Biografie

Peter Zumthor

Der Schweizer Planer zählt zu den Stararchitekten mit Weltruhm. Das Bemerkenswerte an ihm ist, dass er mit nur wenigen Bauten diese internationale Popularität und Bedeutung erlangte. Zum Einen begründet die einfache Kapelle Sogn Benedetg im rätoromanischen Dorf Sumvitg und zum Anderen das Kunsthaus am Bodensee-Ufer in Bregenz seinen Ruf. Peter Zumthor avancierte damit zum Wegbereiter der neuen "alpinen Architektur". 2009 wurde er für sein Lebenswerk mit dem wichtigsten Architekturpreis ausgezeichnet, dem Pritzker-Preis...

Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
Peter Zumthor wurde im Jahr 26. April 1943 in Basel in der Schweiz geboren.

Nach seiner Schulausbildung begann Zumthor 1958 zunächst eine Lehre als Möbelschreiner. Danach besuchte er ab 1963 die Schule für Gestaltung in Basel. 1966 wechselte er nach New York ans Pratt Institute, wo er sein Studium fortsetzte. Nach seinem Studienabschluss übte Zumthor mehrere Lehrtätigkeiten für Architektur aus, so zum Beispiel in Deutschland, in der Schweiz und in den Vereinigten Staaten. Zeitweise arbeitete er als Denkmalpfleger. 1979 eröffnete er sein eigenes Architektenbüro in Haldenstein im schweizerischen Graubünden, nahe Chur. Zumthor beschäftigt dort bald 14 Architekten und Möbelschreiner. Dort hat er zahlreiche Gebäude und Bauten geplant. So entstand 1983 die Schulanlage in Churwalden nach seinem Entwurf.

Im gleichen Jahr entstand das Doppelwohnhaus Räth in Haldenstein. In Chur konstruierte Zumthor 1986 die Schutzbauten über den Funden aus der Römerzeit. Im selben Jahr entwarf er sein Atelier in Haldenstein nach eigenen Plänen. Es ist als ein Holzquader mit einem versetzten Eingang realisiert. Mit der Kapelle Sogn Benedetg in Sumvitg kam 1989 der internationale Durchbruch. Es folgte im Jahr darauf der Planungsauftrag für das Kunstmuseum Chur, zusammen mit P. Calonder und H.J. Rauch. 1993 plante Zumthor das Altenwohnheim in Masans. Im Jahr darauf konstruierte er das Haus Gugalun in Versam. 1996 gestaltete er das Felsenthermalbad Vals im Kanton Graubünden, das zu einem vielbeachteten Objekt wurde. Nicht nur dort offenbaren sich seine handwerklich hochwertigen Arbeiten. Nach seinen Plänen wurde graugrüner Gneis exakt zugeschnitten und ohne Mörtel geschichtet.

In dem Valser Bad wurden weitere edle Materialien verarbeitet wie zum Beispiel Muranoglas, das von den Türen in Blau schimmert. Zu der Farbenvielfalt passt auch das Holz der Umkleidekabinen, das in Rot gebeizt wurde. Zumthor gilt als Wegbereiter der neuen "alpinen Architektur". Neben der Kapelle Sogn Benedetg in dem Dorf Sumvitg und der unterweltartigen Felsentherme im Valsertal in Graubünden begründete noch das Kunsthaus in Bregenz, das 1996 fertig gestellt wurde, das weltweite Ansehen des Schweizer Architekten. Im Jahr zuvor entwarf er in Biel-Benken im Baselland die Wohnsiedlung Spittelhof. 1993 gewann Zumthor den Wettbewerb für den Neubau der Gedenkstätte und des Internationalen Ausstellungs- und Dokumentationszentrums "Topographie des Terrors" in Berlin, also des freigelegten Folterkellers der Gestapo.

Doch dann stellten sich Schwierigkeiten bei der weiteren Finanzierung des Vorhabens ein. Zumthors Entwurf produzierte immer höhere Kosten – bis ein Baustopp verhängt wurde. Es drohte ein Scheitern des gesamten Projekts. Schließlich kam es im Juni 2001 doch noch zur Einigung zwischen Zumthor und dem Berliner Senatsbauamt. Mit einem kleineren Gesamtbudget von 76 Millionen Mark wurden die Arbeiten an dem vom Fachpublikum hoch gelobten Bauvorhaben weitergeführt, ehe es 2004 scheiterte. Der Schweizer Architekt wurde indes ein vielfach ausgezeichneter Bauplaner. 1997 ging Zumthor als Sieger aus dem Wettbewerb um das Erzbischöfliche Diözesanmuseum in Köln hervor. Und auch in zahlreichen Ausstellungen wie zum Beispiel in Architekturgalerien, Museen und an internationalen Architekturschulen sowie auf der Biennale in Venedig waren seine preisgekrönten Arbeiten zu bewundern.

Zu Zumthors nationalen und internationalen Auszeichnungen zählen unter anderem die "Auszeichnung guter Bauten im Kanton Graubünden" (1987 und 1994), die Heinrich-Tessenow-Medaille der Technischen Universität Hannover (1989), der Internationale Architekturpreis für Neues Bauen in den Alpen (1992 und 1995), die Auszeichnung "Bestes Gebäude" (1993), International Prize for Stone Architecture der Fiera di Verona in Italien (1995) und der Erich-Schelling-Preis für Architektur der Erich-Schelling-Stiftung in Deutschland (1996). 2009 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet, dem wichtigsten Architekturpreis. 2011 entstand nach seiner Planung das Pavillon Serpentine Gallery, London und 2012 das Hexenmuseum in Vardø, Norwegen.


Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.

NamePeter Zumthor

Geboren am26.04.1943

GeburtsortBasel (CH).