Biografie

Wim Duisenberg

Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler stellte von 1998 bis 2003 den ersten Präsidenten der Europäschen Zentralbank. Wim Duisenberg war maßgeblich am Aufbau der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion begleitete, die mit der Einführung des Euro als gemeinsames Zahlungsmittel von 300 Millionen Bürgern zum Jahresbeginn 2002 ihre vorläufige Vollendung erlebte. Duisenberg vollzog eine glänzende Karriere zum Bankmanager und Finanzexperte im niederländischen Finanzwesen. Von 1970 bis 1973 unterrichtete er als Professor für Volkswirtschaft an der Universität von Amsterdam. Im Anschluss daran übte er bis 1977 das Amt des niederländischen Ministers für Finanzen aus. Anschließend wurde er von 1982 bis 1997 Präsident der "Nederlandse Bank"....
Willem Frederik Duisenberg wurde am 9. Juli 1935 im niederländischen Heerenveen geboren, wo er in wohlhabenden Verhältnissen aufwuchs.

Nachdem er 1954 das Abitur abgelegt hatte, absolvierte Duisenberg an der Universität Groningen ein volkswirtschaftliches Studium mit Spezialisierung auf internationale Wirtschaftsbeziehungen, das er 1961 mit dem Diplom abschloss. Im Anschluss daran wurde Duisenberg als wissenschaftlicher Mitarbeiter an seinem Fachbereich tätig, an dem er 1965 mit einer Dissertation über die "Ökonomischen Folgen der Abrüstung" promovierte. 1965 wurde Duisenberg als Mitarbeiter des Internationalen Währungsfonds nach Washington D.C. berufen, wo er bis 1969 tätig war.

Dann bestellte man ihn zum Berater des Verwaltungsrates der niederländischen Staatsbank "Nederlandse Bank". Von 1970 bis 1973 unterrichtete Duisenberg als Professor für Volkswirtschaft an der Universität von Amsterdam. Im Anschluss daran übte er bis 1977 das Amt des niederländischen Ministers für Finanzen aus. Der Finanzpolitiker war bereits 1959 in die "Partij van de Arbeid" (PvdA, Sozialistische Partei der Niederlande) eingetreten, für die er auch 1977/78 als Abgeordneter im Parlament saß. 1978 erfolgte die Ernennung Duisenbergs zum Vorstandsmitglied und Vizepräsidenten der Rabobank.

Dieses Amt begleitete er bis 1981, als er zum Exekutivdirektor der niederländischen Zentralbank erhoben wurde. In seiner Funktion als niederländischer Zentralbankchef verschaffte sich Duisenberg auch europaweite Anerkennung, die er durch seine Mitwirkung am weiteren Ausbau der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion erhöhte. Von 1988 bis 1990 stand Duisenberg auch der Bank für Internationalen Zahlungsaugleich vor. 1994 bis 1997 saß er als niederländischer Vertreter im Internationalen Währungsfonds. Als Präsident des Europäischen Währungsinstituts begleitete Duisenberg dann 1997/98 maßgeblich die Vorbereitungen zur Einführung des Euro.

Am 1. Juni 1998 wurde er gegen den französischen Mitkonkurrenten und Zentralbankchef Frankreichs Jean-Claude Trichet zum ersten Präsidenten der Europäschen Zentralbank (EZB) in Frankfurt/Main gewählt, der allerdings im Interesse Frankreichs von vornherein auf eine Ausschöpfung seiner achtjährigen Amtszeit verzichtete. In der neuen Funktion war Duisenberg als oberster Wächter über die Preisstabilität der europäischen Einheitswährung in starkem Maße gefordert. Insbesondere nach der Inkraftsetzung der gemeinsamen Währung als Zahlungsmittel zum 1. Januar 2002, musste er die Mitgliedsstaaten immer wieder zur Beachtung der Konvergenzkriterien ermahnen.

Hierbei zeigte sich der Zentralbankchef als konsequenter Stabilitätspolitiker und überzeugter Verfechter des Euros. Umgekehrt geriet Duisenberg aufgrund der anfänglichen Schwäche des Euro-Kurses immer wieder in die öffentliche Kritik. Im Februar 2002 gab Duisenberg sein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Amt zu seinem 68. Geburtstag am 9. Juli 2003 bekannt. Im Mai desselben Jahres nahm er den Internationalen Karlspreis entgegen, den die Stadt Aachen für den Euro gestiftet hatte. Wim Duisenberg wurde u.a. zum "Banker of the Year" (1996) und zum "Ritter" der französischen Ehrenlegion (1998) erhoben. Im Sommer 2002 wurde er für seine Verdienste um die europäische Integration mit dem Großkreuz des Bundesverdienstordens geehrt.

Entgegen der zuvor erfolgten Ankündigung befürworteten die EU-Finanzminister im April 2003 eine Verlängerung von Duisenbergs Amtsdauer, um die ordnungsgemäße Bestellung seines französischen Amtsnachfolgers zu ermöglichen. Der niederländische Bankmanager übergab am 29. Oktober 2003 das Amt des Präsidenten der Europäischen Zentralbank an Jean-Claude Trichet . Privat war Duisenberg in zweiter Ehe mit Gretta Nieuwenhuizen verheiratet und Vater von drei Kindern.

Willem Frederik Duisenberg starb am 31. Juli 2005 in Faucon, Südfrankreich. Er ertrank nach einem Herzinfarkt in seinem Pool.


Die Europäische Union (EU):
Mitgliedsstaaten und Regierungschefs

NameWim Duisenberg

Geboren am09.07.1935

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortHeerenveen (NL).

Verstorben am31.07.2005

TodesortFaucon (F).