Biografie

Robert Musil

NameRobert Musil

Geboren am06.11.1880

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortKlagenfurt (A).

Verstorben am15.04.1942

TodesortGenf (CH).

Robert Musil

Der österreichische Schriftsteller zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Literaten des 20. Jahrhunderts. Obwohl literarischer Erstling, wurde "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" (1906) sein erfolgreichstes Werk, das ihn weithin bekannt machte. Sein mehrbändiges Hauptwerk "Der Mann ohne Eigenschaften" (1930, 1933 und 1943) blieb unvollendet. Der Roman handelt von Musils zentralem Thema, der Erfahrung und Überwindung der Spaltung des modernen Bewusstseins. Diese Schrift wurde nach ihrem Erscheinen Anfang der 1930er Jahre zunächst wenig beachtet. In den 1950er Jahren besorgte Adolf Frisé eine Neuedition dieses Romanfragments und trug so maßgeblich zu dessen Wiederentdeckung bei...
Robert Musil wurde als Sohn des Ingenieurs und späteren Hochschulprofessors Alfred Musil und seiner Frau Hermine, geborene Bergauer, am 6. November 1880 in Klagenfurt geboren.

Von 1892 bis 1897 besuchte Robert Musil die Militär-Realschulen in Eisenstadt und Mährisch-Weißkirchen. Ab 1897 studierte er an der Technischen Militärakademie in Wien. Doch nach einem Jahr brach er ab und immatrikulierte sich an der Deutschen Technischen Hochschule in Brünn. Dort studierte er von 1898 bis 1901 Maschinenbau mit dem Abschluss der zweiten Staatsprüfung.

Im Anschluss absolvierte er ein Freiwilligenjahr bei der Infanterie in Brünn. 1903 war er Volontärsassistent an der TH Stuttgart. An der Berliner Universität begann er dann ein Studium der Physik, Philosophie und Psychologie. 1906 erschien sein erster Roman "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß", der von den Erfahrungen eines Internatsschülers handelt, seinen Einblicken in die inneren Vorgänge und seiner Erkenntnis davon. Musil versucht darin einer anderen als der bürgerlichen Realität nachzukommen.

Die Spaltung in zwei Wirklichkeiten, äußere und innere, sowie die Überwindung bleiben Musils zentrales Thema auch in seinem anderen Werken wie zum Beispiel "Die Schwärmer". Zu diesem Themenkreis gehört gleichfalls die Frage nach der Mitteilsamkeit dieses Problems. Obwohl literarischer Erstling, wurde "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" Musils erfolgreichstes Werk, das ihn weithin bekannt machte. Besonders die Expressionisten lobten das Werk, denn sie sahen darin ihre eigene literarische Auffassung realisiert.

Im Jahr 1908 schloss er das Studium mit der Promotion ab. Seine Dissertationsarbeit beschäftigt sich mit dem Physiker und Philosophen Ernst Mach. Danach arbeitete Musil als freier Schriftsteller. Von 1908 bis 1910 gab er die Zeitschrift "Pan" heraus. 1911 zog er nach Wien und hatte bis 1914 eine Anstellung als Bibliothekar an der TH, da er von der freien Schriftstellerei nicht leben konnte. Nebenbei schrieb er Essays und die Arbeiten an seiner Komödie "Die Schwärmer" begannen.

Im Jahr 1911 erschien sein Erzählband "Vereinigungen". Er heiratete die Malerin Martha Marcovaldi-Heimann in Wien. 1913 siedelte er nach Berlin über und vereinbarte mit dem S. Fischer Verlag die redaktionelle Mitarbeit an der renommierten "Neuen Rundschau". 1914 wurde er Mitarbeiter von Franz Pfemferts "Aktion", einem Blatt der Expressionisten. Musil nahm dann von 1914 bis 1918 mit Begeisterung am Ersten Weltkrieg teil. Er war österreichisch-ungarischer Reserveoffizier und hielt sich in Südtirol und an der italienisch-serbischen Front auf.

Nach einer Verletzung arbeitete er als Redakteur bei der Militärpresse und gab die "Südtiroler Soldaten-Zeitung" und die "Heimat" heraus. Im Wiener Kriegspressequartier traf er auf Stefan Zweig, Robert Müller und Hugo von Hofmannstahl. 1917 wurde Musil mit dem Titel "Edler von" geadelt. Ab 1920 hielt er sich in Berlin auf und hatte dort Kontakt mit Ernst Rowohlt, in dessen Verlag später seine Bücher herauskamen.

In den folgenden zwei Jahren war er als Berater für militärische Fragen verantwortlich. Von 1921 bis 1931 lebte er in Wien und arbeitete als Theaterkritiker, Essayist und Schriftsteller. 1921 wurde die Komödie "Die Schwärmer" veröffentlicht. Zwei Jahre darauf wurde er mit dem Kleist-Preis geehrt. Der Novellenzyklus "Drei Frauen" und die Posse "Vinzenz und die Freundin bedeutender Männer" erschienen 1924. In den Jahren von 1925 bis 1942 arbeitete Robert Musil an seinem dreibändig gebliebenem Hauptwerk, dem Roman "Der Mann ohne Eigenschaften".

Das Werk macht die Brüchigkeit der zeitgenössischen Gesellschaft sichtbar, die Suche nach einem ganzheitlichen Bewusstsein des Einzelnen in der modernen Gesellschaft. 1926 ehrte ihn die Stadt Wien mit dem Kunstpreis. 1929 erhielt er den Gerhart-Hauptmann-Preis. Im Jahr darauf wurden die beiden ersten Teile von "Der Mann ohne Eigenschaften" veröffentlicht. Ende von 1930 kam der dritte Teil heraus. Sie wurden von der Kritik positiv aufgenommen, dennoch blieb der Publikumserfolg aus und die finanzielle Lage des freien Schriftstellers mehr als angespannt.

Im Jahr 1932 wurde die Musil-Gesellschaft gegründet, um den Schriftsteller in seiner Arbeit finanziell zu unterstützen. Im Jahr der Machtübernahme Adolf Hitlers zog er mit seiner jüdischen Frau nach Wien. 1936 wurde in Zürich die Essaysammlung "Nachlaß zu Lebzeiten" veröffentlicht. Nach dem "Anschluss" Österreichs 1938 zog Musil mit seiner Frau über Italien nach Zürich. Seine Bücher wurden in Deutschland und Österreich auf die Indexliste gesetzt.

Die Werke von Musil gerieten schnell in Vergessenheit, bis in den 1950er Jahren eine Neuentdeckung des Autors erfolgte.

Robert Musil verstarb am 15. April 1942 in Genf.

Den letzten Teil seines Romans "Der Mann ohne Eigenschaften" veröffentlichte seine Frau im Jahr 1952. Im Juni 1974 wurde in Wien eine Internationale Robert-Musil-Gesellschaft (IRMG) gegründet, die sich mit dem Werk und Nachlass beschäftigt.

NameRobert Musil

Geboren am06.11.1880

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortKlagenfurt (A).

Verstorben am15.04.1942

TodesortGenf (CH).

google-site-verification: google44cc944cebb47e16.html