Biografie

Peter Paul Rubens

Der flämische Barockmaler war der berühmteste Maler seiner Zeit und Diplomat der spanisch-habsburgischen Krone. In seinen frühen Jahren als Maler wirkten die Einflüsse antiker Kunstströmungen auf sein Schaffen, das unter anderem von den Farben der venezianischen Maler geprägt war. Sein Malstil mit dem betonten Ausdruck der Bewegung und der hohen Farbqualität war richtungsweisend in der zeitgenössischen Malkunst. Peter Paul Rubens war ein vielseitiger Maler, der von Altar- und Jagdbildern bis zu mythologischen und Deckengemälden zahlreiche Motive realisierte. In seinem Spätwerk wuchsen seine Arbeiten zu Monumentalbildern mit hellen Farben an. Angeregt durch seine junge Frau stand die weibliche Schönheit im Vordergrund, die er mit viel Sinnlichkeit in seinen Bildern realisierte. Darüber hinaus war Rubens als Illustrator, Zeichner und Graphiker tätig...
Peter Paul Rubens wurde als sechstes von insgesamt sieben Kindern des aus Antwerpen stammenden Juristen Jan Rubens und seiner Frau Maria Pypelincks am 28. Juni 1577 im westfälischen Siegen geboren.

Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1587 siedelte die Familie von Peter Paul Rubens zurück nach Antwerpen. Dort besuchte er die Lateinschule. Danach befand er sich für kurze Zeit als Page in den Diensten der Gräfin Marquerite de Ligne, der Witwe des Grafen von Lalaing, auf deren Landschloss. Doch Rubens interessierte sich für die Malerei. So wurde er Schüler von den Malern Tobias Verhaecht, Adam van Noort und Otto van Veen. Nach dem Abschluss seiner Lehrzeit im Jahr 1598 arbeitete er noch bis zum Jahr 1600 bei Otto van Veen. Doch bereits zwei Jahre zuvor wurde er als Freimeister Mitglied in der Lucasgilde. 1600 siedelte er nach Italien über, wo er sich als freier Maler betätigte. Rubens wurde im gleichen Jahr vom Herzog von Mantua, Vincenzo Gonzaga, zum Hofmaler ernannt. Der Künstler bereiste zahlreiche Städte in Italien wie Genua oder Padua. 1603 hielt er sich am spanischen Hof in Valladolid als Abgesandter des Herzogs Gonzaga auf. Ab 1606 zog Rubens nach Rom und studierte neben den antiken Meisterkünstlern auch Architektur.

Die Ergebnisse seiner Baukunst-Studien mündete 1622 in dem Buch "Palazzi di Genua". 1608 reiste Rubens zurück nach Antwerpen wegen der Erkrankung der Mutter, die aber noch vor seiner Ankunft starb. Mittlerweile ein berühmter flämischer Maler, versuchte die Stadt Antwerpen die Persönlichkeit mit lukrativen Aufträgen zu halten. So sollte er Kunstarbeiten am Rathaus von Antwerpen durchführen wie zum Beispiel die "Anbeteung der Könige". Hinzu kam die Aussicht auf den Posten des Hofmalers bei dem Statthalter-Ehepaar von Spanisch-Niederlande, Erzherzog Albert und die Infantin Isabelle. Auch dieser Posten war mit einer guten Bezahlung verbunden. Rubens entschied sich, in Antwerpen zu bleiben. Darüber hinaus erhielt er viele Vergünstigungen wie Steuerfreiheit oder Anstellung unbegrenzter Anzahl von Gehilfen. Rubens zog sein Malatelier wie einen kommerziellen Handwerkbetrieb in großem Umfang auf, den er zu einem gut florierenden Unternehmen entwickelte.

Er ließ etliche Mitarbeiter Kunstwerke produzieren, die er auf dem Kunstmarkt anbot. Unter anderem arbeiteten für ihn die Maler Anthonis van Dyck, Frans Snyders oder Jan Bruegel der Ältere. Er ließ Spezialisten für sich arbeiten und folgte damit einer gut organisierten Arbeitsteilung. Seine Werke wurden oftmals in Kupfer gestochen, um sie dann in ganz Europa auf dem Kunstmarkt zu verkaufen. Besonders bei Auftragsarbeiten lieferte Rubens lediglich die Entwürfe, die Realisierung lag dann in den Händen seiner Mitarbeiter. Außerdem ließ er seine eigenen Kunstwerke in seiner Werkstatt für den Verkauf reproduzieren. Der gutgehende Kunstbetrieb machte den berühmten Künstler Peter Paul Rubens obendrein zu einem wohlhabenden Geschäftsmann. 1609 heiratete er Isabella Brant. Etwa ab 1622 malte Rubens viel für den Adel, darunter befanden sich Aufträge für die französische Königin Maria de Medici und deren Sohn Louis XIII. oder den englischen König Karl I. In dieser Zeit begann auch seine später erfolgreiche Tätigkeit als Diplomat und Politiker. So fungierte er beispielsweise als Vermittler zwischen der nördlichen und spanischen Niederlande.

In seinem Erfolg schaffte er es bis zur Beratertätigkeit für die Regentin der Spanisch-Niederlande Isabella und ihres Mannes Albert. Im Jahr 1625 reiste er im diplomatisch Auftrag ein weiteres mal an den spanischen Hof. Hier machte er auch die Bekanntschaft mit dem jungen Künstler Diego Velázquez dessen Mentor er später wurde. 1628 hielt er sich als offizieller Abgesandter am Hof des englischen Königs Karl I. auf. Zwischen beiden Ländern wurden diplomatische Beziehungen aufgenommen und ein Waffenstillstand geschlossen – ein Erfolg, den der Politiker Peter Paul Rubens für sich verbuchen konnte. Seine europaweiten Geschäftskontakte kamen seinen diplomatischen Missionen zugute, und er verband Geschäft mit Politik und umgekehrt. Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1626 heiratete Rubens die 16-jährige Helene Fourment. Nach seinen diplomatischen Missionen rückte wieder die Malerei in das Zentrum seines Interesses. Im Alter litt der Künstler an Gicht, die ihm die letzten Lebensjahre schwer machte. Neben seiner vielseitigen Tätigkeit im Leben als erfolgreicher Geschäftsmann und Politiker zeichnete sich Peter Paul Rubens auch als Maler durch seine Vielseitigkeit aus. Er fertigte Arbeiten in der Jagd-, Mythologien-, Decken-, Landschafts- und Altarbildmalerei an. Zudem entwarf er Tapisserien und Festdekorationen.

In seinen frühen Jahren als Maler wirkten die Einflüsse antiker Kunstströmungen auf sein Schaffen, das unter anderem von den Farben der venezianischen Maler geprägt war. Schon früh wandte er sich ab vom Klassizismus seines Lehrers Otto van Veen. Durch sein Italienaufenthalt machten sich italienische Malstile in seinem Werk bemerkbar, die auch noch nach seiner Rückkehr nach Antwerpen anhielten. Sein Markenzeichen wurde die Diagonale in der Bildkomposition, die er später aber wieder unterließ. Darüber hinaus vermitteln seine Werke Vitalität und Bewegung. Dabei verstand es Rubens, seinen Bildern das richtige Licht zu geben. Doch sein Stil wechselte Mitte der 20er Jahre im 17. Jahrhundert zu einem einfachen und ruhigen Bildaufbau sowie einem Ausgleich der Farben. Deutlich erkennbar ist eine gelungene Proportion zwischen Bewegung und Gegenbewegung.

In seinem Spätwerk wuchsen seine Arbeiten an zu Monumentalbildern mit hellen Farben. Angeregt durch seine junge Frau stand die weibliche Schönheit im Vordergrund, die er mit viel Sinnlichkeit in seinen Bildern realisierte. Nachdem er sich 1635 das Antwerpener Landgut Stehen zugelegt hatte, wandte sich Rubens besonders der Landschaftsmalerei zu. Besondere Berühmtheit erlangten Rubens erfolgreiche Kolorierungen. In seinem Malstil versuchte der Künstler eine harmonische Vermittlung zwischen Ideal und Realität. Seine Malsprache drückt gleichfalls einen ausgleichenden Mittelweg aus zwischen seinen eigenen Vorstellung und einem geordneten Bildaufbau. Darüber hinaus war Rubens als Illustrator, Zeichner und Graphiker tätig.

Peter Paul Rubens starb am 30. Mai 1640 in seinem Antwerpener Schloss Steen.

NamePeter Paul Rubens

Geboren am28.06.1577

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortSiegen (D).

Verstorben am30.05.1640

TodesortAntwerpen (Belgien)