Biografie

Paavo Lipponen

Der Staatswissenschaftler und Journalist stellte von 1993 bis 2005 den Vorsitzenden der finnischen Sozialdemokratischen Partei und von 1995 bis 2003 den finnischen Premierminister. Paavo Tapio Lipponen förderte als Ministerpräsident die Westintegration des skandinavischen Landes, für das er aufgrund der geographisch bedingten Interessenlage eine besondere Vermittlungsfunktion zwischen westlichem und slawischem Kulturkreis in der Europäischen Union geltend zu machen verstand...

Die Europäische Union
Paavo Tapio Lipponen wurde am 23. April 1941 in Turtola (heute: Pello) im nordfinnischen Grenzgebiet zu Schweden geboren.

Sein Vater, dessen Vorfahren ursprünglich aus Stralsund stammten, war Oberforstmeister. Nach der Schule studierte Lipponen Staatswissenschaften an der Universität Helsinki und am Dartmouth College in den USA. Von 1963 bis 1967 arbeitete er als Journalist in der Studentenpresse und beim staatlichen Rundfunk. Im Anschluss daran war Lipponen bis 1979 als Sekretär für Forschung und Internationale Angelegenheiten sowie als Leiter der Politischen Sektion der "Suomen Sosiaalidemokraattinen Puolue" (SDP), also der Sozialdemokratischen Partei Finnlands, tätig.

Von 1979 bis 1982 erhob man ihn zum persönlichen Berater von Ministerpräsident Mauno Koivisto. 1983 diente er dem Arbeitsminister als politischer Sekretär, zugleich zog er ins Parlament ein, wo er zunächst bis 1987 als Abgeordneter vertreten war. 1985 bis 1994 war Lipponen außerdem im Stadtrat von Helsinki vertreten, wo er seiner Partei bis 1992 vorstand. Nachdem Lipponen bereits 1987 in die Parteizentrale der SDP eingetreten war, wurde er 1990 bis 1993 auch in den Parteirat aufgenommen. Ab 1991 ist er erneut für seine Partei im finnischen Reichstag vertreten. Neben seinem unmittelbar parteipolitischen Engagement war Lipponen 1988 bis 1995 außerdem als Geschäftsführer von "Viestintä Teema Oy" tätig.

In den Jahren 1989/90 saß er im Aufsichtsrat von "Outokumpu Oy". Als Direktor leitete er 1989 bis 1991 das renommierte finnische Institut für Außenpolitik. 1993 stieg Lipponen zum Vorsitzenden der finnischen Sozialdemokraten auf. Als solcher führte er vor dem Hintergrund der mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion verbundenen schweren Krise der finnischen Wirtschaft die SDP zu ihrem Wahlsieg von 1995. Lipponen wurde im April 1995 als finnischer Ministerpräsident an die Spitze einer "Regenbogen-Koalition" gesetzt. Seither hat er durch die annähernde Halbierung der Arbeitslosenquote und rigorose Sparmaßnahmen zur Sanierung des Staatshaushalts beigetragen.

Als Ergebnis seiner Politik galt auch der Beitritt Finnlands - als einziges skandinavisches Land - zur Europäischen Währungsunion, der zum 1. Januar 1999 vollzogen wurde. Drei Monate später konnte die SDP bei den finnischen Reichstagswahlen ihre Position als stärkste Partei behaupten. Lipponen trat als Ministerpräsident des Landes in seine zweite Amtsperiode ein. Infolge der Wahlniederlage seiner Partei am 16. März 2003 verlor Lipponen das Amt des Regierungschefs. Die Sozialdemokraten wurden durch die bäuerlich-liberale Zentrumspartei als stärkste Partei abgelöst. Die Zentrums-Vorsitzende Anneli Jäätteenmäki, die unmittelbar nach den Wahlen mit der Regierungsbildung beauftragt wurde, favorisierte jedoch eine Koalition mit der SPD Lipponens.

Im Jahr 2005 wurde er als Parteivorsitzender von Eero Heinäluoma abgelöst und und Präsident des finnischen Parlaments.

Paavo Tapio Lipponen ist seit 1998 mit der Geschichtslehrerin Päivi Hertzberg verheiratet, mit der er - neben einem Kind aus seiner ersten Ehe - zwei Kinder hat.


Die Europäische Union

NamePaavo Lipponen

Geboren am23.04.1941

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortTurtola, heute: Pello (Finnland)