Biografie

William Kentridge

Der südafrikanische Künstler avancierte zu einem der weltweit führenden Theaterregisseure und Filmemacher. Mit seinen Filmen, Zeichnungen, Skulpturen, Animationen und Performances verwandelte William Kentridge ernüchternde politische Ereignisse in starke poetische Allegorien. In seinem Werk beschäftigte er sich intensiv mit dem Sehen. Er thematisierte die Natur der menschlichen Gefühle und Erinnerungen. Zur kulturellen Identität hatte er sich immer wieder mit der Geschichte und Politik Südafrikas auseinandergesetzt. Es geht ihm um die Verbrechen an den Menschen, die Sehnsucht nach Freiheit, den Missbrauch von Macht und das Verhalten von Opfern und Tätern. Die Technik seiner melancholischen und oftmals bizarren Filme, welche er mit einer 35mm-Kamera festhält, nennt Kentridge selbst "Drawings for Projection"...
William Kentridge wurde am 28. April 1955 als Sohn jüdischer Einwanderer in Johannesburg, Südafrika, geboren.

Aufgewachsen ist er in wohlhabenden Verhältnissen als Sohn eines Juristen. Als Anwalt vertrat der Vater die Rechte von Schwarzen in Apartheid-Prozessen. Seine Erfahrungen zwischen beiden Welten waren für seine Persönlichkeit prägend. Nach Abschluss der High-School studierte er von 1973 bis 1976 an der University of the Witwatersrand in Johannesburg Politik und Afrikanistik. Zugleich fand er seine Leidenschaft für Kunst und Theater. Von 1976 bis 1978 studierte er Kunst an der Johannesburg Art Foundation. Nach Abschluss seines Studiums ließ er sich von 1981 bis 1982 an der École Internationale de Théâtre Jacques Lecoq, in Paris zum Pantomime ausbilden.

In den 1980er Jahren sammelte er weiter Erfahrungen als Schauspieler, Designer und Regisseur. Als Theaterregisseur ergab sich die Zusammenarbeit mit der Handspring Puppet Company. Seine Inszenierungen, die auf literarische Vorlagen zurückgreifen, übertrug er in einen neuen südafrikanischen Kontext. In Stücken wie "Woyzeck on the Highveld" (1992) und "Ubu and the Truth Commission" (1997) spielten Schauspieler und Holz-Puppen vor dem Hintergrund animierter Filme. Anschließende Tourneen machten die Stücke weltweit bekannt. Seinen Durchbruch markierte 1995 die Johannesburg Biennale. 1998 wurde er für den Hugo Boss Prize nominiert. In den Jahren 1993 und 2005 nahm er mit Animationsfilmen an der Biennale Venedig teil. Bald fand Kentridge durch seine Animationsfilme auch internationale Anerkennung.

Es folgten Ausstellungen im Metropolitan Museum of Art, New York (2004), dem Moderna Museet, Stockholm (2007), dem Philadelphia Museum of Art (2008) und dem San Francisco Museum of Modern Art (2009). Mit Beiträgen war er indes an der Prospect.1 New Orleans (2008), der Sydney Biennale (1996, 2008) sowie der documenta (1997, 2002) beteiligt. 2003 wurde er mit dem Kaiserring der Stadt Goslar ausgezeichnet; 2008 erhielt er den Oskar-Kokoschka-Preis. In seinem Werk beschäftigt er sich intensiv mit dem Sehen. Er thematisiert die Natur der menschlichen Gefühle und Erinnerungen. Dabei geht es ihm um die Verbrechen an den Menschen, die Sehnsucht nach Freiheit, den Missbrauch von Macht und das Verhalten von Opfern und Tätern.

Mit seinen Filmen, Zeichnungen, Skulpturen, Animationen und Performances verwandelte Kentridge ernüchternde politische Ereignisse in starke poetische Allegorien. Zur kulturellen Identität hatte er sich immer wieder mit der Geschichte und Politik Südafrikas auseinandergesetzt. In den melancholischen und oftmals bizarren Werken verarbeitet er die Verbrechen des Apartheid-Regimes immer wieder als Versatzstücke auf. Seine Filme kreisen indes um das Thema der kollektiven Erinnerung; der persönlichen Verantwortung verbunden mit den Spuren individueller Erfahrungen. Die Technik seiner vier bis acht Minuten langen Streifen, welche er mit einer 35mm-Kamera festhält, nennt William Kentridge selbst "Drawings for Projection". Dabei werden Kohle- und Pastellkreidezeichnungen in ihrem Entstehungs- und Entwicklungsprozess gefilmt.

In Vereinfachung arbeitet Kentridge nur mit dem Zeichenstift und dem Radiergummi. Durch stetiges Ausradieren und Neuzeichnen entwickelt er die Geschichte; die Spuren der wiederholten Eingriffe bleiben sichtbar und werden zum konstitutiven Bestandteil der Handlung. Von 2005 bis 2007 hatte er die erste Max-Beckmann-Stiftungsprofessur in Frankfurt inne. Unter dem Ausstellungstitel "William Kentridge: 5 Themes" zeigt er 2010 im Museum of Modern Art, New York, 120 Arbeiten. Parallel inszenierte er für die Metropolitan Opera die Oper "Dmitri Shostakovichs" (Die Nase), welche in New York Premiere feierte.

NameWilliam Kentridge

Geboren am28.04.1955

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortJohannesburg (ZA).