Biografie

Søren Kierkegaard

Der dänische Philosoph und Schriftsteller war einer der Begründer des Existenzialismus. Er wird vielfach als der erste Existenzphilosoph oder als geistiger Wegbereiter oder Begründer der Existenzphilosophie aufgefasst. Søren Kierkegaard befasste sich mit der Zerrissenheit und Sinnlosigkeit des Seins, auf die es nach ihm nur Angst und Verzweiflung als Antwort gibt. In seiner Kritik befasste er sich mit der Philosophie der Romantiker und Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Kierkegaard betonte die Existenz des Einzelnen, für den er die Wahrheit und Erlösung suchte. Er teilte das Leben des Menschen in drei Stadien: in das ästhetische, ethische und religiöse Leben. Durch seine zweibändige Schrift "Entweder-Oder" (1843) gelangte er zu Berühmtheit...
Søren Kierkegaard wurde am 5. Mai 1813 als siebtes Kind des Wollhändlers Michael Petersen Kierkegaard und seiner Frau Anne Sørendatter Lund in Kopenhagen geboren.

Kierkegaard besuchte in den Jahren 1821 bis 1830 die Schule. Ab dem Jahr 1830 studierte er an der Universität Kopenhagen Theologie, später wechselte er zu den Fächern Ästhetik beziehungsweise Philosophie. Wegen der pietistischen Haltung des Vaters, die schwermütige Züge annahm, kam es öfter zu Konflikten zwischen ihm und seinem Sohn Søren. Der Pietismus des Vater beeinflusste Kierkegaards Denken. Im Mai 1838 erschien sein erstes literarisches Werk mit dem Titel "Großes Erdbeben". Im gleichen Jahr starb der Vater, mit dem er sich kurz zuvor versöhnt hatte. Vom Vater übernahm er vermutlich die eigene Tendenz zur Melancholie, die er zu verbergen suchte, indem er anderen und sich selbst ironisch-sarkastisch gegenübertrat.

Kierkegaard sah es als seine Verpflichtung gegenüber seinem Vater an, das Theologie-Studium doch noch zu beenden. So schloss er es im Jahr 1840 ab. Während dieser Zeit beschäftigte er sich intensiv mit den Werken von Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Im gleichen Jahr verlobte er sich mit Regine Olsen. Im Jahr darauf promovierte er mit der Schrift "Begriff der Ironie mit steter Bezugnahme auf Sokrates". Ebenfalls im Jahr 1841 löste er das Verlöbnis wieder auf. Dieses Ereignis zog eine rege literarische Tätigkeit nach sich. So entstand zunächst der Titel "Entweder – Oder", den er im Jahr 1843 unter dem Pseudonym Victor Eremita veröffentlichte. Im gleichen Jahr reiste er nach Berlin und wohnte dort der Vorlesung des Philosophen Friedrich Wilhelm Schelling bei.

Søren Kierkegaard musste sich in dieser Zeit mit der Satirezeitschrift "Der Corsar" auseinandersetzen. Im weiteren Verlauf dieser Konfrontation verfasste er Schriften, in denen er behauptete, dass das Wesen des christlichen Daseins durch die Prinzipien von Selbstverleugnung und Nachfolge geprägt seien, so zum Beispiel in der Abhandlung mit dem Titel "Einübung im Christentum" (1850). Seine weitere theologische Haltung entfernte sich immer weiter von derjenigen der dänischen Staatskirche. Kierkegaard kritisiert in seinen zumeist pseudonym erschienenen Schriften die Brüchigkeit des zeitgenössischen Christentums. Dazu entstanden insgesamt neun Polemiken mit dem Titel "Der Augenblick". Kierkegaard tat sich darin als einer der hervorragendsten religiösen und philosophischen Schriftsteller seiner Zeit hervor.

Dabei setzte er sich von der Romantik ab und ging auf ablehnende Distanz zu Georg Wilhelm Friedrich Hegel und dem Hegelianismus. Kierkegaard beschäftigte sich mit der Frage nach den möglichen christlichen Daseinsweisen im Zeitalter der Reflexion. Sein Thema wurde erst allmählich aktuell. Es wurde für die protestantische Theologie in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts bestimmend. Aber auch unterschiedliche philosophische Strömungen, die junge Psychoanalyse und die Dichtung nahmen sich ihm an. In seiner Lebenseinteilung in drei Stadien bedeutet das ästhetische Leben die Außenwelt. Dabei kritisiert er, dass sich die Menschen auf die Außenwelt stützen. Die Innerlichkeit in ihrer Selbstverantwortung nannte er das Ethische, dem er gleichfalls nicht traut. Schließlich erkannte er in der kompletten Preisgabe des Selbst an Gott das göttliche Leben.

Davon handelt unter anderem seine Schrift "Christliche Reden" (1848). Er forderte die absolute Hingabe an die christliche Wahrheit, das "existentielle" Denken. Diesen Anspruch sah er vom offiziellen Christentum nicht erfüllt, das er deswegen ablehnte. In der nachfolgenden Linie Søren Kierkegaards Haltung stehen die dialektischen Theologen und die Existenzphilosophen. Nach seinem Tod wurden seine Werke durch Übersetzungen international bekannt. Zu seinen weiteren Werken zählen unter anderen Titel wie "Aus den Papieren eines noch Lebenden" (1838), "Furcht und Zittern" (1843), "Der Begriff der Angst" (1844), "Philosophische Brocken" (1844), "Erbauliche Reden" (1844), "Stadien auf dem Lebenswege" (1845), "Das Buch der Adler" (1847), "Taten der Liebe" (1847) oder "Zwei kleine ethisch-religiöse Abhandlungen" (1849).

Søren Kierkegaard starb am 11. November 1855 in Kopenhagen.
1838
Großes Erdbeben

1938
Aus den Papieren eines noch Lebenden

1841
Magisterdissertation - Über den Begriff der Ironie. Mit ständiger Rücksicht auf Sokrates

1843
Entweder – Oder I/II

1843
Zwei erbauliche Reden

1843
Die Wiederholung

1843
Furcht und Zittern

1843
Drei erbauliche Reden

1843
Vier erbauliche Reden

1844
Zwei erbauliche Reden

1844
Drei erbauliche Reden

1844
Philosophische Brocken

1844
Der Begriff Angst

1844
Vorreden

1844
Vier erbauliche Reden

1845
Drei Reden bei gedachten Gelegenheiten

1845
Stadien auf des Lebens Weg

1846
Abschließende Unwissenschaftliche Nachschrift zu den Philosophischen Brocken

1846
Eine literarische Anzeige

1847
Erbauliche Reden in verschiedenem Geist

1847
Die Taten der Liebe. Etliche christliche Erwägungen in Form von Reden

1848
Christliche Reden

1848
Die Krise und eine Krise im Leben einer Schauspielerin

1849
Die Lilie auf dem Feld und der Vogel unter dem Himmel. Drei fromme Reden

1849
Zwei kleine ethisch-religiöse Abhandlungen

1849
Die Krankheit zum Tode

1849
Der Hohepriester – der Zöllner – die Sünderin. Drei Reden beim Altargang am Freitag

1850
Einübung im Christentum, 1. Auflage

1850
Eine erbauliche Rede

1851
Über meine Wirksamkeit als Schriftsteller

1851
Zwei Reden beim Altargang am Freitag

1851
Zur Selbstprüfung der Gegenwart anbefohlen

1855
Einübung im Christentum, 2. Auflage

1855
Der Augenblick

1855
Gottes Unveränderlichkeit. Eine Rede

NameSøren Kierkegaard

AliasSören Kierkegaard

Geboren am05.05.1813

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortKopenhagen (DK).

Verstorben am11.11.1855

TodesortKopenhagen (DK).