Biografie

Willy Korf

Der deutsche Unternehmer und Sohn eines Baustoffhändlers übernahm mit 19 Jahren die Leitung des Familienbetriebs, den er während des Wiederaufbaus von den 1950er bis zu den 1980er Jahren zu einem der führenden Baustahlproduzenten im westlichen Nachkriegsdeutschland fortentwickelte. Er verdankte seinen Erfolg einer ständigen technologischen Innovation bei der Produktion von Baustahlmatten, mit der er von Kehl und Baden-Baden nicht nur die deutschen Stahlkonkurrenten an der Ruhr ausstach, sondern nach Europa, die USA, Lateinamerika und Asien expandierte. 1973 wurde Dr. h.c. Willy Korf vom Magazin "Wirtschaftswoche" zum Manager des Jahres gewählt...
Wilhelm Willy Korf wurde am 13. August 1929 als Sohn des Bau- und Landwaren Großhändlers Arthur Korf und dessen Frau Margarethe in Hamm an der Sieg geboren.

Korf legte 1948 in Köln sein Abitur ab. Da sein Vater zuvor, 1946, durch einen Unfall verstorben war, übernahm er ohne Studium die Leitung des Familienbetriebs. Die Geschäfte wurden bis dahin von seinem Onkel Hugo geführt. Im Zeichen des deutschen Wiederaufbaus konnte Korf das Unternehmen in der Nachkriegszeit schnell ausbauen. Er expandierte und fasste im Handel mit Baustoffen, Eisen und Holz rasch Fuß. Seit 1952 vertrieb das Unternehmen auch Baustahlmatten. Korf wechselte 1954 nach Kehl, wo er mit Hilfe staatlicher Subventionen eine Produktionsstätte für Baustahlmatten errichtete.

Im Jahr 1959 gründete er weiter die Fluggesellschaft "Deutsche Taxiflug", mit der er bis 1963 als Pionier erstmals auch die deutschen Seebäder anflog. Das Stahlgeschäft florierte ernorm und wurde 1961 für 20 Millionen DM vom Klöckner-Konzern in Duisburg übernommen. Dies bedeutete jedoch noch nicht das Ende von Korfs Handel mit Baustahlmatten, denn der findige Unternehmer entwickelte sein Produkt weiter. Bald präsentierte er Baustahlmatten auf dem Markt, die mit Plastikgelenken zwischen den einzelnen Stahlstäben ausgestattet waren. Zur unabhängigen Produktion seiner Baustahlmatten errichtete Korf gegen Mitte der 1960er Jahre in Kehl die "Badische Stahlwerke AG", die er dann noch durch ein Betonstahl-Walzwerk ergänzte.

Mit der somit ermöglichten Stahlproduktion am Rhein übertraf der Unternehmer bald die Produktivität der großen Stahlhersteller an der Ruhr. Korf behauptete sich an der Spitze der deutschen Betonstahl-Produktion nicht zuletzt auch dank einer stetigen Modernisierung und Fortentwicklung seiner Produktionsmethoden. Insbesondere erwarb er 1974 die weltweiten Lizenzrechte an dem amerikanischen Midrex-Produktionsverfahren, nachdem er bereits 1969 in die USA expandiert war und dort in Georgetown sein erstes Stahlwerk gegründet hatte. Ebenfalls 1969 wurde Willy Korf Anteilseigner der Ibag Internationale Baumaschinenfabrik AG in Neustadt, über die er sein 1972 in Hamburg errichtetes Stahlwerk leitete und die seit 1971 als Korf-Midland-Ross Holding (KMR) firmierte.

Der Unternehmer expandierte erheblich und baute seine Geschäfte zur so genannten Korf-Gruppe aus, die im internationalen Rahmen mit Standorten in Kehl, Baden-Baden, Hamburg, Düsseldorf und in Frankreich, in den USA und in Kuwait operierte. Im Zuge der Energiekrise und Bauflaute gerieten jedoch auch die Unternehmen der Korf-Gruppe ab 1973 zunehmend in den Sog der internationalen Stahlkrise. Noch im selben Jahr wurde Korf vom Magazin "Wirtschaftswoche" zum Manager des Jahres gewählt. Willy Korf behauptete sich indes auf Rang 35. der größten Stahlproduzenten weltweit. Der Unternehmer wurde 1979, für die stetigen Innovationen innerhalb der Stahlproduktion, mit der Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule Aachen ausgezeichnet.

Im Februar 1981 verunglückte der Aufsichtsratvorsitzende Max Kreifels bei einem Verkehrsunfall tödlich. Das von den Medien als "Dreiergestirn" titulierte Team bestehend aus Korf, Wolfgang Bernhardt und Kreifels verlor damit seinen strategischen Denker. Noch in der ersten Hälfte der 1980er Jahre mussten einige Firmen Korfs Konkurs anmelden. Die Badische Stahlwerke GmbH konnte durch eine Bürgschaft des Landes Baden-Württemberg vom Frühjahr 1983 fortbestehen. Kenner der Szene machten die staatliche Subventionspolitik des Bundes, und der damit verbundenen Markverzerrung, für diese Situation verantwortlich an der Korf nicht partizipierte.

Um die Mitte der 1980er Jahre schied Korf aus der Unternehmensleitung der Korf Holding aus, die durch ein Konkursverfahren abgewickelt wurde. Bereits 1985 formierte er jedoch die übrig gebliebenen Firmen zu einem Neuanfang, den er mit der Korf-Transport GmbH wagte. Die ursprüngliche LKW-Spedition baute Korf bald zu einer auf dem Wasser, auf der Schiene und in der Luft international operierenden Transportgesellschaft aus, die Dependancen in Frankreich, in den USA und in Brasilien vorweisen kann. Daneben baute sich der Unternehmer auch wieder ein Netz kleiner Stahlwerke auf, die mit innovativen Produktionsmethoden rasch expandierten und 1986 unter dem Dach der Korf Lurgi Stahl Engineering GmbH vereint wurden.

Zuletzt koordinierte Willy Korf in seiner Holding Korf AG in Baden-Baden die Geschäftsaktivitäten in der deutschen Stahlbranche.

Willy Korf starb am 21. November 1990 in Innsbruck beim Absturz seines Privatflugzeugs. Er hinterließ seine Frau Brigitte (geb. Kaiser) und die zwei Töchter Astrid und Silvia.

Seine Tochter Astrid Korf Wolman verleiht heute alljährlich in New York den "Willy Korf Steel Vision Award", der zur international renommierten Auszeichnung avancierte.

NameWilly Korf

Geboren am13.08.1929

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortHamm an der Sieg (D).

Verstorben am21.11.1990

TodesortInnsbruck (A).