Biografie

Adolf Merckle

Der deutsche Unternehmer und Jurist startete aus dem schwäbischen Blaubeuren eine eindrucksvolle Karriere, die ihn zu einem der reichsten Menschen der Welt machte. Dabei erwarb sich der Patriarch auch einen polarisierenden Ruf als Geschäftsmann. Zum Imperium von Dr. h.c. Adolf Merckle zählten der Generika Produzent Ratiopharm, ebenso der Pharma-Großhändler "Phoenix", wie auch der Skipistenraupenhersteller Kässbohrer. Hinzu kamen Immobilien und Beteiligungen wie etwa an dem Baustoffkonzern HeidelbergCement. Große Verluste nach Fehlspekulationen mit Volkswagen-Aktien nahmen dem 74jährigen Investor 2009 den Lebensmut...
Adolf Merckle wurde am 18. März 1934 in Dresden geboren.

Sein Vater Ludwig Merckle führte das 1881 im böhmischen Aussig gegründete Unternehmen "Adolf Merckle" in der zweiten Generation. Er hatte die väterliche Firma 1915 übernommen und um zwei pharmazeutische Fabriken erweitert. Nach der Machergreifung der NSDAP und des Zweiten Weltkrieges erfolgte die Enteignung der Familie. Anfang des Jahres 1945 wurden sie aus dem Sudetenland vertrieben. Darauf reiste die Familie in die Heimat von Adolf Merckles Mutter, ins schwäbische Blaubeuren bei Merklingen. Nach Abschluss der Schule mit Abitur studierte Adolf Merckle Jura in Tübingen, Hamburg und Grenoble. Im Anschluss ließ er sich als Rechtsanwalt in Hamburg nieder. Darauf kehrte er nach Blaubeuren zurück, um im elterlichen Unternehmen tätig zu werden.

Im Jahr 1967 übernahm er das Familienunternehmen, das zu dieser Zeit vier Millionen Mark Umsatz erwirtschaftete. Merckle baute die Firma systematisch um und bescherte ihr eine rasante Erfolgsgeschichte. Merckle heiratete in dieser Zeit die gelernte Krankengymnastin Ruth, geb. Schwenk. Aus dieser Beziehung wurden sie Eltern von vier Kindern. Merckle konzentrierte das Unternehmen Anfang der 1970er Jahre auf sogenannte "Nachahmer Medikamente", deren Patentzeit abgelaufen war und die somit, in gleicher Zusammenstellung, ohne Forschungs- und Testphasen, im Handel platziert werden konnten. Ab dem Jahr 1974 gründete er aus diesem Markt das Pharmaunternehmen Ratiopharm, das in den folgenden Jahren zum Konzern avancierte. Entscheidender Vorteil der Nachahmung war, dass so entstandene Medikamente weit günstiger als Konkurrenzprodukte angeboten werden konnten.

Anfang der 1990er Jahre führte er als einer der ersten großen deutschen Unternehmer ein systematisches Öko-Controlling ein. Zu dieser Zeit hielt er bereits Minderheitsbeteiligungen an mehreren Pharmagroßhändlern. 1991 ging aus diesen Beteiligungen die Phoenix Pharmahandel hervor, die sich zu einem der stärksten Umsatzbringer im Konzern entwickelte. 1997 zog sich Adolf Merkle aus der Geschäftsführung des Konzerns zurück und überließ seinem Sohn Ludwig die Führung. Die Aktivitäten der Merckle-Gruppe wurden in der VEM Vermögensverwaltung GmbH zusammengefasst. Zu zahlreichen weiteren Beteiligungen zählten 11 % an HeidelbergCement. Zudem stand Merckle auch in enger Verbindung zu dem größten HeidelbergCement Aktionär (22,44 Prozent), dem Ulmer Zementhersteller Schwenk, aus der Familie seiner Frau. Hinzu kamen die Mehrheitsanteile am Pistenraupen-Hersteller Kässboher.

Im Jahr 2004 wurde ihm der Sächsische Verdienstorden verliehen, weiter wurde Merckle die Ehrendoktorwürde der Universität Tübingen verliehen. Der Konzern zählte indes über 100.000 Mitarbeiter. Mit der Blauwald GmbH & Co. KG mit Sitz in Aalen-Ebnat, wurde Merckle 2004 mit der Übernahme des Forstbetriebs Ebnat des Fürstenhauses Thurn und Taxis mit 12.000 Hektar, davon über 8.000 Hektar Wald, zu einem der größten privaten Forstbetriebe in Deutschland. Im Oktober 2005 wurde Merckle vom Ministerpräsident Günther Oettinger mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Im Oktober 2008 verlor Merckle durch Fehlspekulationen mit Volkswagen-Aktien bis zu einer Milliarde Euro. Merckle erwog darauf den Verkauf von Ratiopharm, um mit dem Erlös die Bilanz der HeidelbergCement AG zu stabilisieren.

Nach Verhandlungen mit 30 Gläubiger-Banken, wurde Hilfe von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in Aussicht gestellt, in Höhe von 400 Millionen Euro.

Adolf Merckle verlohr damit auch weitreichenden Einfluss auf seine Unternehmen und nahm sich am 5. Januar 2009 an einer Bahnlinie nahe Blaubeuren das Leben.

NameAdolf Merckle

Geboren am18.03.1934

GeburtsortDresden (D).

Verstorben am05.01.2009

TodesortBlaubeuren (D).