Biografie

Siim Kallas

Der promivierte Wirtschaftswissenschaftler stellt seit 2004 den Vizepräsidenten der Europäischen Kommission mit den Geschäftsbereichen Verwaltung, Audit und Betrugsbekämpfung. Davor vollzog Siim Kallas eine beeindruckende wirtschaftspolitische Karriere, die ihn zunächst zum Vorsitzenden der Zentralunion der Gewerkschaften, zum Präsidenten der estnischen Nationalbank und schließlich zum estnischen Außenminister aufsteigen ließ. Unter dessen wurde Kallas, der sich als Architekt der estnischen Währungsreform verdient machte, 1994 zum Vorsitzenden der von ihm gegründeten Reformpartei gewählt...
Siim Kallas wurde am 2. Oktober 1948 in Tallinn geboren.

Nach Abschluss des Gymnasiums mit Abitur 1967 in Tallin, studierte Kallas ab 1967 an der Universität Tartu Finanzwesen und Kreditwirtschaft. 1972 schloss er das Studium mit der Auszeichnung "cum laude" ab. Von 1973 bis 1975 war er im gleichen Fach Aspirant, ehe er seine Ausbildung mit Promotion abschloss. Von 1975 bis 1979 verdiente er sich im Finanzministerium der Estnischen Sowjetrepublik. Von 1979 bis 1986 wurde er zum Direktor des Vorstandes der Estnischen Sparkassen berufen. 1986 bis 1989 wurde Kallas stellvertretender Herausgeber der Parteizeitung "Rahva Hääl" (Stimme des Volkes).

Im Jahr 1989 folgte seine Wahl zum Vorsitzenden der Zentralunion der Gewerkschaften. Dieses Amt begleitete er bis 1991. Während der estnischen Autonomiebestrebungen wurde Kallas bekannt als Protagonist der Wirtschaftsliberalisierung und besonders der monetären und wirtschaftlichen Unabhängigkeit Estlands von der Sowjetunion. 1991 wurde Siim Kallas Präsident der estnischen Nationalbank. Er war einer der Architekten der estnischen Währungsreform. 1992 führte Estland eine eigene Landeswährung, die "Krone" ein, die durch den Currency-Board-Mechanismus an die Deutsche Mark gekoppelt wurde.

Im Jahr 1994 wurde Kallas zum Vorsitzenden der von ihm gegründeten Reformpartei gewählt. Die Reformpartei vertritt eine liberal-demokratische Linie und ist Mitglied der Internationalen Liberalen. 1995 wurde er ins estnische Parlament gewählt und noch im selben Jahr zum Außenminister ernannt. In dieser Funktion war er einer der ersten Gestalter der estnischen Europapolitik. Unter seiner Führung als Außenminister beantragte Estland die Mitgliedschaft in der Europäischen Union, legte EU-Koordinierungsstrukturen fest und arbeitete den ersten Aktionsplan für die Mitgliedschaft aus. 1999 wurde Kallas zum zweiten Mal ins estnische Parlament gewählt und in der neuen Regierung zum Finanzminister ernannt. Er übte dieses Amt drei Jahre lang aus.

In dieser Zeit führte er in die Einkommenssteuergesetzgebung die Befreiung reinvestierter Gewinne von der Körperschaftssteuer ein. Als Finanzminister war Kallas auch eng an den EU-Beitrittsverhandlungen, insbesondere an den Beratungen über monetäre und finanzielle Aspekte, beteiligt. 2002 wurde Kallas zum Ministerpräsidenten von Estland ernannt. Er übte dieses Amt bis zu den Wahlen im Jahr 2003 aus. In diesen Jahren wurde Estland aufgefordert der NATO beizutreten und schloss die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union ab. 2003 wurde Kallas erneut in das estnische Parlament gewählt, wo er als Mitglied des außenpolitischen Ausschusses tätig war.

Ab Mai 2004 war er als Mitglied der Europäischen Kommission mit Wirtschafts- und Währungsfragen befasst. Zum 1. November 2004 wurde er zum Vizepräsidenten der Europäischen Kommission mit dem Geschäftsbereich Verwaltung, Audit und Betrugsbekämpfung berufen.

NameSiim Kallas

Geboren am02.10.1948

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortTallinn (EST).