Biografie

Theodor Fontane

NameTheodor Fontane

Geboren am30.12.1819

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortNeuruppin (D).

Verstorben am20.09.1898

TodesortBerlin (D).

Theodor Fontane

Der Schriftsteller und approbierte Apotheker gilt als bedeutendster deutscher Vertreter des poetischen Realismus. Er erlangte durch seine Balladen mit Themen aus der preußischen und englisch-schottischen Geschichte, die auch in den Schullesebüchern erschienen, erste Bekanntheit. Die Epoche des realistischen Zeit- und Gesellschaftsromans gipfelte mit seinem Werk "Vor dem Sturm" (1878) zum Höhepunkt. Seine Erzählwerke halten ein kritisches zeitgenössisches Gesellschaftsbild fest. Mit seinen literarischen Landschaftsbildern aus der Mark Brandenburg und seinen Kriegsberichterstattungen begründete Henri Theodor Fontane seinen weiteren Ruf als Journalist. Als außerordentlicher Stilist präsentierte sich Fontane ebenso in seinen Briefen. Sein gesamtes Briefwerk wird auf über 5000 Druckseiten geschätzt...
Henri Theodor Fontane wurde am 30. Dezember 1819 als Sohn des Apothekers Louis Henri und dessen Frau Emilie Fontane, geborene Labry, in Neuruppin geboren.

Seine Vorfahren stammen von französischen Hugenotten ab, die aus Glaubensgründen Frankreich Ende des 17. Jahrhunderts verließen, um sich in Brandenburg niederzulassen. Getauft wurde der spätere Schriftsteller auf den französischen Namen Henri Théodore, der Kirchenbucheintrag lautet auf Heinrich Theodor. Fontane wurde zunächst von den Eltern und später von einen Privatlehrer unterrichtet. Ab 1832 besuchte er kurz das Neuruppiner Gymnasium und von 1833 bis 1836 die Klödensche Gewerbeschule in Berlin. In dieser Zeit wohnte er bei dem Halbbruder seines Vaters August Fontane und dessen Frau Philippine Fontane, die als Onkel August und Tante Pinchen in "Meine Kinderjahre" (1894) literarisch eingingen.

Nach seiner lückenhaften Schulzeit absolvierte Fontane eine Apothekerlehre von 1836 bis 1840. Die literarische Betätigung rückte damals noch nicht so sehr ins Blickfeld, obwohl Theodor Fontane bereits in dieser Zeit einige Gedichte und Aufsätze verfasste. Seine Tätigkeit als Apothekergehilfe erlaubte ihm die gedankliche Beschäftigung mit dem Verfassen von Gedichten und förderte in dieser Weise seine literarischen Ambitionen. Außerdem – wie damals üblich – waren die Apotheken eine Anlaufstelle für den Lesezirkel, in dem neue Bücher und Zeitschriften auslagen. So gelangte Fontane damals an Karl Gutzkows Zeitschrift "Der Telegraph von Deutschland" als eines der wichtigstes Medien des "Jungen Deutschlands".

Mit dem Ende seiner Ausbildung fiel auch das erste öffentliche Auftreten Fontanes als Schriftsteller zusammen: Im "Berliner Figaro" wurde seine Erzählung "Geschwisterliebe" in Folge abgedruckt. Es folgten verschiedene Anstellungen als Apothekergehilfe in Burg, Leipzig oder Dresden. Ab 1841 arbeitete er in Leipzig. Fontane hatte dort Gelegenheit den Herwegh-Klub kennen zu lernen. Doch schon davor war ihm Georg Herwegh literarisches und politisches Vorbild. Leipzig prägte vollends die demokratische Haltung des Schriftstellers und späteren Journalisten. In dieser Zeit übersetzte er einige revolutionäre englische Arbeitergedichte. Im Juli 1843 lernte er den Berliner Dichterverein "Der Tunnel über der Spree" kennen und damit einige Persönlichkeiten wie den späteren Nobelpreisträger Paul Heyse, Felix Dahn oder Theodor Storm.

Im Jahr 1844 wurde er Mitglied dort und blieb es 21 Jahre lang. Das Umfeld der Vereins beeinflusste seine literarische Tätigkeit, Fontane wählte die Ballade als bevorzugte Gedichtform. Im Dezember 1844 trug der dort sein Werk "Der Tower-Brand" vor. Vielfach trug er dort auch seine Balladen mit Themen aus der preußischen und englisch-schottischen Geschichte vor, durch die er erste Bekanntheit erlangte. Viele davon erschienen in Schullesebüchern. Es folgten Balladen mit Stoffen aus der nordischen Geschichte und mit modernen Themen wie Technik oder Arbeiterwelt. Von 1844 bis 1845 absolvierte Fontane seinen Militärdienst und unternahm noch während dieser Zeit seine erste Englandreise. 1847 beendete er seine Apotheker-Ausbildung mit bestandenem Staatsexamen und wurde "Apotheker erster Klasse".

Er unterrichtete danach zunächst Pharmazie in dem Berliner Krankenhaus Bethanien. 1848 beteiligte er sich kurz an revolutionären Barrikadenkämpfen und begeisterte sich für die deutsche Einheit. Dann 1849 wechselte er ganz zur Schriftstellerei. Er veröffentlichte einige Balladen, seine beiden ersten Bücher "Von der schönen Rosamunde" und "Männer und Helden" (1850) sowie einen Gedichtband (1851). 1850 heiratete Theodor Fontane seine Schulfreundin Emilie Rouanet-Kummer, und er wurde Pressereferent in der späteren "Centralstelle für Preußenangelegenheiten", eine Propagandastelle im preußischen Innenministerium. Fontane, der demokratisch gesinnte Teilnehmer an der 48-er Revolution, änderte seine politische Einstellung, und sicherte sich so den Brotverdienst für seine Familie.

Für das Preußische Zeitungswesen wertete er englische Zeitungen aus. Diese Tätigkeit konnte er dann 1852 und zwischen 1855 und 1859 in London fortsetzen. Das 1854 erschienene Buch "Ein Sommer in London" berichtet über seine England-Erfahrungen. Nachdem er aus London zurückgekehrt war, fand er 1860 eine Anstellung als Redakteur bei der "Neuen Preußischen Zeitung". In deren Auftrag berichtete er aus den verschiedenen preußischen Kriegsgebieten. Die Tätigkeit übte er insgesamt zehn Jahre lang aus. "Aus England" und "Jenseits des Tweed" erschienen 1860. Diese Reisenbeschreibungen über England führten ihn zur literarisch-historischen Beschreibung der eigenen Heimat: Ein Jahr später entstanden seine bekannten "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" und außerdem ein Balladen-Band. Die Reiseerzählungen sind die Vorstufe seines späteren Romanschreibens.

Im Jahr 1866 kam sein Kriegsbuch "Der Schleswig-Holsteinische Krieg im Jahre 1864" heraus und in den beiden Jahren 1870 und 1871 "Der deutsche Krieg von 1866". In "Kriegsgefangen" (1871) schildert Fontane seine Erlebnisse während der Haft. Auf einer Fahrt nach Paris, um dort in einer Auftragsarbeit über den Krieg zwischen Deutschland und Frankreich zu berichten, wurde er von den Franktireurs festgenommen und als Spion angeklagt. Nach einigen Wochen Haft kam er im Dezember 1870 wieder frei. Ab 1870 schrieb Fontane Theaterkritiken für die "Vossische Zeitung", eine Tätigkeit, die ihm mehr zusagte. Dabei schlug er sich auf die Seiten der Naturalisten und lobte die Aufführungen der Stücke von Henrik Ibsen. Seinen letzten festen Posten, dem er nur einige Monate nachging, erfüllte er als Sekretär der Akademie der Künste in Berlin. Erst im späteren Alter entstanden Fontanes Romanwerke.

Den Anfang dazu machte "Vor dem Sturm" (1878), der zugleich als Gipfel der deutschen literarischen Entwicklung im realistischen Zeit- und Gesellschaftsroman gilt. Zu seinen erfolgreichen Erzählwerken zählen "Irrungen, Wirrungen" (1888), "Unwiederbringlich" (1892), "Frau Jenny Treibel" (1893), "Effi Briest" (1895 und "Der Stechlin" (1899). In seinen Werken beschreibt Fontane kritisch die Dünnhäutigkeit und leere Geschwätzigkeit der Gesellschaft des zeitgenössischen Preußens vor dem Hintergrund der Geschichte. Humoristische und ironische Elemente sowie seine skeptische Haltung machen seine sprachliche Ausdruckskraft aus. Er gibt sich darin als guter Beobachter von Menschen und Auffassungen, der ein genaues Bild seiner Zeit zeichnet.

Vor allen Dingen beherrschte er in seinen Romanen meisterhaft den Dialog mit einem ausgeprägten inhaltlichen Beziehungsgeflecht, der den Stücken dadurch eine besondere Lebendigkeit verlieh. Als außerordentlicher Stilist präsentiert sich Fontane ebenso in seinen Briefen. Er war einer der fleißigsten Briefschreiber seiner Zeit. Sein gesamtes Briefwerk wird auf über 5000 Druckseiten geschätzt.

Theodor Fontane starb am 20. September 1898 in Berlin.
Romane, Novellen, Erzählungen


1878 - Vor dem Sturm (Roman)

1879 - Grete Minde (Novelle)

1881 - Ellernklipp (Kriminalroman)

1882 - L'Adultera (Novelle)

1883 - Schach von Wuthenow. Erzählung aus der Zeit des Regiments Gensdarmes (Roman)

1884 - Graf Petöfy (Roman)

1885 - Christian Friedrich Scherenberg und das litterarische Berlin von 1840 bis 1860

1883–85 - Unterm Birnbaum (Kriminalroman)

1887 - Cécile (Roman)

1888 - Irrungen, Wirrungen (Roman)

1890 - Stine (Roman)

1890 - Quitt (Roman)

1891 - Unwiederbringlich (Roman)

1892 - Frau Jenny Treibel oder "Wo sich Herz zum Herzen find't" (Roman)

1894 - Meine Kinderjahre (Autobiografie)

1894/95 - Effi Briest (Roman in zwei Teilen)

1896 - Die Poggenpuhls (Roman)

1898 - Der Stechlin (Roman)

1898 - Von Zwanzig bis Dreißig (Autobiografie)

1906 - Mathilde Möhring (unvollendet)


Reiseberichte

1844-59 - Wanderungen durch England und Schottland

1860 - Jenseit des Tweed (Reisebericht aus Schottland)

1862-88 - Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Band 1: Die Grafschaft Ruppin

1862-88 - Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Band 2: Das Oderland

1862-88 - Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Band 3: Havelland

1862-88 - Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Band 4: Spreeland

1862-88 - Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Band 5: Fünf Schlösser (1881–88)


Kriegsberichte

1866 - Der Schleswig-Holsteinsche Krieg im Jahre 1864

1873 - Der Krieg gegen Frankreich 1870–71 (Kriegsbericht in zwei Teilen)

NameTheodor Fontane

Geboren am30.12.1819

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortNeuruppin (D).

Verstorben am20.09.1898

TodesortBerlin (D).

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