Biografie

Karl Lamprecht

Der Pfarrerssohn und promovierte Historiker wandte sich frühzeitig der Wirtschafts- und Kulturgeschichte zu. Als Professor für mittelalterliche und neuere Geschichte wirkte Karl Lamprecht von 1891 bis 1915 an der Universität Leipzig, wo er dem Historischen Seminar vorstand und durch zahlreiche wissenschaftspolitische Initiativen auf sich aufmerksam machte. Mit seiner "Deutschen Geschichte" provozierte Lamprecht den so genannten "Methodenstreit" in der Historikerzunft, die ihre vorwiegend politische und deskriptive Geschichtsschreibung durch die analytische Wirtschafts- und Kulturgeschichte des Leipziger Kollegen herausgefordert sah ...

Bedeutende Geschichtsschreiber der Menschheitsgeschichte
Karl Lamprecht wurde am 25. Februar 1856 in Jessen bei Wittenberg als Sohn eines Oberpfarrers geboren.

Nach dem Abitur absolvierte Lamprecht ab 1874 ein Studium der Geschichte an den Universitäten Göttingen, Leipzig und München. Er spezialisierte sich auf Wirtschaftsgeschichte, in der er 1878 an der Universität Leipzig promoviert wurde. Nachdem Lamprecht 1879 auch sein Staatsexamen gemacht hatte, wurde er noch im selben Jahr zum Hauslehrer des Bankiers Deichmann in Köln berufen. Mit finanzieller Unterstützung des Unternehmers Gustav von Mevissen betrieb er Forschungen zur rheinischen Wirtschaftsgeschichte.

Zusammen mit Mevissen rief Lamprecht 1881 die "Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde" ins Leben. Nach seiner Habilitation an der Universität Bonn 1880 war Lamprecht dort zunächst als Privatdozent tätig. 1888 wurde er an der dortigen Universität zum außerordentlichen Professor berufen. 1890 erhielt er einen Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Marburg. Lamprecht wechselte 1891 auf den Lehrstuhl für mittelalterliche und neuere Geschichte an der Universität Leipzig, wo er außerdem zunächst als zweiter Direktor, dann bis 1915 als alleiniger Direktor das Historische Seminar leitete.

Lamprecht gründete 1898 zusammen mit dem Geographen Friedrich Ratzel das historisch-geographische Seminar an der Universität Leipzig. 1906 förderte er die Gründung des Seminars für Landesgeschichte und Siedlungskunde. 1909 rief er das königlich-sächsische Institut für Kultur- und Universalgeschichte ins Leben, das direkt der königlichen Regierung Sachsens und nicht der Hochschule unterstand. 1910/11 leitete er als Rektor die Universität Leipzig. Mit seinem Geschichtswerk trug Lamprecht zu einer größeren Berücksichtigung kultur-, sozial- und wirtschaftsgeschichtlicher Perspektiven in der Historiographie bei.

Im Zusammenhang mit seiner "Deutschen Geschichte" lieferte sich Lamprecht ab den 1890er Jahren einen "Methodenstreit" mit den Neo-Rankeanern seines Faches. Deren Betonung der politischen Geschichte kritisierte der Leipziger Historiker vehement, indem er einer Geschichte der "großen Männer" die Kultur- und Wirtschaftsgeschichte entgegenhielt.

Karl Lamprecht starb am 10. Mai 1915 in Leipzig. Er hinterließ seine Frau Mathilde (geb. Mühl) und zwei Töchter.


Bedeutende Geschichtsschreiber der Menschheitsgeschichte

NameKarl Lamprecht

Geboren am25.02.1856

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortJessen bei Wittenberg (D).

Verstorben am10.05.1915

TodesortLeipzig (D).

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