Biografie

Johannes Kepler

Der deutsche Naturphilosoph, Mathematiker, Astronom, Astrologe, Optiker und evangelische Theologe entdeckte die Gesetze der Planetenbewegung, die nach ihm "Keplersche Gesetze" genannt werden. Wie auch sein italienischer Fachkollege Galileo Galilei entwickelte der württembergische Johannes Kepler das von Nikolaus Kopernikus begründete heliozentrische Weltbild weiter. Kepler ging von dem Gedanken ab, das kopernikanische System sei lediglich ein hypothetisches Modell zur einfacheren Berechnung der Planetenpositionen. Das heliozentrische Weltbild als eine physikalische Tatsache zu sehen, stieß nicht nur bei der katholischen Kirche, sondern auch bei seinen protestantischen Vorgesetzten auf erbitterten Widerstand. Denn auf beiden Seiten galten die Lehren von Aristoteles und Ptolemäus als unantastbar...

Erfinder, Entdecker, Erleuchtete
Johannes Kepler wurde am 27. Dezember 1571 im württembergischen Weil (heute: Weil der Stadt) geboren.

Als Frühgeburt wurde er immer als schwaches und krankes Kind bezeichnet. Im Zeitraum von seiner Geburt befand sich die Familie im wirtschaftlichen Niedergang. Sein Vater verdiente einen unsicheren Lebensunterhalt als Händler und verließ die Familie, als Johannes fünf Jahre alt war. Seine Mutter Katharina, eine Gastwirtstochter, war eine Kräuterfrau und wurde später der Hexerei angeklagt. Aus jenen ärmlichen Verhältnissen stammend erhielt er nach dem Besuch der Lateinschule in Leonberg ein Stipendium für ein evangelisches Theologiestudium, für das er 1584 die Klosterschule in Adelberg, 1586 die analoge Einrichtung in Maulbronn besuchte und sich 1589 schließlich an der Universität Tübingen einschrieb.

Als prägendes Element der dortigen Studien stellte sich später seine Auseinandersetzung mit dem kopernikanischen Weltbild heraus. 1594 wechselte Kepler nach Graz, wo er als Lehrer für Mathematik und Moral sowie als Mathematiker der Regierung tätig wurde. Seine astrologischen Prognosen für das Jahr 1594 bescherten ihm ein erstes Ansehen, da der vorausgesagte kalte Winter und der prognostizierte Türkenangriff wirklich eintrafen. Im Zuge der Gegenreformation musste Kepler 1600 Graz verlassen. Er ließ sich in Prag nieder, wo er zunächst als Assistent des dänischen Astronomen Tycho Brahe (1546-1601) tätig war, um diesem 1601 als kaiserlicher Mathematiker nachzufolgen. In Auseinandersetzung mit dem kopernikanischen Weltbild ergänzte er die Theorie von Nikolaus Kopernikus um die Annahme einer Ellipsenbahn, auf der sich die Planeten um die Sonne bewegen.

Im Jahr 1609 veröffentlichte er als Ergebniss seiner Ellipsentheorie das erste und zweite Keplersche Gesetz der Planetenbewegung. Nach dem Studium der Daten zur Umlaufbahn des Mars entdeckte er am 15. Mai 1618 das dritte der nach ihm benannten Gesetze, welches er in dem im Jahr 1619 beschriebenen Werk "Harmonices Mundi libri V" (Weltharmonik, wörtlich "Fünf Bücher zur Harmonik der Welt") erläuterte. 1621 bereicherte er die kopernikanische Lehre durch die These, dass eine von der Sonne ausgehende Kraft die Planetenbewegung verursache. Seine mathematischen und astronomischen Überlegungen beeinflussten die weitere Entwicklung der Physik nachhaltig. Eine bedeutende Wendung in der naturwissenschaftlichen Erkenntnislehre der Neuzeit bedeutete die konsequente Handhabung seiner Forschungsergebnisse.

Kepler wertete die aus wissenschaftlicher Beobachtung und Erfahrung gewonnenen Erkenntnisse höher als ihnen widersprechende Aussagen der kirchlichen und weltlichen Autoritäten. Zu diesen geriet er daher zunehmend in Konflikt, weshalb Kepler 1611 nach Linz auswich, wo er als Mathematiker arbeitete. 1615 entwickelte er die Keplersche Fassregel, die seinen wichtigsten Beitrag zur Mathematik darstellte und mit der er Flächen und Volumen mit Hilfe von Indivisibilien berechnete. Der Umgang mit dem Unendlichen hat maßgeblich zur späteren Infinitesimalrechnung beigetragen. Zwischen 1618 und 1621 verfasste er "Epitome Astronomiae Copernicae" (Abriss der kopernikanischen Astronomie), das Keplers Entdeckungen in einem Band zusammenfasste. Es wurde das erste Lehrbuch des heliozentrischen Weltbildes.

Im Jahr 1626 zwang ihn die Gegenreformation auch zum Verlassen von Linz. Nach mehreren Reisen publizierte er 1627 die "Rudolfinischen Tafeln", die bis ins 19. Jahrhundert hinein als Grundlage für astronomische Berechnungen dienten. Ein Jahr später ließ sich Kepler in Sagan (Schlesien) nieder, wo er für den örtlichen Fürsten Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein (1583-1634) als Mathematiker tätig war. Mit seiner Einführung in das Rechnen mit Logarithmen trug er zur Verbreitung dieser neuen Rechenart in Deutschland bei. Auch machte Kepler die Optik zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung und half, die mit dem Teleskop gemachten Entdeckungen seines Zeitgenossen Galileo Galilei zu beweisen.

Johannes Kepler starb am 15. November 1630 auf einer Reise nach Linz in Regensburg.


Erfinder, Entdecker, Erleuchtete

NameJohannes Kepler

Geboren am27.12.1571

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortWeil der Stadt (D).

Verstorben am15.11.1630

TodesortRegensburg (D).