Biografie

Pascal Lamy

Der französische Jurist und Ökonom stellt seit 2005 den Generaldirektor der Welthandelsorganisation WTO. Pascal Lamy begann seine berufliche Laufbahn Mitte der 1970er Jahre beim Pariser Rechnungshof. Von 1981 bis 1983 war Pascal Lamy als Berater des französischen Finanzministers und 1985 bis 1994 als Kabinettschef des EU-Kommissionspräsidenten Jacques Delors tätig. Als EU-Handelskommissar begleitete der Wirtschaftsexperte 1999 bis 2004 den fortschreitenden Globalisierungsprozess...
Pascal Lamy wurde am 8. April 1947 in Levallois-Perret in der Nähe von Paris geboren.

In der französischen Hauptstadt besuchte er das Lycée Carnot. Danach studierte Lamy an der École des Hautes Études Commerciales und am Institut d'Études Politiques in Paris, wo er mit dem MBA abschloss. Im Anschluss erwarb er in einem Aufbaustudium noch ein juristisches Diplom. Von Jahresbeginn 1973 bis Mai 1975 absolvierte Lamy ein Studium an der Eliteuniversität École Nationale d'Administration (ENA), wo er einen Abschluss in Ökonomie erlangte.

Seine berufliche Laufbahn begann Lamy 1975 als Mitarbeiter des französischen Rechnungshofes. 1979 wurde er zum Generalsekretär des "Mayoux Committée" berufen und 1979 übernahm er einen Posten in der Leitung des Schatzamtes. In den Jahren 1979 bis 1981 war Lamy zunächst stellvertretender Generalsekretär, dann Generalsekretär des CIASI, eines Ministerkomittees für die industrielle Umstrukturierung im Pariser Finanzministerium.

Im Mai 1981 trat Lamy als Berater in das französische Finanzministerium unter Jacques Delors ein. Im Juni 1982 wurde er zum stellvertretenden Direktor von dessen Büro erhoben. Vom April 1983 bis Juli 1984 war er stellvertretender Direktor des Büros des Premierministers Pierre Mauroy. Zu Jahresbeginn 1985 wechselte Lamy zur EU-Kommission nach Brüssel, wo er bis 1994 die Funktion des Kabinettschefs von Präsident Jacques Delors wahrnahm.

Im Mai 1994 trat Lamy in den Vorstand der französischen Staatsbank Crédit Lyonnais ein, deren Sanierung er in den folgenden Jahren durchführte. 1999 wurde er zum Generaldirektor der Bank berufen. Im September 1999 berief man Lamy zurück in die EU-Kommission nach Brüssel, in der er bis 2004 den EU-Handelskommissar stellte. In dieser Funktion machte er die europäischen Interessen gegenüber der WTO geltend, wobei er sich insbesondere als kompromissloser Verteidiger der EU-Agrarsubventionen profilierte.

Ab Jahresende 2004 fungierte Lamy als Präsident der Vereinigung "Notre Europe". Er lehrte außerdem als Professor am Pariser Institut d'Etudes Politiques. Mitte Mai 2005 wurde bekannt, dass Lamy zum neuen Chef der Welthandelsorganisation WTO designiert worden sei. Im September 2005 trat er die Nachfolge des ausscheidenden Generaldirektors der WTO, Supachai Panitchpakdi (Thailand) an. 2009 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Genf und den Europapreis für politische Kultur. 2010 wurde er mit dem Weltwirtschaftlichen Preis geehrt.

Pascal Lamy ist seit 1972 mit der Juristin Geneviève Luchaire verheiratet, mit der er drei Kinder hat.

NamePascal Lamy

Geboren am08.04.1947

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortLevallois-Perret (F).