Biografie

William Turner

Der englische Öl- und Aquarellmaler gilt als der bedeutendste bildende Künstler Englands in der Epoche der Romantik sowie als Entwickler der Stimmungslandschaft. Joseph Mallord William Turner malte in der Hauptsache Landschafts- und Seebilder sowie Historienwerke. Die Werke realisierte der Künstler mit einer außergewöhnlichen Technik, um zu einer differenzierten Farbgebung zu gelangen. In seinem Spätwerk, ab 1830, wandte er sich der Darstellung des Lichtes zu und schuf Bilder mit atmosphärischer Stimmung. Seine Lichtmalerei gab den Impressionisten entscheidende Impulse, galt jedoch in seiner Zeit als unerhört und entsprach nicht dem Zeitgeschmack. Turner war ein sehr produktiver Künstler; als Schlüsselfigur für den Übergang der Malerei zur historischen Moderne, schuf er mehr als 19.000 Zeichnungen und Aquarelle sowie rund 300 Ölgemälde...
Joseph Mallord William Turner wurde am 14. Mai 1775 in London als Sohn eines Friseurs und Perückenmachers geboren.

Turner ließ sich zunächst von dem Aquarellmaler Thomas Malton unterrichten sowie von Paul Sanby und Philippe Jacques de Loutherbourg. Seit dem Jahr 1789 studierte er an der Royal Society in London. Dort stellte er erstmals als Fünfzehnjähriger im Jahr 1790 seine Werke aus. 1802 wurde er als ordentliches Mitglied in die Royal Society aufgenommen. Fünf Jahre später unterrichtete er dort als Professor für Perspektivlehre. In seinem Frühwerk schuf William Turner zunächst Aquarelle und Grafiken von den Landschaften Großbritanniens. Eindrücke dazu sammelte er unter anderem auf einer Reise durch das Land. Turner machte Bekanntschaft mit den Werken der Landschaftsmaler Thomas Girtin und John Robert Cozens. Sie galten ihm als Vorbild in Bezug auf Kreativität und künstlerischer Gestaltung.

Ab dem Jahr 1796 beschäftigte sich Turner mit der Technik der Ölmalerei. Auch hierbei war er auf der Suche nach einem eigenen Stil, wobei er mehrere Phasen durchlief. So folgte er unter anderem der Ausdruckskraft der holländischen Marinemaler wie zum Beispiel Claude Lorrain und Nicolas Poussin. Die Quellen dieser Inspiration verarbeitete er in Werken mit Titel wie "Hannibal überschreitet die Alpen" (1912) oder "Dido erbaut Karthago" (1815). Dabei wandte sich William Turner historischen und mythologischen Motiven zu. Bereits ab dem Jahr 1801 waren Turners Werke, die er in dieser Phase in konventionell akademischer Gestaltung ausführte, anerkannt. Nach Reisen durch Schottland, die Schweiz und durch Frankreich gründete der Künstler im Jahr 1804 eine Galerie, um dort seine Bilder anzubieten. Besonders die Alpenlandschaft beeindruckte ihn so nachhaltig, dass er sie noch nach Jahren seiner Rückkehr malte. In seiner mittleren Arbeitsperiode zwischen den Jahren 1810 und 1835 wandte sich der Künstlern in Auftragsarbeiten für Adlige den Großformaten zu. 

In dieser Zeit arbeitete er auch an Radierungen für Bücher. So entstand in der Zeit von 1807 bis 1819 die Reihe von Landschaftsansichten in dem Werk "Liber Studiorum". In den beiden Jahren 1819 und 1820 unternahm Turner eine Reise nach Italien, die ihn nach Rom, Neapel und Venedig führte. Dort betrieb er Lichtstudien, die er in der Aquarell- und Ölmalerei verwertete. Es entstanden Werke mit einer ausgefeilten Technik in der Farbgebung. Dabei gelang dem Maler eine außerordentliche Differenzierung in der Farbigkeit. In den Jahren 1828 und 1840 machte er abermals eine Italienreise, wobei es ihn besonders nach Rom und Venedig zog. Die Impressionen von der Lagunenstadt Venedig hielt er in zahlreichen Aquarellen fest. In seinen Darstellungen fing er weniger die Stadt ein, sondern legte den Schwerpunkt auf die besondere Atmosphäre. Damit löste er sich von seinem realistischen Stil. Diese Neuerung als Abwendung von der gegenständlichen Malweise fand nicht sofort den gewünschten Anklang in der Öffentlichkeit.

Sein Spätwerk, das gilt für Arbeiten ab dem Jahr 1830, umfasst Arbeiten mit Licht und atmosphärischer Stimmung durch Nebel oder Sturm. In dieser Phase entstanden Bildnisse wie "Die letzte Fahrt der Téméraire" (1839) oder "Schneesturm auf dem Meer", die zu Berühmtheit gelangten. Unter diesen Werken befindet sich auch die erste Darstellung der Eisenbahn überhaupt mit dem Titel "Dampf und Geschwindigkeit" aus dem Jahr 1844. Weiterhin fallen in diese Zeit zahlreiche Perspektiven vom Wohnsitz seines Freundes und Gönners Lord Egremont aus Petworth. William Turner lebte ab dem Jahr 1829 längere Zeit in seinem Haus. Turners Lichtmalerei galt in seiner Zeit als unerhört und entsprach nicht dem Zeitgeschmack.

Sein Spätwerk stieß auf Kritik. Die kunsttheoretische Abhandlung "Modern Painters" des englischen Malers, Zeichners, Schriftstellers, Kunstkritikers und Sozialphilosophen John Ruskin aus dem Jahr 1843 verhalf dem Altstil von Turner zur öffentlichen Akzeptanz. Im ersten Teil dieser Arbeit sprach sich Ruskin für die zeitgenössische Malerei von Turner aus. Impressionisten wie die französischen Maler Claude Monet oder Camille Pissarro ließen sich später von Turners Lichtdarstellungen inspirieren.

Turner war ein sehr produktiver Künstler. Er schuf mehr als 19.000 Zeichnungen und Aquarelle sowie rund 300 Ölgemälde. Sie sind heute untergebracht in der National Gallery, der Tate Gallery und im British Museum in London.

William Turner starb am 19. Dezember 1851 in Chelsea.

NameWilliam Turner

Geboren am14.05.1775

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortLondon (GB).

Verstorben am19.12.1851

TodesortChelsea (GB).