. 2003 entwarf sie die Bergiselschanze bei Innsbruck. 2004 erhielt sie den Pritzker-Preis. Damit ging die weltweit wichtigste Architekturauszeichnung erstmals an eine Frau. Für das Zentralgebäude des BMW-Werkes in Leipzig wurde sie mit dem Deutschen Architekturpreis ausgezeichnet. 2009 erhielt sie den Praemium Imperiale; 2010 wurde Hadid mit dem Stirling-Preis ausgezeichnet. 2015 und 2016 wurde Hadid mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich und der Royal Gold Medal geehrt. Zuletzt lebte und arbeitete sie in London.

Zaha Hadid starb am 31. März 2016 im Miami, USA, an einem Herzinfarkt.



Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
1982:
Gold Medal Architectural Design, British Architecture for 59 Eaton Place, London

1994:
Erich-Schelling-Architekturpreis

2002:
Commander of the British Empire (C.B.E.)

2002:
Österreichischer Staatspreis für Architektur für die Bergiselschanze

2003:
Mies van der Rohe Award for European Architecture für die Straßenbahn-Endhaltestelle und den Parkplatz in Hoenheim bei Straßburg, Frankreich

2004:
Pritzker-Preis

2005:
Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst

2005:
Deutscher Architekturpreis für das Zentralgebäude des BMW-Werkes in Leipzig

2009:
Praemium Imperiale

2010:
Stirling-Preis

NameZaha Hadid

Geboren am31.10.1950

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortBagdad (IRQ).

Verstorben am31.03.2016

TodesortMiami (USA).