Biografie

Peter Hartz

Der diplomierte Betriebswirt und Saarländer arbeitete für mehrere, auch ausländische Unternehmen in leitender Position. Von 1993 bis 2005 wurde Peter Hartz als Vorstandsmitglied der Volkswagen AG durch seine ungewöhnlichen personal- und arbeitsmarktpolitischen Konzepte auf internationaler Ebene bekannt. Im Wahljahr 2002 wirkte er im Rahmen einer Expertenkommission der Bundesregierung an den Reforminitiativen zum Umbau der Bundesanstalt für Arbeit mit, die während der folgenden Legislatur 2002 bis 2006 unter der Losung "Agenda 2010" und "Hartz I-IV" den größten Sozialumbau in der bundesdeutschen Geschichte einleiteten...
Peter Hartz wurde am 9. August 1941 im saarländischen St. Ingbert geboren.

Nach dem Schulbesuch begann er eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Anschließend nahm er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule für Wirtschaft und Technik in Saarbrücken auf, das er mit dem Diplom abschloss. Während seiner Ausbildung und Studien arbeitete Hartz von 1955 bis 1968 auch bei der Firma Th. Jansen GmbH, bei der er zuletzt für die Vertriebsleitung verantwortlich war. 1968 wechselte Hartz nach Paris, um dort bis 1969 für das Unternehmen AMRI S. A. die Exportgeschäfte in die Bundesrepublik zu betreuen.

Danach war der Betriebswirt für PONT-A-MOUSSON S. A. und das Th.-Jansen-Werk in Rohrbach in leitenden Funktionen tätig. 1976 wurde Hartz Arbeitsdirektor der Röchling-Burbach Weiterverarbeitung GmbH in Völklingen. Dort trat er auch der Geschäftsführung der Firma bei. 1979 wechselte er zur AG Der Dillinger Hüttenwerke in Dillingen, wo er zum Arbeitsdirektor und Vorstandsmitglied erhoben wurde. 1986 trat Hartz in die Saarstahl AG ein, für die er ebenfalls als Arbeitsdirektor und Vorstandsmitglied tätig war. Drei Jahre später begann er, für die DHS-Dillinger Hütte Saarstahl AG in leitender Stellung zu arbeiten.

Im Jahr 1993 wurde Hartz in den Vorstand der Volkswagen AG berufen. In dem Wolfsburger Konzern kam er im Geschäftsbereich Personal zum Einsatz und 1994 wurde der Familienvater Peter Hartz mit der Ehrendoktorwürde der Universität Trier ausgezeichnet. In den folgenden Jahren machte er sich dort mit ungewöhnlichen personal- und arbeitsmarktpolitischen Modellen auf internationaler Ebene einen Namen. Im Zuge von weltweiter Rezession und Krise, von der auch die Automobilhersteller nicht ausgespart blieben, konnte Hertz größere Personalentlassungen bei VW verhindern. Sein mit den Gewerkschaften vereinbartes innovatives Konzept setzte dabei auf Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich.

Hartz führte bei VW die Vier-Tage-Woche ein und verhinderte damit die Entlassung von 30.000 Mitarbeitern. Im Zuge der von der rot-grünen Bundesregierung im Wahljahr 2002 initiierten Bemühungen um eine Reform der Bundesanstalt für Arbeit wirkte Hartz maßgeblich an den von einer Expertenkommission ausgearbeiteten Vorschlägen mit. In diesem Zusammenhang wurde er auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als er im Juni 2002 mit Reformvorschlägen an die Öffentlichkeit trat, die einen radikalen Umbau und eine deutliche Beschneidung der Arbeitslosenversicherung vorsahen.

Aufgrund des im Vorfeld der Bundestagswahl 2002 strategisch gut gewählten Zeitpunktes konnte die Initiative zum weiteren Abbau des Sozialstaats nur parteiübergreifende Zustimmung auslösen. Nach dem Wahlerfolg der rot-grünen Regierung vom 22. September 2002 wurde die Umsetzung der Reformvorschläge der Hartz-Kommission in der zweiten Legislatur der Koalition in die Wege geleitet. Die zweite rot-grüne Legislatur 2002-2005 stand somit innenpolitisch unter dem Motto von "Agenda 2010" und "Hartz I-IV", also ganz im Zeichen der größten Sozialreform in der bundesdeutschen Geschichte. Die Hartz' politische Karriere endete im Vorfeld vorgezogener Bundestagswahlen der rot-grünen Reformpolitik.

Im Juli 2005 trat Peter Hartz von seiner Funktion als Personalvorstand der Volkswagen AG zurück. Damit zog er die Konsequenzen aus einer Bestechungsaffäre, in die in den Vormonaten einige VW-Mitarbeiter verwickelt worden waren. Das Landgericht Braunschweig verurteilte Peter Hartz am 25. Januar 2007 wegen Untreue und Begünstigung des VW-Betriebsratschefs zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Außerdem muss Hartz eine Geldstrafe von rund 576.000 Euro zahlen. Unklar ist noch, ob Volkswagen die 2,6 Millionen Euro zurückfordern wird.

NamePeter Hartz

Geboren am09.08.1941

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortSt. Ingbert (D).