Biografie

William James

Der US-amerikanische Philosoph und Psychologe war Mitbegründer und zugleich einer der bedeutendsten Repräsentanten der Philosophie des Pragmatismus. William James entwickelte die pragmatischen Theorien von Charles Sanders Pierce weiter. Als Professor an der renommierten Harvard University (1876-1907) erwarb er sich einen Ruf von internationalem Rang. Er lehrte unter anderem Physiologie und Anatomie. Außerdem betätigte er sich auf dem Feld der Erforschung von parapsychologischen Phänomenen. James trat ein für eine Auffassung von der Wahrnehmung als alleinige überzeugende Quelle der menschlichen Erkenntnis. Mit seinen Theorien prägte er nachhaltig die funktionalistische Psychologie in Nordamerika...
William James wurde am 11. Januar 1842 in New York geboren.

In wohlhabenden Verhältnissen aufgewachsen, besuchte er zwischen 1847 und 1860 zahlreiche öffentliche und private Schulen in Europa. 1858 kehrte die Familie nach Newport in die USA zurück. James studierte 1860/61 zunächst Malerei. Dieses Studium brach er aber nach kurzer Zeit ab, um im Winter 1861 an der Lawrence Scientific School in Harvard mit dem Studium der Chemie zu beginnen. In dieser Zeit lernte er den jungen Charles S. Peirce kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. James wechselte dann wiederholt die Fachrichtung und begann ab 1864 Medizin zu studieren. Vor dem Abschluss begleitete er den Geologen Louis Agassiz auf eine Expedition an den Amazonas, nach Brasilien.

Einige krankheitsbedingte Aufenthalte in diversen deutschen Heilbädern, er litt sein Leben lang an chronischen Rücken- und Augenleiden, Schlafstörungen und Depressionen, verschaffen ihm die Gelegenheit im Jahr 1867 in Berlin Vorlesungen zur Physiologie und Psychologie zu besuchen. Nach seiner Rückkehr aus Deutschland schloss James 1869 sein Studium der Medizin erfolgreich mit dem M.D. (Doctor of Medicine) ab. Ab 1872 arbeitete William James als Dozent an der Harvard University. Von 1873 bis 1876 lehrte er Anatomie und Physiologie. 1875 gab er die ersten Lehrveranstaltungen über experimentelle Psychologie. 1876 wurde er zum Professor für Psychologie ernannt und erhielt zugleich den Titel eines Assistenzprofessors für Philosophie. Ab 1885 wechselte er, auf eigenen Wunsch, vollständig zur Philosophie. 1907 verließ er Harvard.

Danach lehrte er an der Columbia University. Der Wissenschaftler eröffnete das erste Universitätsinstitut der USA im Fachbereich Psychologie. Mit seinen Theorien prägte er nachhaltig die funktionalistische Psychologie in Nordamerika. 1890 veröffentlichte er sein erstes Psychologie-Werk mit dem Titel "Principles of Psychology". Darin begründet er seinen Ansatz vom kontinuierlichen Fluss der Bewusstseinszustände, der wiederum ein wichtiger Wegbereiter für die Prinzipien der Gestaltpsychologie beziehungsweise des Behaviorismus war. William James lehnte dagegen die Vorstellungen der Elementenpsychologie ab. Später legte er seinen Schwerpunkt auf das Fachgebiet der Philosophie, in der er eine ausgeprägte empiristische Methode vertrat. In seiner im Jahr 1897 erschienen Schrift "The Will to Believe" befasst sich James mit dem Empirismus-Thema.

Weiterhin schrieb er das Werk mit dem Titel "Essays in radical Empirisme", das nach seinem Tod im Jahr 1912 veröffentlicht wurde. James trat für eine Auffassung von der Wahrnehmung als alleinige überzeugende Quelle der menschlichen Erkenntnis ein. In der Religionsphilosophie vertrat er die Auffassung von der Allbeseelung, die für ihn personalisiert war. Zu diesem Thema entstand das Werk mit dem Titel "The Varities of Religious Experience" (1902). 1907 wurde auch sein Titel "Pragmatisme: A New Name for Old Ways of Thinking" publiziert. Darin erschien eine Vorlesungsreihe, in er sich mit dem Pragmatismus von Charles Sanders Pierce auseinandersetzt und den er verallgemeinert. Er verwendete ihn als Grundlage zur Bewertung von Erfahrungen. James verband das soziale-, religiöse- oder wissenschaftliche Denken als ordnendes Denken mit dem Nutzen, um daraus den Wertmaßstab des Denkens zu erkennen.

Die wissenschaftlichen Grundbegriffe lassen sich an der Wahrheit ihrer Hypothesen messen. Demnach sind hypothetische Sätze in der Wissenschaft nur dann wahr, wenn ihre Behauptungen eintreffen. Für ihn galt: Wahrheit ist gleich Nützlichkeit. James schätzte die meisten metaphysischen Sätze lediglich als Anreger von Denkprozessen ein. In seinem Pragmatismus vermied er die Frage nach den letzten Dingen, nach Kategorien oder Prinzipien, sondern schaute auf die letzten Dinge. Die individuelle Erfahrung setzte er als Maßstab, der freie Wille war für ihn unbedingt normbildend. Produkte des Bewusstseins waren für ihn die den Menschen umgebenden Dinge. 1909 erschien sein Titel "A pluralistic universe", in dem er seine Auffassung von einer mehr-perspektivischen Ansicht über die Welt erläuterte und zugleich den Monismus ablehnte.

Für James war die Welt nicht nur aus einem Prinzip erklärbar, sondern aus zahlreichen Prinzipien. Mit dieser Theorie beeinflusste James beispielsweise den italienischen Autor Umberto Eco in seiner Idee vom offenen Kunstwerk. Auch Nelson Goodman orientierte sich in seiner Theorie von der Vielgestaltigkeit an James Auffassung. In seinem Dynamismus erklärte er das Bestehen der Welt aus einem ständigen Fluss im Gegensatz zu einem statischen Bestand.

William James Bruder war der bekannte Schriftsteller Henry James, der sich in seinem Werk mit dem psychologischen Realismus beschäftigte.

William James starb am 26. August 1910 in Chocorua im US-amerikanischen Bundesstaat New Hampshire.

NameWilliam James

Geboren am11.01.1842

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortNew York, (USA).

Verstorben am26.08.1910

TodesortChocorua, New Hampshire (USA).

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