Biografie

Sophie Mereau

Die deutsche Schriftstellerin wurde bekannt mit ihren Natur- und Landschaftsgedichten, die auch vielfach unter anderem von Carl Friedrich Zelter, Ludwig van Beethoven oder Johann Friedrich Reichardt vertont wurden. Als hauptberufliche Schriftstellerin thematisierte sie in ihren Romanwerken die Selbstbestimmung der Frau. Darüber hinaus schrieb Sophie Mereau Beiträge für Almanache und übersetzte englische, spanische und italienische Texte ins Deutsche. In diesen Erzählwerken dreht sich alles um Frauenthemen, wie die freie Liebe oder die Eigenständigkeit der Frau. Ihre Ehe mit Clemens Brentano bestand aus partnerschaftlicher Zusammenarbeit an Dichtungen und Übersetzungen...
Sophie Mereau wurde am 28. März 1770 als Tochter eines herzoglichen Steuerbeamten im sächsischen Altenburg geboren.

Mereau mit gebürtigem Namen Schubart verbrachte ihr Kindheit in Altenburg. Ihr Vater sorgte für eine umfassende Ausbildung. Sie lernte Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Ihre Sprachkenntnisse kamen ihr später als Übersetzerin zugute. 1793 heiratete sie den Juristen Friedrich Ernst Karl Mereau, der 1795 Philosophie- und 1800 Juraprofessor in Jena wurde. Er nutzte bereits vor der Ehe seine Verbindungen zu Friedrich Schiller, der ihr Mentor wurde, für die literarische Karriere seiner Frau. Ihr Haus wurde zum geselligen Treffpunkt von Dichtern und Künstlern in Jena. Sie war bekannt mit der Persönlichkeiten ihrer Zeit wie zum Beispiel mit Friedrich Hölderlin, Johann Gottfried Herder, die Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel, Johann Wolfgang von Goethe, Clemens Brentano, Jean Paul, Karoline von Günderrode oder Sophie La Roche.

Im Jahr 1801 erfolgte die Scheidung. Sophie Mereau zog mit ihrer Tochter Hulda nach Camburg. Zwei Jahre später, 1803, heiratete sie Clemens Brentano, von dem sie schwanger war. Der Sohn starb wenige Wochen nach der Geburt. Mit Brentano zog sie zunächst nach Marburg und dann 1804 nach Heidelberg. Sophie Mereau lebte die emanzipierte Rolle der Frau entgegen zeitgenössischen Konventionen sowohl im Berufs- als auch im privaten Leben. Ihre Unabhängigkeit definierte sie über ihren beruflichen Erfolg und ihre überdurchschnittlichen Kenntnisse. Bei Johann Gottlieb Fichte besuchte sie als erste Frau die Philosophie-Vorlesungen an der Jenaer Universität. In ihrem privaten Liebesleben hielt sie ebenfalls an ihre Freiheitsideen fest. Die Anzahl ihrer Liebhaber war hoch gewesen. In ihrem ersten veröffentlichten Lyrikwerk "Bei Frankreichs Feier" von 1791 feierte sie die Ideale der Französischen Revolution.

Darunter befand sich auch das Schlüsselwort der Freiheit, für das auch Mereau eintrat. Literarischen Erfolg verbuchte sie mit ihren Natur- und Landschaftsgedichten, die auch vielfach unter anderem von Carl Friedrich Zelter, Ludwig van Beethoven oder Johann Friedrich Reichardt vertont wurden. Zu den Titeln zählen unter anderem "Des Lieblingsörtchens Wiedersehn" (1796), "Schwarzburg" (1796), "Die Landschaft" (1797), "Im Frühling" (1798), "Bergphantasie" (1798) oder "Der Garten zu Wörlitz" (1798). Neben der Lieferung von Beiträgen für Almanache betätigte sich Sophie Mereau auch als Herausgeberin verschiedener dieser beliebten Medien. So veröffentlichte sie beispielsweise im Jahr 1796 in der Zeitschrift "Deutschland" und befand sich dabei in bester Gesellschaft mit literarischen Größen wie Johann Gottfried Herder, Gottfried Bürger, Matthias Claudius oder Johann Wolfgang von Goethe.

Auch lieferte sie Texte für Schillers "Thalia" und seine "Horen". Mereau gab unter anderem den "Göttinger Musenalmanach für das Jahr 1803" oder die "Bunte Reihe kleiner Schriften" aus dem Jahr 1805 heraus. Die Medien wenden sich hauptsächlich an das Frauenpublikum. Darin veröffentlichte sie auch ihre Erzählungen wie zum Beispiel "Marie" (1798), "Elise" (1800), "Einige kleine Gemälde" (1801) oder die "Flucht nach der Hauptstadt" (1806). In diesen Erzählwerken dreht sich alles um Frauenthemen wie die freie Liebe oder die Eigenständigkeit der Frau. Darüber hinaus übersetzte sie aus dem Englischen, Spanischen , Italienischen und Französischen ins Deutsche. Darunter befanden sich Werke des italienischen Dichters Giovanni Boccaccio und sein Liebesroman "Fiametta" oder die "Persischen Briefe" des französischen Schriftstellers Charles de Montesquieu.

Zu den Übersetzungswerken gehören auch die Briefe der französischen Kurtisane Ninon de Lenclos, die mit ihrer sexuellen Freizügigkeit und geistigen Freiheit Sophie Mereau ein Vorbild war. Ihr zu Ehren verfasste sie einen biografischen Essay. Zu ihrem schriftstellerischen Gesamtwerk zählen ebenso Romane. 1794 entstand anonym der Titel "Das Blütenalter der Empfindung". 1803 wurde der Roman "Amanda und Eduard. Ein Roman in Briefen" veröffentlicht. Darin fand sie ihr bestimmendes Thema der Freiheit, das sie – wie im wirklichen Leben so auch literarisch – in der Liebe feierte. Sophie Mereau propagiert in ihren Romanwerken die Selbsttätigkeit und Unabhängigkeit der Frau.

Die Schriftstellerin wurde in nur drei Ehejahren mit Clemens Brentano viermal schwanger. Keines der Kinder blieb am Leben. Bei der letzten Schwangerschaft verblutete Mereau.

Sophie Mereau starb am 31. Oktober 1806 in Heidelberg.

NameSophie Mereau

Geboren am28.03.1770

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortAltenburg (D).

Verstorben am31.10.1806

TodesortHeidelberg (D).