Biografie

Tim Berners-Lee

Der Physiker gilt als Erfinder des World Wide Web, das er am 12. März 1989 bei CERN als Prinzip des "Hypertexts" vorschlug, am 12. November 1990 mit Robert Cailliau der Öffentlichkeit präsentierte und bis zum 24. Dezember 1990 mit der ersten Website der Welt unter der www-Adresse info.cern.ch vollendete. Seine Innovationskraft, sein meisterhaftes technisches Verständnis in der Informatik und deren Weiterentwicklung in die moderne Kommunikation, begründen seinen Ruf als Jahrhundertwissenschaftler. Durch die Seitenbeschreibungssprache HTML (Hypertext Markup Language), die Hyperlinks und die Internetadressen schuf er die zentralen Grundlagen des Internets, das ab Mitte der 1990er Jahre mit explosionsartiger Verbreitung zum globalen Massenmedium aufstieg. Als Vorsitzender des WWW Consortiums (W3C) verteidigt der Gutenberg des 21. Jahrhunderts seit 1994 unermüdlich das Entstehungsprinzip des neuen Mediums: die freie, durch keine politische oder wirtschaftliche Gewalt beschränkte Kommunikation...

Bedeutende Vertreter der Informations- und Kommunikationsrevolution
Timothy John Berners-Lee wurde am 8. Juni 1955 in London geboren.

Nach der Schule studierte er Physik an der Universität Oxford. Im Anschluss an sein Studium wurde Berners-Lee für das Europäische Kernforschungslabor (CERN) in Genf tätig. Dort entwickelte er 1989 ein Projekt, das aufbauend auf dem bereits bestehenden Internet den weltweiten wissenschaftlichen Informationsaustausch durch das Prinzip des Hypertextes ermöglichte. Zur Verknüpfung der Dokumente erfand Berners-Lee die so genannten Hyperlinks. Um die Dokumente im Netz auffinden zu können, entwickelte er entsprechende eindeutige Internetadressen. Zur Gestaltung der Dokumente entwickelte er die Seitenbeschreibungssprache HTML. Mit diesen drei Grundlagen des WWW schuf Berners-Lee dann den ersten Browser der Computergeschichte (WordWideWeb ) und den ersten Webserver (NeXTSTEP). Am Weihnachtsabend 1990 ging die erste Website der Welt unter der www-Adresse info.cern.ch online.

Damit hatte Berner-Lee unbeabsichtigt den Grundstein für ein neues Medium gelegt, das sich in den folgenden Jahren mit explosionsartiger Geschwindigkeit in der ganzen Welt verbreitete. Dies verdankte sich auch der Zuarbeit des amerikanischen Wissenschaftlers Marc Andreessen, der an der Universität Illinois den ersten massenhaft einsetzbaren Browser "Mosaic" erfand, der ab 1994 unter dem Dach von "Netscape" weiterentwickelt wurde. Somit trug Berners-Lee durch die Erfindung des WWW zur Entwicklung des Internets von einem Kommunikationsnetz für eingeweihte Wissenschaftler zu einem Massenmedium bei. Die rasche Verbreitung des WWW verdankte sich nicht zuletzt dem Prinzip der wissenschaftlichen Informationsfreiheit, wonach Berners-Lee bis heute auf eine freie Weitergabe der Web-Technologien dringt. Damit begründete der Vater des WWW eine idealistische Web-Philosophie, die in Zeiten der zunehmenden Kommerzialisierung des Internets immer mehr marginalisiert zu werden scheint: Die freie und kostenlose Nutzung des neuen Mediums weltweit zum Austausch von Informationen und zur Kommunikation.

Der Gutenberg des 21. Jahrhunderts verzichtete auf eine lukrative Vermarktung oder gar Patentierung seiner Idee und damit auch auf einen wirtschaftlichen Gewinn. Dies ermöglichte aber die schnelle Verbreitung der Web-Technologie und ihre Nutzung durch eine immer größere Kommunikationsgemeinschaft. Berners-Lee wechselte 1994 in die USA, wo er eine Berufung auf den Lehrstuhl für Computerwissenschaften am Massachusetts Institute of Technology erhielt. An der amerikanischen Westküste rief er auch das WWW Consortium (W3C) ins Leben, das die Fortentwicklung des Mediums begleitet und dem er bis heute vorsteht. Hier dringt Berners-Lee weiterhin darauf, die Freiheit des WWW aufrechtzuerhalten. Zugleich arbeitet er an der Weiterentwicklung des WWW, das er in Zukunft als "semantisches Netz" konzipiert sehen möchte, in dem jede Seite durch Metadaten maschinell verarbeitet und das WWW somit auch von Computern genutzt werden kann. Im Juli 2004 wurde Berners-Lee in den englischen Adelsstand erhoben und zum Ritter geschlagen. Seither trägt er den Titel eines Sir. Im selben Jahr, 2004, wurde er mit dem Millennium Technologie Preis ausgezeichnet. 2005 erhielt er den Quadriga-Preis.

Am 13. Juni 2007 wurde er von Königin Elisabeth II. in den prestigereichen Order of Merit (OM) aufgenommen. Im selben Jahr wurde er mit dem Charles-Stark-Draper-Preis geehrt.

Timothy Berners-Lee ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.


Bedeutende Vertreter der Informations- und Kommunikationsrevolution

NameTim Berners-Lee

Geboren am08.06.1955

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortLondon (GB).