Biografie

Roland Topor

Der französische Karikaturist und Schriftsteller stattete seine Werke mit großdimensionierten, suggestiven Phantasien aus. Sein Titel "Die Memoiren eines alten Arschlochs" parodiert die auf dem Markt kursierenden Memoirenwerke und zugleich den Literaturbetrieb. In seinen Zeichnungen folgte Roland Topor der Linie der bitteren Humoristen im surrealen Stil. Topor engagierte sich für das Theater, für die Oper und für den Film, sowohl im künstlerischen als auch im schriftstellerischen Bereich. So verfasste er zahlreiche Theaterstücke. Sein Roman mit dem Titel "Der Mieter" wurde von Regisseur Roman Polanski 1976 verfilmt...
Roland Topor wurde am 7. Januar 1938 als Sohn einer polnisch-jüdischen Einwandererfamilie in Paris geboren.

Im Jahr 1929 kam sein Vater mit einem Stipendium an die Kunstakademie von Paris. Die Besetzung Frankreichs durch die deutschen Nationalsozialisten überstand die Familie glücklich, indem sie sich auf dem Land versteckt hielt. In den Jahren von 1955 bis 1964 studierte Roland Topor an der Pariser École Nationale des Beaux-Arts die Schönen Künste. Er war unter anderem ein Schüler von Edward Georg in der Druckgrafikklasse. 1958 veröffentlichte er erstmals Zeichnungen in der Zeitschrift "Bizarre". Roland Topor war ein vielseitiger Künstler. Er war tätig als Schriftsteller, Zeichner, Illustrator, Bühnenautor, Regisseur, Filmemacher, Schauspieler und Bühnenbildner. So fertigte er Zeichnungen für die Laterna-magica-Sequenz in Federico Fellinis Film "Cassanova" an.

Auch stattete Topor die Bayerische Oper für das Opernstück "Ubu Rex" in der Bearbeitung des polnischen Musikers und Komponisten Krzysztof Penderecki aus. Er wirkte als Schauspieler in der Werner-Herzog-Verfilmung von "Nosferatu" mit sowie in der Verfilmung des Günter-Grass-Romans "Die Blechtrommel" von Volker Schlöndorff. Topor engagierte sich für das Theater, für die Oper und für den Film sowohl im künstlerischen als auch im schriftstellerischen Bereich. So verfasste er zahlreiche Theaterstücke. Sein Roman mit dem Titel "Der Mieter" wurde von dem berühmten polnischen Regisseur Roman Polanski im Jahr 1976 verfilmt. Mit seinen Zeichnungen und Gemälde machte Roland Topor immer wieder Furore. So arbeitete er unter anderem für den österreichischen Künstler André Heller. Für dessen "Luna Park" schuf Topor einen Männerkopf, aus dessen Hirn sich Regenwürmer herauszwängen.

In seinem autobiografischen Werk mit dem Titel "Memoiren eines alten Arschlochs", das im Jahr 1975 unter dem Originaltitel "Mémoires d'un vieux con" erschien, parodiert er die Memoirenwut anderer Schriftsteller und zugleich den Literaturbetrieb. Darin behauptet er unter anderem, dass er Marilyn Monroe befummelt oder den spanischen Maler Pablo Picasso geärgert habe. Zwei Jahre später, im Jahr 1977, lag die Ausgabe in deutscher Sprache vor. Topor hatte indes zahlreiche Ausstellungen, unter anderem "Maison des Beaux-Arts" in Parais von 1961, "Haus am Lützowplatz" in Berlin von 1965, "Milano Libri" in Mailand von 1968, "Gimpel Gallery" in London von 1969, "Lefebre Gallery" in New York von 1970, "Arts Club" in Chicago von 1972, "Unac" in Tokio von 1975, "Musée National d'Art moderne" in Paris von 1976, "Palais des Beaux-Arts" in Brüssel von 1979, "Stedelijk Museum" in Amsterdam von 1983 oder "Moderna Museet" in Stockholm von 1984.

Zu seinen Illustrationen gehören beispielsweise "Les Masochistes" aus dem Jahr 1960 oder "Panic" aus dem Jahr 1965. Zu seinen weiteren Romanen zählen unter anderem "Le locataire chimérique" aus dem Jahr 1964, "La princesse Angine" aus dem Jahr 1967, "Les deux caprices" aus dem Jahr 1974, "Roland Topors Theatralische Sendung", "Pinocchios Abenteuer" oder "Je t`aime". Topor schrieb unter anderem die beiden Theaterstücke "Joko fete son anniversaire" (1975) und "Batailles" (1983).

Roland Topor starb am 16. April 1997 in Paris.

NameRoland Topor

Geboren am07.01.1938

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortParis (F).

Verstorben am16.04.1997

TodesortParis (F).