Biografie

Lucio Fontana

NameLucio Fontana

Geboren am19.02.1899

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortRosario de Santa Fee (ARG).

Verstorben am07.09.1968

TodesortComabbio (I).

Lucio Fontana

Der argentisch-italienische Maler war ein führender Vertreter der europäischen Avantgarde. In seinen Werken vertrat Lucio Fontana den Tachismus. In seinem "Manifesto blanco" (1946) entwickelte er nicht nur seine theoretische Vorstellung vom Spazialismo, sondern rief auch dazu auf, auf der Suche nach neuen Ideen und Materialien in der Kunst wissenschaftlich-technische Kenntnisse einzubringen. Mit der Gründung seiner "Movimento Spaziale" äußerte er die Idee, konkrete Kunst sowie experimentelle und provokante Methoden des Dadaismus miteinander zu verbinden...
Lucio Fontana wurde als Sohn eines italienischen Bildhauers am 19. Februar 1899 im argentinischen Rosario de Santa Fee geboren.

Die Familie siedelte im Jahr 1905 nach Mailand über. Dort war Lucio Fontana ab 1914 Schüler an der Baugewerbeschule Carlo Cattaneo. 1917 nahm er am Ersten Weltkrieg teil. 1918 schloss er seine Ausbildung mit dem Diplom der Ingenieurwissenschaften ab. 1921 ließ er sich wieder in Argentinien nieder. Dort arbeitete er zunächst in der Steinmetzwerkstatt des Vaters und im Atelier für Bildhauerei. Dann war er kurzzeitig als Ingenieur tätig. Lucio Fontana verließ Argentinien und kehrte nach Mailand zurück. Dort schrieb er sich 1927 an der Mailänder Accademia di Brera ein. Drei Jahre später absolvierte er sein Diplom.

Im Jahr 1930 siedelte er nach Paris über. Im gleichen Jahr hatte er seine ersten Einzelausstellung. In Paris knüpfte er Kontakte zu der Künstlervereinigung "Abstraction-Création" und wurde ihr Mitglied. Das Abstrakte gewann immer größere Bedeutung in seinem künstlerischen Schaffen. In den Jahren 1930, 1950 und 1954 war er auf der Biennale in Venedig vertreten. 1959 nahm an der Kasseler Kunstausstellung documenta teil. Seine Werke waren darüber hinaus auf zahlreichen anderen internationalen Ausstellungen zu sehen. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges ab dem Jahr 1939 zog er sich nach Argentinien zurück.

Dort publizierte er im Jahr 1946 sein "Manifesto blanco", in dem er seine Theorie des Spezialismo erläuterte. Fontana war auf der Suche nach einer neuen Raumerfahrung nicht nur für die Bildhauerei, sondern auch für die Malerei. In dem Papier wurde gleichfalls eine Forderung laut, wissenschaftliche und technische Kenntnisse zur Verwirklichung neuer Ideen und Materialien in der Kunst einzusetzen. 1947 kehrte er nach Mailand zurück. In der zweiten Hälfte der vierziger Jahre fand auch ein Wechsel in seiner Kunsttechnik statt – vom Bild zum Objekt. Er begründete die Bewegung "Movimento Spaziale", die mit seinem Raumkonzept verbunden war.

Dabei ging es um die Öffnung von Räumen, indem Lucio Fontana beispielsweise mit spitzen Hilfsmitteln die Leinwand durchbohrte und die Verletzung der Bildoberfläche bewusst in Kauf nahm. 1958 öffnete er in dieser Weise monochrome Leinwände mit einem scharfen Messer. Der dabei entstandene Schlitz ließ den schwarzen Stoff im Hintergrund erkennen und die Illusion eines unendlichen Raumes entstehen. In dieser Weise durchbrach er die Zweidimensionalität seines Kunstwerkes und öffnete somit eine weitere Raumdimension. Die künstlerische Absicht von Fontana lag darin, die Leere als positives Element auszudrücken. Darüber hinaus schlitzte er Keramik- und Metallplatten auf, um einen gleichen Eindruck zu erwecken.

Mit seinem Raumkonzept äußerte der Künstler die Verbindung von konkreter Kunst mit den experimentellen und provozierenden Methoden des Dadaismus. Der Künstler ließ der Zerstörung als schöpferischer Akt den künstlerischen Impuls folgen. In den Rahmen seines neuen Raumkonzeptes fallen auch seine Installationen, die er als "Ambienti spaziali" betitelte. Dabei handelt es sich um farbige, in verdunkelten Räumen frei hängende Skulpturen, die mit ultraviolettem Licht angestrahlt wurden. In dieser Präsentation ermöglichte die Installation eine strenge Fokussierung der Wahrnehmung auf die Skulptur, herausgelöst von der räumlichen Umgebung.

Erst spät, im Alter von 50 Jahren, wurden die Werke und künstlerischen Ideen von Lucio Fontana anerkannt. Er avancierte zum Vorbild der jungen Künstlergeneration, unter denen sich beispielsweise die deutschen Zero-Künstler, Repräsentanten der Arte Povera, Yves Klein und Piero Manzoni befanden. 1968 zog er nach Comabbio. Mit seinem Werk gab der Bildhauer und Maler nicht nur der italienischen Kunst der Moderne richtungsweisende Impulse, sondern der europäischen Anvantgarde.

Lucio Fontana starb am 7. September 1968 in Comabbio mit 69 Jahren.

NameLucio Fontana

Geboren am19.02.1899

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortRosario de Santa Fee (ARG).

Verstorben am07.09.1968

TodesortComabbio (I).

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