Biografie

Wilhelm Ludwig Wekhrlin

NameWilhelm Ludwig Wekhrlin

Geboren am07.07.1739

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortBotnang (D).

Verstorben am24.11.1792

TodesortAnsbach (D).

Wilhelm Ludwig Wekhrlin

Der deutsche Schriftsteller gilt als einer der kämpferischsten und engagiertesten unter den Publizisten der Aufklärung. Als einer der ersten Vollzeitjournalisten in Deutschland lebte Wilhelm Ludwig Wekhrlin ausschließlich vom Ertrag seiner Publikationen. Im Vordergrund seines publizistischen Schaffens steht der Kampf um bürgerliche Gleichheit, Meinungsfreiheit, Toleranz und soziale Gerechtigkeit. Wekhrlin befürwortete einen Journalismus, der sich an das breite Publikum statt nur an Akademiker richtete. In seinen Veröffentlichungen deckte er Justizskandale auf und forderte Pressefreiheit. Er setzte sich für politische und wirtschaftliche Fortschritte ein. Seine journalistisch-intellektuelle Streitkultur brachte ihm etliche Ausweisungen und eine jahrelange Gefangennahme ein...
Wilhelm Ludwig Wekhrlin, eigentlich Wilhelm Ludwig Weckherlin, wurde am 7. Juli 1739 in Botnang bei Stuttgart als Sohn eines protestantischen Pfarrers geboren.

Wekhrlin wurde zunächst von seinem Vater selbst unterrichtet. Dann mit 15 Jahren besuchte er in Stuttgart das Gymnasium. Danach soll er in Tübingen Jura studiert haben, brach aber die universitäre Ausbildung enttäuscht ab. Im Anschluss fand er eine Stelle als Schreiber in Ludwigsburg. 1764 verließ er Ludwigsburg und siedelte nach Straßburg über. Dort war er als Hauslehrer bis zum Jahr 1765 tätig.

Im Jahr 1766 zog er nach Wien und arbeitete dort als Schreiber, Publizist und Polizeiagent. Seine "Denkwürdigkeiten von Wien", die Wekhrlins kritische Erfahrungen enthalten, führen im Jahr 1776 zu seiner Ausweisung aus der Stadt. Er ließ sich in Augsburg nieder und wurde dort wieder wegen seiner kritischen Berichte ausgewiesen. Wekhrlin ging nach Nördlingen.

Im Jahr 1778 wurde der ironische Reisebericht "Anselmus Rabiosus Reise durch Ober-Deutschland" publiziert. Die Aufklärungsschrift deckte Missstände unter anderem in Augsburg und anderen Regionen auf und bescherte dem Autor die nächste Ausweisung. Er wich in das benachbarte Baldingen aus. Dort veröffentlichte er eine Schmähschrift und wurde durch Intervention des Bürgermeisters von Nördlingen verhaftet. Der Fürst von Wallerstein ließ ihn in den Jahren 1787 bis 1792 ohne Gerichtsverhandlung auf Schloss Hochhaus arretieren.

Neben dem Schreiben widmete sich Wilhelm Ludwig Wekhrlin der Herausgabe seiner Werke. Unter anderem waren dies periodische Schriften mit den Titeln "Chronologen" (1779-83, 12 Bände), "Das Graue Ungeheuer" (1784-87, 12 Bände), "Hyperboreischen Briefe" (1788-90) oder "Paragrafen" (1791). Die Zeitschriften thematisierten die aktuelle Politik und Kultur und hatten bekannte Mitarbeiter wie zum Beispiel Gottfried August Bürger, Johann Georg Adam Forster, Georg Christoph Lichtenberg, Johann Heinrich Merck oder August Ludwig Schlözer, die ihre Beiträge dort ablieferten.

Sie verliehen den Periodika ihre Bedeutung im Kanon der übrigen publizistischen Werke auf dem Markt. Im Zusammenhang mit diesen Fremdbeiträgen führte Wekhrlin einen Briefwechsel mit den bedeutendsten Literaten seiner Zeit. Wekhrlins Zeitschriften waren in der deutschen Medienlandschaft der Aufklärung zum Teil maßgeblich. So holte sich beispielsweise Christoph Martin Wieland für seinen "Teutschen Merkur" Anregungen davon.

Zeitschriftentitel wie "Neueste Graue Ungeheuer" (1796) von Andreas Georg Friedrich Rebmann signalisierten ebenfalls die Vorbildfunktion von Wekhrlins periodischen Schriften, zumal Autor Rebmann zusätzlich mit dem Pseudonym "Rabiosus der Jüngere" auftrat. 1792 nahm Preußen die fränkischen Fürstentümer ein. Wilhelm Ludwig Wekhrlin siedelte in diesem Jahr nach Ansbach um. Dort gab er die Zeitung "Anspachische Blätter" heraus, die er aber nach nur drei Monaten und insgesamt 34 Nummern einstellen musste.

Auch dort wurde Wekhrlin nochmals unter Hausarrest gestellt, als ihm nämlich der Vorwurf des Verrats an die Franzosen gemacht wurde. Die Anschuldigungen, denen massive Verfolgungen vorangingen, ließen sich aber nicht bestätigen. Wekhrlins Verfolgungen, Ausweisungen und Arrestierungen waren die Folgen seiner offenen journalistischen und publizistischen Betätigung. Im Sinne der politischen Aufklärung deckte er Missstände auf. Er engagierte sich für die Pressefreiheit, die er mit einer positiven politischen und wirtschaftlichen Entwicklung verband.

Seine "Reise durch Ober-Deutschland" gehörte zu den frühen Werken des politisch motivierten Reiseberichtes, wie er später unter anderem von Georg Forster seinen Höhepunkt erreichte. Zu seinen weiteren Werken zählen unter anderem "Das Felleisen" (1778), "Almanach der Philosophie auf das Jahr 1783" (1782) oder "Die affenthewrliche Historia des lächerlichen Peitschenmeisters und Erzgauklers Pips von Haenfuß" (1786).

Wilhelm Ludwig Wekhrlin starb am 24. November 1792 in Ansbach.

NameWilhelm Ludwig Wekhrlin

Geboren am07.07.1739

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortBotnang (D).

Verstorben am24.11.1792

TodesortAnsbach (D).

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