Biografie

Sophie Opel

Die Gastwirtstochter zählte Ende des 19. Jahrhunderts, durch die Umstrukturierung der Adam Opel Werke von einer Nähmaschinen- und Fahrradfabrik zu einem Automobilbauer, zu den herausragenden Pionieren des noch jungen Industriezweiges. Nach der erfolgreichen Produktion der ersten Opel-Modelle wurde Sophie Opel Begründerin des ersten Werkes in Deutschland, das Automobile in Serienproduktion herstellte. Bereits 1911 entstanden im Rüsselsheimer Adam Opel Werk unter der Führung von "Mutter Opel", wie sie von der Belegschaft genannt wurde, 3.000 Automobile, die weltweit exportiert wurden...

Persönlichkeiten der Automobilindustrie
Menschen und Marken
Sophie Scheller wurde am 13. Februar 1840 in Dornholzhausen geboren.

Aufgewachsen ist sie mit neun Geschwistern in bescheidenen Verhältnissen als Tochter eines Gastwirts. Die Schule besuchte sie in Dornholzhausen, wo sie sich auch die französische Sprache aneignete. Bereits in jungen Jahren machte sie die Bekanntschaft mit dem Schlossergesellen Adam Opel. Dieser hatte 1862 in Rüsselsheim das Unternehmen Adam Opel zur Produktion von Nähmaschinen gegründet. Am 17 November 1868 heiratete das Paar. Ihre Mitgift fiel bescheinen aus. Ihr Vater gewann kurz darauf bei einer Braunschweigischen Lotterie 100.000 Taler. Sophie und ihre neun Geschwister kamen so zu einem kleinen Wohlstand. Mit ihrem Anteil unterstützte Sophie Opel die Werkstatt ihres Mannes.

Der Betrieb wurde erweitert und es wurde eine Dampfmaschine angeschafft. Erst durch diese Neuerungen wurde die Massenproduktion möglich. 1869 arbeiteten für den Nähmaschinen-Unternehmer Opel 40 Arbeiter. 1864, 15 Jahre später, waren es 300 Mitarbeiter. Die Produktionskapazität lag damals bei 18.000 Nähmaschinen jährlich. In dem Unternehmen legte auch Sophie kräftig Hand an. Sie kümmerte sich um die Lohnauszahlung, den Verkaufsaußendienst und um die Auszubildenden. Nebenbei war sie noch Mutter von fünf Söhnen: Carl, Wilhelm, Heinrich, Fritz und Ludwig, die dem Ehepaar Opel in den Jahren 1869 bis 1880 geboren wurden. Opel stellte bis 1887 ausschließlich Nähmaschinen her. Noch im gleichen Jahr stellte er jedoch die Produktion zum Teil auf Fahrräder um, wobei die Herstellung von Nähmaschinen weiterlief.

Auf dem Fahrradsektor war der Betrieb so erfolgreich, dass er zum größten Fahrradhersteller Deutschlands avancierte. Adam Opel starb am 8. September 1887 an den Folgen einer Typhuskrankheit. Er hinterließ ein gutgehendes Unternehmen. Sophie Opel wurde darauf Leiterin des Unternehmens und zusammen mit ihren Söhnen Teilhaberin der Maschinen- und Fahrradfabrik. 1898 folgte sie dem Ratschlag der Söhne und begann mit der Produktion von Kraftfahrzeugen. Ende des 19. Jahrhunderts steckte die Automobilindustrie in Deutschland noch tief in den Kinderschuhen. Es gab kein deutsches Unternehmen, das Kraftfahrzeuge in Serienproduktion herstellte. Bereits 1901 stellte die Firma Adam Opel 30 Autos her. Noch immer wurden nebenbei auch Nähmaschinen gefertigt. 1911 hatte man die Jahresproduktion schon auf 3.000 Stück gesteigert.

Im gleichen Jahr fiel das gesamte Opel-Werk einem Großfeuer zum Opfer. Danach wurde gleich der Wiederaufbau in Angriff genommen. Die Produktion von Nähmaschinen wurde jedoch eingestellt. Die Firma Opel stellte sich dabei auf die ausschließliche Produktion von Kraftfahrzeugen ein. Die Fahrräder blieben allerdings noch bis 1937 im Angebotsprogramm. 1912 feierte der Betrieb, mit Sophie Opel an der Spitze, sein 50-jähriges Jubiläum. In dieser Zeit beschäftigte das Unternehmen 4.000 Mitarbeiter. Längst war Opel zu einem der führenden Automobil-Unternehmen in Deutschland aufgestiegen.

Sophie Opel starb am 30. Oktober 1913 in Rüsselsheim.

Im Jahr 1929, mittlerweile war aus dem Unternehmen eine Aktiengesellschaft geworden, verkaufte die Adam Opel AG das Unternehmen an den US-amerikanischen Konzern General Motors, zu dem sie noch heute gehört.


Persönlichkeiten der Automobilindustrie
Menschen und Marken

NameSophie Opel

Geboren am13.02.1840

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortDornholzhausen (D).

Verstorben am13.10.1913

TodesortRüsselsheim (D).