Biografie

Rudolf Virchow

NameRudolf Virchow

Geboren am13.10.1821

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortSchievelbein (Pommern)

Verstorben am05.09.1902

TodesortBerlin (D).

Rudolf Virchow

Der deutsche Mediziner wurde berühmt als Arzt, der sich für die Volksgesundheit und eine staatliche Gesundheitsfürsorge einsetzte; dazu forderte er demokratische und soziale Reformen. Über seine politische Arbeit als Abgeordneter im preußischen Abgeordnetenhaus und Mitbegründer der Deutschen Fortschrittspartei wollte Rudolf Ludwig Karl Virchow seine Ziele erreichen. Auf Virchow geht unter anderem das System der Wasserversorgung in Berlin zurück...
Rudolf Ludwig Karl Virchow wurde am 13. Oktober 1821 als Sohn des Landwirts und Stadtkämmerers Carl Virchow und dessen Frau Johanna, geborene Hesse, im pommerschen Schievelbein (im heutigen Swidwin/Polen) geboren.

Rudolf Ludwig Karl Virchow wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Ab 1839 studierte er mit Hilfe eines Stipendiums der Berliner militärärztlichen Akademie Medizin. Virchow promovierte am 21. Oktober 1843. Im darauffolgenden Jahr wurde er Assistent von Robert Froriep an der Berliner Charité und später dessen Nachfolger. 1846 legte Virchow sein Staatsexamen ab, 1847 habilitierte er sich. Im gleichen Jahr wurde er Herausgeber des "Archivs für pathologische Anatomie und Physiologie". 1848 geriet Virchow erstmals in politische Schwierigkeiten. Im Auftrag der preußischen Regierung untersuchte er eine Fleckfieber-Epidemie in Oberschlesien.

In seinem abschließenden Bericht wies er den Beamten und auch der Kirche zumindest eine Mitschuld an der Epidemie zu. Ohne "volle und uneingeschränkte Demokratie", so Virchow, könne es keinen Wohlstand und keine Gesundheit geben. Während der Märzrevolution 1848 kämpfte Virchow auf Seiten der Demokraten, im Oktober nahm er an einem Demokratischen Kongress teil. In den Jahren 1848/49 wurde Rudolf Virchow Herausgeber einer weiteren Zeitung. In der sozialpolitischen Wochenschrift namens "Medicinische Reform" forderte Virchow erneut eine "öffentliche Gesundheitspflege".

Sein politisches Engagement führte dazu, dass er seine Stelle an der Charité verlor. Im Jahr 1849 folgte Virchow einem Ruf nach Würzburg, wo er – gegen das Versprechen, sich nicht mehr radikal politisch zu betätigen – einen Lehrstuhl für Pathologie besetzte. 1850 heiratete er die Tochter eines Geheimen Sanitätsrats, Rose Mayer. Das Paar hatte insgesamt sechs Kinder. Zwei Jahre später ging Virchow erneut mit politischen Forderungen an die Öffentlichkeit: nach einer im Auftrag der Württembergischen Regierung durchgeführten Untersuchung der Bevölkerung in den Elendsquartieren, verkündete Virchow, dass Bildung, Wohlstand und Freiheit Voraussetzung für die Gesundheit der Bevölkerung seien.

In Würzburg zu Berühmtheit gelangt, holte Berlin Virchow 1856 schließlich auf einen eigens für ihn geschaffenen und in Deutschland einmaligen Lehrstuhl für Pathologische Anatomie zurück. Im Jahr 1858 erschien die Schrift "Die Zellularpathologie in ihrer Begründung auf physiologische und pathologische Gewebelehre" – eine neue Krankheitslehre war geboren. Bereits drei Jahre zuvor hatte Virchow in einem ersten Aufsatz mit dem Titel "Cellular-Pathologie" seine Überlegung von den Zellen als kleinste eigenständige Einheiten im Körper skizziert. Er führte darin alle Krankheiten auf Veränderungen der Körperzellen zurück.

Von 1859 bis zu seinem Tod war Virchow Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung. In diesem Gremium setzte er sich für den Bau von Krankenhäusern und die systematische Erfassung medizinischer Daten ein. Zudem führte er das System der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Berlins ein. 1861 gehörte Virchow zu den Mitbegründern der Deutschen Fortschrittspartei, für die er von 1862 bis 1867 im preußischen Abgeordnetenhaus vertreten war. Er gehörte zu den schärfsten Kritikern Bismarcks.

Die Auseinandersetzungen führten soweit, dass Bismarck ihn 1865 zum Duell forderte. Nur das Eingreifen des Kriegsministers konnte Schlimmeres verhindern. Ab 1880 saß Virchow zunächst für die Fortschrittspartei, ab 1884 dann für die Freisinnige Partei im Deutschen Reichstag, wo er sich erneut für den Aufbau einer staatlichen Gesundheitsfürsorge einsetzte. In der Zeit von 1886 bis 1888 beteiligte sich Virchow an der Gründung des Ethnologischen Museums und des Völkerkundemuseums in Berlin. Er begleitete Heinrich Schliemann bei seinen Ausgrabungen in Troja.

Rudolf Ludwig Karl Virchow starb am 5. September 1902 in Berlin.

NameRudolf Virchow

Geboren am13.10.1821

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortSchievelbein (Pommern)

Verstorben am05.09.1902

TodesortBerlin (D).

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