Biografie

Wilhelm von Finck

Der hessische Kaufmannssohn und gelernte Bankier machte inmitten der Hochindustrialisierungsphase des Deutschen Kaiserreichs Karriere im Bankwesen. Wilhelm von Finck betrieb ein eigenes Bankhaus in München und war gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mitbegründer der "Allianz-Versicherungsgesellschaft" in Berlin, derem Aufsichtsrat er zeitlebens vorstand. Finck wurde 1905 zum Reichsrat ernannt und damit in den bayerischen Adelsstand erhoben...

Menschen und Marken
Wilhelm Peter von Finck wurde am 6. Februar 1848 im hessischen Vilbel geboren.

Sein Vater, Wilhelm Finck, war als Kaufmann tätig. Nach der Schule wechselte Finck 1862 nach Frankfurt/Main, um dort eine dreijährige Banklehre zu absolvieren. Im Anschluss an die Ausbildung begann Finck dort zunächst für das Bankhaus Phil. N. Schmidt zu arbeiten. Finck wechselte dann nach London, um dort 1869 für ein Importunternehmen der Farbwarenbranche tätig zu werden.

Im Jahr 1870 konnte er nach Deutschland zurückkehren, um als Prokurist in das Bankhaus Merck, Christian & Co. in München einzusteigen. Das Unternehmen war als Kommanditniederlassung der Darmstädter Bank für Handel und Industrie neu gegründet worden. 1871 stieg Finck als Teilhaber in das Bankhaus ein. Die Bank firmierte 1879, infolge des Eintritts von Fincks Bruder, August Finck, in das Unternehmen, als "Merck, Finck & Co".

Ab 1897 führten die Gebrüder Finck das Bankhaus als Alleininhaber weiter, nachdem die Kommanditbeziehungen zum Darmstädter Mutterhaus gelöst worden waren. Nach dem Tod August Fincks 1903 stieg die Schwester Marie als Teilhaberin mit ein. Neben der Tätigkeit für das eigene Bankunternehmen entfaltete Finck eine rege Gründertätigkeit auch für andere Unternehmen vornehmlich in der Versicherungsbranche und im Eisenbahnbau.

So war Finck 1880 Mitbegründer der "Münchener Rückversicherungsgesellschaft", deren Aufsichtsratsvorsitzenden er stellte. An der Gründung des Versicherungsunternehmens war u.a. auch Karl von Thieme beteiligt, der zu dessen Generaldirektor avancierte. Ein Jahrzehnt später, 1890, riefen u.a. Finck und Thieme in Berlin die "Allianz Versicherungsgesellschaft" ins Leben. Finck wurde auch zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Allianz ernannt und verblieb bis zu seinem Tod in dieser Funktion.

Finck trug weiterhin zum Ausbau des Eisenbahnnetzes und der Wasserkraftwerke im Deutschen Kaiserreich bei, das sich in der Hochphase der Industrialisierung befand. Er beteiligte sich an der Saalbahn AG, Jena, die er erfolgreich sanierte. Auch trug er zur Gründung der Isarwerke GmbH, München, bei, einem Pionierunternehmen im Bereich der Wasserkraftwerke in Deutschland. Der Bankier war auch an der Münchener Trambahngesellschaft und einigen Brauerei-Unternehmen beteiligt.

Finck wurde 1905 zum Reichsrat ernannt und damit in den bayerischen Adelsstand erhoben.

Finck starb am 8. April 1924 in München. Er hinterließ seine Frau Marie, mit der er seit 1886 verheiratet war und vier Kinder hatte.

Sohn August von Finck (1898-1980), der die Leitung des Bankhauses Merck, Finck & Co. beim Tod des Vaters übernahm, sollte als NSDAP-Mitglied im nationalsozialistischen Deutschland von der "Arisierung" jüdischer Bankhäuser profitieren.


Menschen und Marken

NameWilhelm von Finck

Geboren am06.02.1848

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortVilbel, Hessen (D).

Verstorben am08.04.1924

TodesortMünchen (D).

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