Biografie

Walter Owen Bentley

Der gelernte Maschinenbauer und Automobilkonstrukteur entwickelte nach Kriegsende des Ersten Weltkrieges den erfolgreichsten britischen Sportwagen jener Zeit. Das hoch anspruchsvolle Langstreckenrennen der "24 Stunden von Le Mans" konnte Bentley in den Jahren 1924 bis 1930 fünfmal für sich entscheiden. Walter Owen Bentley schaffte es nicht, sein Unternehmen unbeschadet durch die Weltwirtschaftskrise zu führen und musste es im Jahr 1931 seinem Konkurrenten Rolls-Royce überlassen...

Persönlichkeiten der Automobilindustrie
Walter Owen Bentley wurde am 16. September 1888 als Sohn eines wohlhabenden Unternehmers und dessen Frau in London geboren.

Bentley wuchs gemeinsam mit seinen acht Geschwistern unter behüteten Verhältnissen in London auf. Seine schulische Ausbildung genoss er am Clifton College, welches er von 1902 bis 1905 besuchte. Im Anschluss absolvierte er eine Ausbildung als Maschinenbauer bei der Eisenbahngesellschaft "Northern Railway" in Doncaster. Schon in jungen Jahren galt Bentleys Leidenschaft dem Motorsport, vor allem dem Motorrad. 1912 gründete er mit seinem Bruder Henry die Autoimportfirma "Bentley & Bentley", die sich auf französische D.F.P.-Fahrzeuge und deren Umrüstung auf Motorsporttauglichkeit spezialisiert hatte. Während des Ersten Weltkrieges verrichtete W.O. Bentley seinen Dienst als Pilot der Royal Air Force.

Nach Kriegsende konnte Bentley, dank eines Förderbeitrages des "Royal Naval Air Service" in Höhe von GBP 8000 (heute ca. EUR 1,3 Mio.), mit dem Bau eigener Automobile unter seinem Namen beginnen. Das klar definierte Ziel war die Konstruktion eines Sportwagens, der schließlich in Gemeinschaftsarbeit von W.O. Bentley, F.T. Burgess und Harry Varley entstand. Der erste Bentley war ein Vierzylinder mit 3 Litern Hubraum und wurde im Jahr 1919 bei einer Automobilausstellung in London präsentiert. Das erste Serien-Fahrzeug folgte zwei Jahre später, hatte ca. 80 PS und wurde unter "Experimental-Engine No.1" bekannt. Das Erfolgsmodell wurde bis 1929 produziert. Mit dem 3 Liter-Vierzylinder Modell nahm Bentley erfolgreich an Rennveranstaltungen teil, besonderst bei den "24 Stunden von Le Mans" konnten die Briten ihre Stärke unter Beweis stellen.

Insgesamt konnte Bentley fünfmal das Langstreckenrennen für sich entscheiden, in den Jahren 1924, 1927, 1928, 1929 und 1930. So groß der sportliche Erfolg, so hoch waren auch die Entwicklungskosten für die technischen Neuerungen. Bedingt durch die Weltwirtschaftskrise ging der Verkauf von Luxusgütern stark zurück. Bentley befand sich am Anfang einer wirtschaftlichen Krise - die Automobilverkäufe konnten die Ausgaben für den Motorsport nicht mehr decken. Dennoch ging Bentley das Wagnis ein und präsentierte 1930 ein Luxusmodell mit einem 8 Liter Motor und über 200 PS Leistung. Das Modell wurde genau 100 Mal gebaut und stellt das wohl erfolgreichste in Cricklewood gebaute Automobil dar. Angesichts der weltweiten Rezession zog jedoch kurze Zeit später die Investorengruppe, von der die Bentley Motors Ltd. finanziert wurde, ihre Unterstützung zurück und die Bentley Motors Ltd. musste Konkurs anmelden.

Während der Übernahmeverhandlungen mit der Napier Ltd. ging ein um GBP 20.000 höheres Gebot einer unbekannten Firma namens "British Central Equitable Trust" ein und erhielt den Zuschlag. Hinter dem unbekannten Bieter stand der größte Konkurrent Bentleys, der Automobilhersteller Rolls-Royce. So ging im Jahr 1931 das komplette Bentley-Werk, samt Namen und jeglicher Rechte an Rolls-Royce über. Rolls-Royce entschied sich dafür, den Namen Bentley weiterleben zu lassen, baute die Fahrzeuge aber nach der Technik und auf der Basis von Rolls-Royce Modellen. Walter Owen Bentley konnte die Übernahme seines Lebenswerkes nie überwinden. Nachdem er bis 1935 bei Rolls-Royce angestellt bleiben musste, wechselte er zu dem Automobilhersteller Lagonda, bei dem er den Lagonda MG45 Rapide konstruierte, der mit seinen 180 PS und V12 Motor an die Le Mans-Erfolge von früher anknüpfen konnte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging Lagonda in Aston Martin auf. Die von Bentley konstruierte Basis des 2,6 Liter Motors wurde mit dem Aston Martin DB2 verbunden und blieb so bis 1959 erhalten. Walter Owen Bentley arbeitete noch einige Jahre als Konstrukteur für Aston Martin und wechselte dann zu Armstrong-Siddeley, wo er bis zum Rentenalter blieb.

Walter Owen Bentley starb am 3. August 1971. Er war in dritter Ehe mit Margaret Bentley verheiratet und kinderlos.


Persönlichkeiten der Automobilindustrie

NameWalter Owen Bentley

Geboren am16.09.1888

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortLondon (GB).

Verstorben am03.08.1971

Todesort--