Biografie

Richard Artschwager

Der US-amerikanische Objektkünstler, Bildhauer, Grafiker und Maler zählt zu den einflussreichsten Vertretern der Stilrichtung von Minimal Art. Später wurde er zur Konzeptuellen Kunst zugerechnet. Er gilt als Erfinder der Fotoraster-Malerei mit Einfluss auf die Fotorealisten. In seiner letzten Schaffensphase hat er sich einen Namen als Pionier in der Objekt- und Installationskunst gemacht. Dabei schafft Richard Artschwager Werke, die sich zwischen alltäglichen Gegenständen und Skulpturwerken bewegen. Mit seinen Arbeiten vermittelt er oft eine andere Wahrnehmung, die traditionelle Perspektiven irritiert...
Richard Artschwager wurde als Sohn eines Deutschen und einer Russin am 26. Dezember 1923 in Washington D.C. geboren.

Seine Kindheit verbrachte er in New Mexico. An der Cornell University, Ithaca, im Bundesstaat New York studierte er in der Zeit von 1941 bis 1948 Mathematik und Chemie. In der Zwischenzeit bis 1946 hielt er sich während seines Militärdienstes in Europa auf. In den Jahren 1944 und 1945 nahm er als Intelligence Officer an der Befreiung von Kassel statt. Nach einer Lehre als Möbeltischler studierte Artschwager ab 1950 zwei Jahre lang an der Amedée-Ozenfant-Studio-School in New York Kunst. In der Folgezeit fertigte er vor allem bis 1962 Möbel oder möbelähnliche Gegenstände an, die auch immer Skulptur-Elemente erkennen ließen.

Sein Werk "Portrait 1" von 1962 setzt sich aus malerischen und bildhauerischen Elementen zusammen: Auf einen Kubus malte der Künstler ein Portrait eines Mannes in Grisailletönen, das wie ein Schwarz-weiß-Foto anmutet. Noch 1963 fertigte er die Möbelarbeit Claes Oldenburgs Bedroom Ensemble an, die im Frankfurter Museum für Moderne Kunst zu sehen ist. Im Jahr 1965 zeigte er seine Werke in einer ersten Ausstellung in der Galerie von Leo Castelli in New York. In den beiden Folgejahren beteiligte er sich an mehreren Ausstellungen in den USA. In Deutschland stellte Artschwager in der Zeit zwischen 1968 und 1992 unter anderem auf der ducumenta 4, der documenta 5, der documenta 7, der documenta 8 und der documenta 9 in Kassel aus.

Artschwagers Maler- und Bildhauerwerken in den 1960er und 1970er Jahren, deren Anfertigung er sich ab 1962 verstärkt widmete, ließen sich nicht eindeutig Stilrichtungen zuordnen; offiziell zählen sie zu Pop- und Minimal Art sowie der Konzeptuellen Kunst. In seinen frühen Bildern verwendete der Künstler oft Motive, die aus Immobilienanzeigen stammten. Danach wandte er sich banalen Motiven zu, die er stark vergrößerte. Durch die Grisailletechnik wirken sie wie vergrößerte Fotos, die zudem aufgerastert wurden. Die Malerarbeiten entstanden auf Celotex, einer Faserplatte aus Zuckerrohrresten vermischt mit Mineralfasern. Der ausgewählte Untergrund zeichnet sich durch eine raue Oberfläche aus, die Artschwagers Darstellungstechnik entgegenkommt.

Sie nähert sich dem Stil des amerikanischen Hyper-Realismus an, der Material und Struktur unterstreicht und auf die künstlerische Subjektivität komplett verzichtet. In jüngster Zeit wurde Artschwager unter anderem 2005 mit dem Wolfgang-Hahn-Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig in Köln ausgezeichnet und 2007 mit dem Roswitha Haftmann-Preis in Zürich. Der Künstler lebt und arbeitet in Upstate New York.

NameRichard Artschwager

Geboren am26.12.1923

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortWashington D.C. (USA).