Biografie

Paul Kuhn

Der deutsche Musiker, Pianist, Dirigent und Komponist prägte nahezu sechs Jahrzehnte die Jazzkultur und gehobene Unterhaltungsmusik. Mit dem Schlager "Der Mann am Klavier" wurde Paul Kuhn 1954 berühmt. Nach seiner langjährigen Funktion als Chef des SFB-Tanzorchesters (1968) wandte sich Paul Kuhn seit 1980, mit einer eigenen Bigband, wieder seinem eigentlichen Steckenpferd, dem Jazz zu. Beliebt wurde er auch als Entertainer mit Fernsehshows wie "Pauls Party" oder "Hallo Paulchen" neben Stars wie Peter Alexander, Peter Frankenfeld und Harald Juhnke. Im Frühjahr 2003 feierte der 75jährige Veteran seine erfolgreiche Karriere als Jazzpianist, Komponist, Unterhaltungsmusiker und Schlagersänger mit prominenten Kollegen und zahlreichem Publikum auf einer großen Deutschlandtournee...
Paul Kuhn wurde am 12. März 1928 in Wiesbaden geboren.

Bereits als Kind tat er sich mit einer außerordentlichen musikalischen Begabung am Klavier und Akkordeon hervor. Während seiner Schulzeit an einem Frankfurter Internat begeisterte er sich für die im nationalsozialistischen Deutschland unter Adolf Hitler verbotene amerikanische Jazzmusik, die er heimlich mit Mitschülern hörte. Nach der Schule absolvierte Kuhn ein Musikstudium am Konservatorium seiner Heimatstadt. Während des Zweiten Weltkriegs kam Kuhn als Musiker zur Unterhaltung der deutschen Besatzungstruppen in Frankreich zum Einsatz. In der unmittelbaren Nachkriegszeit war Kuhn durch zahlreiche Auftritte bereits als herausragender Jazz-Pianist bekannt geworden. In der zweiten Hälfte der 1940er Jahre spielte er etwa im Heidelberger US-Militär-Club.

Im zerstörten Berlin galt er bald als der "Mann am Klavier". Der amerikanische Soldatensender "American Forces Network" (AFN) stellte ihn schließlich für Live-Konzerte ein. In den 1950er Jahren avancierte Kuhn im aufstrebenden bundesdeutschen Entertainment zu einem der bekanntesten Musiker. 1951 gründete er sein erstes Quartett. Er spielte mit bekannten Größen wie Max Greger und James Last zusammen. Zunehmend eroberte er sich neben dem Jazz auch das Schlagergenre, indem er sich mit Liedern wie "Die Farbe der Liebe", "Der Mann am Klavier" und "Es gibt kein Bier auf Hawaii" in die Herzen des Wirtschaftswunder-Publikums sang. Hinzu traten Engagements in der sich professionalisierenden Fernsehkultur der Bundesrepublik. Kuhns Name verband sich untrennbar mit den beliebtesten Unterhaltungsshows der 1950er, 1960er und 1970er Jahre.

Im Jahr 1968 stieg Kuhn als Dirigent in die Bigband des Berliner SFB ein, um dem Tanzorchester in den folgenden Jahren zu internationaler Anerkennung zu verhelfen. Mit der SFB-Bigband veröffentlichte der Musiker viele seiner bekanntesten Schallplatten. Daneben betätigte sich Kuhn auch als Komponist, der etwa das Musical "Fanny Hill" schuf, das 1972 seine Erstaufführung erlebte. Nachdem der SFB 1980 aus Finanzgründen seinen Vertrag nicht mehr verlängert hatte, rief Kuhn seine eigene Orchesterband ins Leben. In den folgenden zwei Jahrzehnten folgten zahlreiche Tourneen und Auftritte in TV-Shows, die der Musiker mit seinem Orchester meisterte. Kuhn wandte sich nun von der Unterhaltungsmusik, die seine Tätigkeit beim SFB stärker bestimmt hatte, ab und wieder dem Jazz zu. Am Piano bewährte er sich nun als virtuoser Jazzmusiker.

Im Jahr 1988 heiratete Kuhn in dritter Ehe Ute Hellermann, die selbst im Musikbereich tätig ist. Eine wegen Steuerhinterziehung gegen den Musiker verhängte Bewährungsstrafe überschattete 1994 nur kurzzeitig seinen internationalen Ruf. Noch im Herbst 2002 unternahm Kuhn mit Max Greger und anderen bekannten Musikern eine ausgedehnte Deutschlandtournee, die seine früheren Erfolge als Jazz-Pianist wiederaufleben ließ. Kuhn erhielt für seine künstlerischen Leistungen zahlreiche Preise. 1972 wurde er mit der "Goldenen Kamera" ausgezeichnet, 1976 erhielt er den "Großen Deutschen Schallplattenpreis". 2002 wurde Kuhn für sein Lebenswerk mit der "German Jazz Trophy - A Life for Jazz" geehrt. Im folgenden Jahr erhob der Fachverband Deutsche Klavierindustrie den Musiker für sein Lebenswerk zum "Klavierspieler des Jahres".

Zu seinem 75. Geburtstag kündigte Kuhn für Frühjahr 2003 eine anspruchsvolle Konzerttournee an, auf der er durch hochkarätige Vertreter der internationalen Jazzszene wie Jiggs Wigham, Benny Bailey und Greetje Kauffeld durch Deutschland begleitet wurde. Mitte Juli 2005 musste Kuhn eine schwere Herzoperation in einem Berner Krankenhaus überstehen. 2008 nahm er zusammen mit Mario Barth die CD "Mensch Berlin" auf. Für sein Lebenswerk als Pianist, Dirigent und Komponist wurde er 2010 in Bochum mit dem ECHO Jazz ausgezeichnet. Zuletzt lebte er im Schweizerischen Graubünden.

Paul Kuhn starb in der Nacht zum 23. September 2013 in Bad Wildungen.

NamePaul Kuhn

Geboren am12.03.1928

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortWiesbaden (D).

Verstorben am23.09.2013

Todesort--