Biografie

Timo Boll

Der zweifache Weltcupsieger ist der erfolgreichste deutsche Tischtennisspieler der Geschichte. Zu den größten Erfolgen seiner bisherigen sportlichen Laufbahn gehören die Europameisterschaftstitel aus den Jahren 2002, 2007, 2008, 2010, 2011 und 2012 sowie das Mannschaftssilber der Olympischen Spiele 2008. Im Dezember 2006 unterschrieb Timo Boll einen Dreijahresvertrag bei Borussia Düsseldorf, der am 1. Juli 2007 begann. Der Vertrag wurde bis 2016 verlängert. Boll ist Linkshänder und spielt, wie für Europäer gewöhnlich, mit der Shakehand-Schlägerhaltung. Sein Spezialschlag ist der Vorhand-Topspin...
Timo Boll wurde als einziger Sohn eines Maschinenschlossers am 8. März 1981 in Erbach im Odenwald geboren.

Boll begann seine Tischtenniskarriere 1988 beim TSV Höchst. Dort erlernte er die Grundpraxis des Tischtennissports. 1994 wechselte er zum FTG Frankfurt. Ab 1995 spielte er im TTV RE-BAU Gönnern. Dort wurde er von Trainer Helmut Hampl sportlich betreut. Auf der nationalen Ebene stand ihm Trainer Richard Prause vom Deutschen Tischtennis Bund (DTTB) zur Seite. Seinen ersten Wettkampf bestritt Boll 1988. Erste internationale Aufmerksamkeit erweckte er, als er 1995 die Schüler-Einzelmeisterschaften im niederländischen Den Haag gewinnen konnte. Zwei Jahre später, 1997, wechselte er ins Profilager.

Im gleichen Jahr entschied er die Jugend-Europameisterschaft im Einzel für sich und nahm an der Weltmeisterschaft teil. 1998 nahm Timo Boll an den Deutschen Meisterschaften in Saarbrücken teil und holte sich den Titel im Herren-Einzelspiel. Im gleichen Jahr entschied er die Europe Jugend Top 12 in Luxemburg für sich. 1999 hielt seine Form an, und er holte weitere Titel. Zusammen mit Lars Hielscher startete er bei den Deutschen Meisterschaften 1999 im Herren-Doppel in Augsburg und gewann Gold und Titel. Bei den China Open in Guillin im gleichen Jahr rangierte er auf Platz drei. Nicht so ganz erfolgreich wie im Vorjahr beendete er die Deutsche Meisterschaft 1999 in Augsburg mit dem dritten Platz.

Weiterhin wurde er in diesem Jahr Gewinner des DTTB-Top 16 in Hausham und der JOOLA-Europaliga. 2000 startete Boll zur Sommerolympiade in Sydney und erreichte das Achtelfinale. Im gleichen Jahr nahm er an den Mannschafts-Europameisterschaften in Bremen teil und erzielte Rang zwei. Bei den Deutschen Meisterschaften im Herren-Einzel belegte er Platz drei wie im Vorjahr. Auch das gleiche Vorjahresergebnis erzielte in der JOOLA-Europaliga, die er als Gewinner beendete. Bei den Brazilian Open in São Paulo 2001 konnte der Deutsche Platz eins im Herren-Einzel erreichen. Bei den English Open in Chatham startete er im Herren-Doppel und erzielte gleichfalls den Turniersieg.

Diesen Erfolg wiederholte er im gleichen Jahr bei den Dutch Open im Herren-Doppel in Rotterdam. Im gleichen Jahr gelang ihm wieder der Titelgewinn bei den Deutschen Meisterschaften in Böblingen. In Horst kürte er sich zum Gewinner DTTB-Top 16. Bereits zum drittenmal hieß der Gewinner der JOOLA-Europaliga Timo Boll. Das Finale der Pro Tour-Serie im chinesischen Tianjin schloss er mit dem dritten Platz im Herren-Doppel ab. 2002 erfuhr seine Leistungsentfaltung noch eine Steigerung. Boll nahm an den Europameisterschaften in Zagreb teil und erzielte den Titelgewinn. Gleichzeitig wurde er Europameister im Herren-Doppel. Dieser Doppel-Titel krönte seine bisherige Laufbahn.

Bei der Mannschafts-Europameisterschaft 2002 in Zagreb wurde Timo Boll mit seinem Team Vize-Europameister. Ebenso 2002 startete er zu den Australian Open in Wels. Bei diesem internationalen Vergleich ging er ebenso als Titelgewinner hervor. In Rotterdam sicherte sich Boll den Sieg des Europe-Top-12-Turniers in Rotterdam. Zum drittenmal holte sich der erfolgreiche Spieler den Titel des deutschen Meisters im Herren-Einzel in Koblenz. Im März 2002 lag Timo Boll in der Rangliste der weltbesten Spieler auf Platz 5. Mit dem Sieg in Rotterdam rückte er in der Rangliste weiter vor. Damit platzierte er sich noch vor dem Chinesen Kong Lingui, der im Jahr 2000 die Olympischen Sommerspiele in Sydney gewann.

Auch überholte er den chinesischen Olympiasieger von 1996, Liu Guoliang. Timo Boll war mit 20 Jahren der jüngste Spieler, der diesen Platz unter den Top-Ten einnahm. Bei dem Worldcup 2002 in China besiegte Boll die Favoriten in ihrem eigenen Land und konnte den Weltmeister-Titel für sich entscheiden. Im November 2005 konnte sich Timo Boll erneut gegen die Chinesen Wang Liqin, Ma Lin und Wang Hao durchsetzen und somit erneut den Sieg des Worldcups davontragen. Zu seinen weiteren Titeln gehören: Vize-Weltmeister im Mannschaftswettbewerb 2004, Vize-Weltmeister im Doppel (mit Christian Süß) 2005 und Champions League-Sieger mit dem TTV Gönnern 2005.

Zu seinen persönlichen Auszeichnungen zählten bereits die Wahl zum Sportler des Jahres 1997, die von der Deutschen Sporthilfe ausgerichtet wird, und die Wahl zum Tischtennis-Spieler des Jahres 2001. Außerdem wurde Boll im Dezember 2005 mit dem "Bambi" in der Kategorie "Sport" ausgezeichnet. Im Dezember 2006 unterschrieb er einen Dreijahresvertrag bei Borussia Düsseldorf der am 1. Juli 2007 begann. Zugleich wurde er Einzel-Europameister 2007.

Bei den Olympischen Spielen 2008 konnte er mit der Deutschen Nationalmannschaft die Silbermedaille erlangen. Aufgrund von Rückenproblemen konnte Boll nicht an den Weltmeisterschaften 2008 und 2009 in China und Japan teilnehmen, befand sich aber Anfang 2011 bereits wieder auf Platz Eins der Weltrangliste.

Im Jahr 2015 wurde Timo Boll zum zehnten mal Deutscher Meister und somit zum Rekordhalter.

Timo Boll ist seit Dezember 2003 mit Rodelia Jacobi verheiratet. Sie sind Eltern einer gemeinsamen Tochter (2013).

NameTimo Boll

Geboren am08.03.1981

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortErbach (D).