Biografie

Thor Heyerdahl

Der norwegische Anthropologe, Zoologe, Geologe, Ethnologe, Botaniker und Abenteurer gilt als Begründer der experimentellen Archäologie. Thor Heyerdahl richtete sein Forschungsinteresse auf prähistorische Kulturen und deren Migrations- und Austauschpotenziale. Zu deren Nachweis unternahm Heyerdahl atemberaubende Expeditionen, die ihm weltweite Anerkennung bescherten. So versuchte er mit den beiden Fahrten, die er auf den nach zeitgenössischem Stil nachgebauten Schiffen "Ra" und "Ra II" 1969 und 1970 durchführte, von Ägypten bzw. Marokko aus den Atlantik zu überqueren. Eine dritte größere Expedition führte Heyerdahl 1977 vom Irak über den Tigris durch den Persischen Golf nach Oman und Pakistan sowie dann über den Indischen Ozean nach Dschibuti...
Thor Heyerdahl wurde am 6. Oktober 1914 im norwegischen Larvik geboren.

Sein Vater betrieb ein erfolgreiches Brauunternehmen. Nach der Schule nahm Heyerdahl 1933 ein Studium der Zoologie an der Universität Oslo auf. Zum Jahresende 1936 heiratete er Liv Coucheron Torp, mit der er vorübergehend auf den Marquesa Inseln in Polynesien lebte. Im Frühjahr 1938 kehrte das Paar nach Norwegen zurück, wo im September Sohn Thor geboren wurde. Später folgte der zweite Sohn Björn. Als nächstes wandte sich Heyerdahl dann dem Studium der Bella Coola Indianer im kanadischen Britisch-Kolumbien zu. Während des Zweiten Weltkriegs blieb die Familie zunächst in Kanada, dann wirkte Heyerdahl als Leutnant beim norwegischen Widerstand gegen die deutsche Besatzung mit.

Heyerdahls anthropologische Forschungen bezogen sich auf die Migrationsmöglichkeiten und den kulturellen Austausch zwischen den frühen menschlichen Populationen, die er durch aufwändige Expeditionen in nachgebauten historischen Schiffen zu untersuchen und zu beweisen suchte. Weltberühmt wurde der Anthropologe durch seine atemberaubende dreimonatige Überfahrt von Peru nach Ostpolynesien, die er 1948 in dem Buch "Kon-Tiki ekspedisjonen" dokumentierte, das rasch zahlreiche Übersetzungen erfuhr. Danach segelte Heyerdahl von der marokkanischen Westküste nach Westindien. Vom Irak schiffte er durch den Persischen Golf nach Asien und zurück nach Afrika, womit er nachwies, dass die antiken Sumerer auf diese Weise Kontakt mit anderen frühen Kulturen gehabt haben konnten.

Im Sommer 1949 heiratete Heyerdahl, nach der Trennung von seiner ersten Frau, Yvonne Dedekam-Simonsen, mit der er drei Töchter hatte. 1952 veröffentlichte Heyerdahl das Buch "American Indians in the Pacific: The Theory Behind the Kon-Tiki Expedition", mit dem er antike Wanderungsbewegungen zwischen dem amerikanischen Festland und Polynesien nachwies. Ähnliche Migrationsbewegungen entdeckte der Forscher in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre auch zwischen den südamerikanischen Anden und der Osterinsel. Weltweite Aufmerksamkeit erregte Heyerdahl mit den beiden Expeditionen, die er auf den nach zeitgenössischem Stil nachgebauten Schiffen "Ra" und "Ra II" 1969 und 1970 durchführte, um von Ägypten bzw. Marokko aus den Atlantik zu überqueren.

Eine dritte größere Expedition führte Heyerdahl 1977 vom Irak über den Tigris durch den Persischen Golf nach Oman und Pakistan sowie dann über den Indischen Ozean nach Dschibuti. In den Jahren 1982/83 führte Heyerdahl zwei Expeditionen auf die Malediven an, um dort die Handelsbewegungen der prähistorischen Populationen zu erforschen. Heyerdahl unternahm 1986, 1987 und 1988 weitere Expeditionen zu den Osterinseln. Ein archäologisches Projekt leitete er in den Jahren 1988 bis 1993 in Tucúme/Peru. Zuletzt setzte er sich 1990 bis 2002 für die Erforschung und Erhaltung der Pyramiden von Güimar/Teneriffa ein.

Thor Heyerdahl starb am 18. April 2002 an einem Gehirntumor im norditalienischen Colla Micheri.

NameThor Heyerdahl

Geboren am06.10.1914

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortLarvik (N).

Verstorben am18.04.2002

TodesortColla Micheri (I).