Biografie

Wilhelm Raabe

NameWilhelm Raabe

Geboren am08.09.1831

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortBraunschweig (D).

Verstorben am15.11.1910

TodesortBraunschweig (D).

Wilhelm Raabe

Der deutsche Schriftsteller und Erzähler war der bedeutendste Vertreter des poetischen Realismus im Deutschland des 19. Jahrhunderts. Besonders bekannt wurde er für seine gesellschaftskritischen Novellen und Romane. Mit seinem Frühwerk "Chronik der Sperlingsgasse" (1856) und dem späteren Titel "Hungerpastor" (1864) hatte er seinen größten literarischen Erfolg. Mit zunehmender kritischer Haltung in seinen Werken nahm deren Rezeption ab. In seinen Erzählungen stand Wilhelm Raabe den Folgen der Industrialisierung und dem Spießbürgertum kritisch gegenüber. Raabes Protagonisten sind Außenseiter und Sonderlinge und kontrastieren die kritisierte Bürgergesellschaft...
Wilhelm Raabe wurde am 8. September 1831 als Sohn eines Juristen in der Nähe von Braunschweig in Eschershausen geboren.

Raabe war zunächst Schüler auf dem Gymnasium in Holzminden. 1845 starb der Vater und die Familie siedelte um. Raabe besuchte dann das Gymnasium in Wolffenbüttel, doch brach er im Jahr 1849 den weiteren Schulweg ab. Er absolvierte bis zum Jahr 1853 eine Lehre als Buchhändler in Magdeburg. Den Abitursabschluss nachzuholen, blieb erfolglos. Anschließend ließ sich Raabe in Berlin nieder. Dort hörte er von 1854 bis 1856 als Gast an der Universität Vorlesungen. In dieser Zeit, 1856, entstand sein erster Roman mit dem Titel "Die Chronik der Sperlingsgasse". Raabe verließ Berlin und zog nach Wolffenbüttel. Dort lebte er in der Zeit von 1856 bis 1862 als Berufsschriftsteller.

Von dort siedelte er nach Stuttgart über, das er im Jahr 1870 wegen seiner politischen Vorstellungen wieder verließ. Ab dieser Zeit lebte er in Braunschweig. In seiner Stuttgarter Zeit gehörte er zu den Mitbegründern der "Deutschen Partei", die ein nationalliberales Programm vertrat. Zu ihrem Ziel gehörte die Einigung Deutschlands unter der Federführung von Preußen. Wilhelm Raabes Werke erschienen größtenteils als Fortsetzungsstücke in der Öffentlichkeit. Publikationsorganen waren zumeist Zeitschriften, die sich an Familien wendeten. Bereits sein Erstlingsroman "Die Chronik der Sperlingsgasse" (1856) bescherte ihm den größten schriftstellerischen Erfolg. Der Titel steht in der Tradition des deutschen Bildungsromans. Mit dem dreibändigen Stück "Der Hungerpastor" aus dem Jahr 1864 konnte er daran anschließen.

Formulierte er seine frühen Stücke noch in einem eher beschaulich-idyllischen Ton, so nahmen seiner weiteren Stücke eine immer stärkere sozial- und gesellschaftskritische Haltung ein, so wie beispielsweise in "Abu Telfan oder Die Heimkehr vom Mondgebirge" (1868) oder "Der Schüdderump" (1870). Dabei ließen aber auch die Leserzahlen merklich nach. Seine kritische Haltung in den Roman- und Erzählwerken betrifft unter anderem die problematischen Folgen der Industrialisierung, Spießbürgertum oder die materialistische Einstellung. Raabes Figuren stammen nicht mehr aus der Bürgerschicht, sondern sind Außenseiter und Sonderlinge. Sie stehen in ihren unangepassten Rollen als Kontrast zur bürgerlichen Welt und entlarven das philiströse Verhalten. In dem Werk "Zum wilden Mann" (1874) legte Raabe seine Gegenhaltung zum Materialismus dar.

In den beiden Stücken "Pfisters Mühle" (1884) und "Im alten Eisen" (1887) kam seine ablehnende Haltung gegenüber den Folgen der frühen Industrialisierung zum Ausdruck, mit der er an den Idealismus von Ludwig Feuerbach und Georg Wilhelm Friedrich Hegel anknüpfte. Viele Texte von Wilhelm Raabe basieren auf historischen Stoffen. Oftmals dehnte der Schriftsteller seine Werke im Umfang aus Honorargründen aus. Vielfach folgen Raabes Werke nicht den historischen Gegebenheiten, sondern werden in der subjektiven Perspektive gebrochen zu einer kritischen Haltung, die die Realität schildern. Raabe verwendete in seiner Erzählstruktur groteske und irrationale Elemente wie zum Beispiel den Traum und erreichte somit eine gewisse Verfremdung. Zu seinen literarischen Vorbildern zählten unter anderem die englischen Erzähler Charles Dickens oder William Makepeace Thackeray.

Anfang der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts setzte eine Renaissance in der Rezeption Raabe`scher Frühwerke ein. Im Alter konnte der Dichter zahlreiche Ehrungen entgegennehmen. So überreichten ihm unter anderem die Universitäten in Göttingen und Tübingen die Ehrendoktorwürde. 1891 erschien der Titel "Stopfkuchen. Eine See- und Mordgeschichte", die Raabe meisterhaft mit humoristischen Elementen ausstattete. 1899 entstand sein letzter Roman mit dem Titel "Hastenbeck". Zu seinen weiteren Werken zählen unter anderem "Unsers Herrgotts Canzlei" (1862), "Die Leute aus dem Walde" (1863), "Drei Federn" (1865), "Der Regenbogen. Sieben Erzählungen" (1869), "Der Däumling" (1872), "Horacker" (1876), "Krähenfelder Geschichten" (1879), "Wunnigel" (1879), "Alte Nester" (1880), "Unruhige Gäste" (1886), "Im alten Eisen" (1887), "Das Odfeld" (1889), "Die Akten des Vogelsangs" (1896) oder "Altershausen" (posthum erschienen 1911).

Wilhelm Rabe starb am 15. November 1910 in Braunschweig.

NameWilhelm Raabe

Geboren am08.09.1831

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortBraunschweig (D).

Verstorben am15.11.1910

TodesortBraunschweig (D).

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